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Kategorien > Fantasie und Liebe > Fantasie und liebe

Dunkle Gedanken (30)

von Elina

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Am nächsten Tag war ich wie tot. Wie betäubt und leer wankte ich durchs Haus und beschäftigte mich durch die Hausarbeit.
Ich konnte nicht sagen, wie unendlich froh ich war, dass keine Schule war.
Meine Gedanken verletzten mich schon genug. Ihn auch noch sehen zu müssen hätte alles verschlimmert.
Hannah und Nadine schlugen mir am Nachmittag vor, Filme anzusehen und wir nahmen uns sofort alle Disney Filme vor, die wir zu Hause hatten.
Und das waren fast alle.
Nadine war darauf bedacht, ja keinen Disney Film herauszusuchen, in dem es um Liebesbeziehungen ging und somit fielen schon mal einige weg.
Aber es wäre sowieso vollkommen egal gewesen, da ich keinen Film wirklich mitbekam.
Die Bilder liefen an mir vorbei und ich hätte nicht sagen können, worüber sie gerade gesprochen hatten.
Plötzlich klingelte es an der Tür.
Ich blieb leblos auf der Couch liegen, während Nadine aufsprang und die Tür öffnete.
Im nächsten Moment standen Emilie und Tessa vor mir und sahen mich mit mitleidigen Gesichtern an.
Ach ja... sie wollten ja heute kommen...
Nadine schickte mich mit den beiden in mein Zimmer und brachte den Tee gleich hinterher.
Dann erzählte ich emotionslos, was gestern Abend geschehen war.
Emilie hatte sofort Tränen in den Augen und Tessa schwor mir, dass sie ihm sofort, wenn sie ihn das nächste Mal sah, »eine reinhauen« würde.
Ich bringe ihn um, diesen Mistkerl! Diesmal ist er fällig!
Doch dann meldete sich Emilie zu Wort. »Aber... das heißt doch nicht, dass es ganz aus ist, oder?«
Ich sah sie ausdruckslos an.
