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Kategorien > Fantasie und Liebe > Fantasie und liebe

Dunkle Gedanken (29)

von Elina

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das Essen für abends vor, Nadine und Hannah schmückten den Baum und zusammen stellten wir die Krippe unter dem Baum auf.
Dann putzte ich noch das ganze Haus und räumte die Küche auf.
Hannah und Nadine spielten solange Karten und sangen Weihnachtslieder.
Und bevor ich mich versah, war bereits Abend.
Als ich in meinem Zimmer vor meinem Spiegel stand und gerade mein schwarzes Kleid angezogen hatte, sah ich mein Handy aus den Augenwinkeln.
Ben hatte mir eine SMS geschrieben.

Hi,
ich warte um 18.00 Uhr beim Spielplatz auf dich.
Bis dann!

Ben.

Als ich die Zeit von meinem Handy ablas, ließ ich es schockiert fallen und sprintete die Treppe runter.
»Nadine, Hannah, ich bin in einer Stunde wieder da!«
Ich schnappte mir meinen Mantel, sprang in die Stiefel meiner Schwester und lief nach draußen.
Die Kirchturmuhr schlug leise acht Uhr. Zwei Stunden. Zwei Stunden waren vergangen!
Ich rannte so schnell ich konnte, was in den Stiefeln meiner Schwester und bei den Straßenverhältnissen leider nicht allzu schnell war, und überquerte sogar die Straße bei rot.
Dann kam ich schwer atmend beim Spielplatz des Kindergartens an und suchte alles mit den Augen ab.
Ben saß auf einer Schaukel und wippte leicht hin und her.
Entsetzt und mit wild pochendem Herzen starrte ich ihn aus der Ferne an.
Zwei Stunden! Er hatte tatsächlich zwei Stunden hier gesessen und auf mich gewartet...!
»Ben!«, rief ich und kam auf ihn zu. »Es tut mir so schrecklich Leid! Ich hab die SMS erst vorhin gelesen...«
Schuldbewusst senkte ich den Kopf.
»Jetzt sind wir quitt, würde ich sagen.«, lachte er und ich hob den Blick.
Er schien nicht sauer zu sein...
Wow...
Ich setzte mich auf die zweite Schaukel, schaukelte allerdings nicht. Von der Seite sah ich ihn an.
»Ich hätte nicht gedacht, dass du zwei Stunden auf mich wartest.«, gab ich zu.
»Trotzdem bist du hierher gelaufen.«, entgegnete er.
Da hatte er Recht... wieso war ich überhaupt hierher gelaufen?
Hatte ich wirklich erwartet, dass er noch hier sitzen würde?
»Wieso ist es dir so wichtig, mich heute zu sehen?«
Auch schon vor drei Tagen hatte er so darauf gedrängt, mich wenigstens für eine Stunde zu sehen.
Endlich wand er mir seinen Blick zu und schwieg eine Weile. Dann sagte er: »Weil heute der letzte Tag ist.«
Der letzte Tag? »Der letzte Tag...?« Irgendwie stand ich auf der Leitung.
»Die Abmachung. Dass du für eine Woche meine Freundin bist. Heute ist der letzte Tag.«, erklärte er mit tonloser Stimme und schlagartig fielen alle Emotionen von mir ab.
Die Abmachung... ich hatte sie komplett vergessen!
Heute war also der letzte Tag...
Heute war... das Ende von allem.
»Ich verstehe...«, flüsterte ich schwach. Meine meine Hände sanken auf meinen Schoß.
»Das wollte ich dir eigentlich nur sagen...« Er sah gen Himmel. »Ich hoffe, es war nicht allzu schlimm...«
Schlimm?! , schrie ich innerlich entsetzt. Wie kam er darauf, dass ich es in irgendeiner Weise schlimm gefunden haben könnte?
Diese eine Woche... war die schönste Woche meines Lebens gewesen!
Ich sah ihn schweigend an, in seine dunkelgrünen Augen, die in der Dunkelheit kaum zu erkennen waren...
Ich liebe dich.
»Es war nicht schlimm.«, flüsterte ich. Mehr brachte ich nicht heraus...
Auf einmal stand er auf. »Es ist Weihnachten, du solltest mit deiner Familie feiern und ich mit meiner.«
Langsam nickte ich. Auch ich stand auf und blickte ihn an.
»Dann... frohe Weihnachten...«
Er nickte. »Dir auch...«
Damit trennten sich unsere Wege.

Zu Hause angekommen, setzte ich mich schweigend ins Wohnzimmer.
Alles war bereit und Hannah und Nadine konnte es gar nicht erwarten, endlich zu Essen und danach ihre Geschenke auszupacken.
Nachdem wir gegessen hatten, sangen wir ein paar Weihnachtslieder und ich las den beiden noch eine Weihnachtsgeschichte vor, dann gingen wir zur Bescherung über.
Lachend verteilte Hannah die Geschenke.
Doch ich konnte ihre Freude, so sehr ich es wollte, nicht teilen...
Es war aus. Aus und vorbei.
Dabei... liebte ich ihn.
Er war geradezu perfekt...
Er war witzig, ehrlich und mutig, immerzu optimistisch und einfühlsam, auch wenn er manchmal unabsichtlich die falschen Dinge sagte. Aber dann merkte er es immer und entschuldigte sich ehrlich dafür.
Auch sein Lachen, seine Augen, einfach alles an ihm sah so wunderschön aus, dass man denken könnte, er strahlte mehr wie alle anderen wenn er einen Raum betrat.
Und ich, ein normales, schlichtes und zurückgezogenes Mädchen, hatte das Privileg gehabt, eine Woche seine 'Freundin' zu sein.
Allein diese Tatsache müsste mich glücklich machen.
Aber alles was mein Herz fühlte... war Schmerz.
Schmerz und Trauer.
Jeder Gedanke, jede Erinnerung, tat so weh, als hätte mir jemand einen Dolch mitten durchs Herz gestoßen.
»Zaza...?« Hannah sah mich fragend an. In ihrer Hand lag ein Geschenk für mich.
Ich öffnete es und lächelte gezwungen. Es war ein Bilderrahmen, selbstgemacht – wahrscheinlich im Kindergarten – verziert mit schiefen Herzen, Schneeflocken und Schneemännern.
»Vielen Dank, mein Engel.« Gerührt küsste ich sie auf die Stirn.
Irgendwie trug dieses süße Geschenk dazu bei, dass Tränen in mir aufstiegen. Die Tränen, die ich seit dem Spielplatz zu verdrängen versucht hatte, drängten nun immer mehr.
Auf einmal kullerten sie alle meine Wangen hinab. Eiskalt und erbarmungslos.
»Zahra...? Was ist?« Nadine lehnte sich erschreckt zu mir nach vorn.
Ich schüttelte nur schluchzend den Kopf.
Mein Hals war einfach wie zugeschnürt. Genau wie mein Herz...
Ich stand auf, schwach wie meine Knie waren, und wankte die Treppe hinauf.
Immer wieder wischte ich mir über die Augen, doch immer wieder kamen nur neue Tränen nach.
Wie lange war es her, dass ich geweint hatte? Ich wusste es nicht.
Ich stieß die Tür zu meinem Zimmer auf und ließ mich schwach in mein Bett fallen.
Dort presste ich mein Gesicht in mein Kissen, doch so sehr ich versuchte, mich zusammen zu reißen, es ging einfach nicht. Mein Herz war in viele kleine Splitter zersprungen und ließ sich nicht mehr zusammensetzen.
»Ich... ich liebe dich... Ben...«, schluchzte ich in mein Kissen, »Ich liebe dich so sehr!!!«
Nadine klopfte an die offene Tür und kniete sich dann neben mein Bett.
»Zahra... was ist los...? Was ist passiert?«
Schwach hob ich meinen Kopf. Dann öffnete ich meinen Mund, doch alles was herauskam waren Schluchzer.
Auch Nadine schluckte, als sie mich in den Arm nahm und mir den Rücken streichelte.
»Ist es wegen Ben?«
Ich nickte.
»Was ist passiert? Hattet ihr einen Streit?« Auch ihre Stimme bebte, als sei sie kurz vorm Weinen.
»Es... es... es ist... aus...!«, meine Stimme brach und ich musste wieder mehr weinen.
Es so laut zu hören, zeigte mir, wie real das Ganze war.
»Es tut mir Leid...«, wisperte Nadine leise, »Es tut mir so schrecklich Leid...«

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Kommentare

Nessi schrieb am 2010-04-26 21:55:22:
Hallo Elina,

ich finde Deine Story einfach klasse!!! Ich schaue jeden Tag nach, ob Du weiter geschrieben hast. Ich bin echt gespannt wies weitergeht und wann sie sich endlich mal wieder küssen :-).

Lg
Lea schrieb am 2010-04-25 15:20:42:
beeil dich bitte mit dem schreiben xD
Nici schrieb am 2010-04-23 10:54:12:
wah.. was heißt hier fast mitheulen... ich musste flennen wie ein kleines kind.... wehe du schreibst nicht weiter... hab grad fast die ganze story hintereinander weg durchgelesen.. du schreibst echt spannend... wehe das is jez das ende der story...
Lu schrieb am 2010-04-20 18:42:44:
Ich hoffe sie kommen zusammen
Nella schrieb am 2010-04-19 19:28:42:
Oh gott =(
Das ist so traurig, ich musste fast mitheulen.
Ich hoffe das ist jetzt nicht das Ende.
Würde mich total auf eine Fortsetzung freuen.
Lieben Gruß, Nella.
Moon Dreamer schrieb am 2010-04-19 14:34:46:
bitte, schnell weiter. ich finde die story so toll!
lg

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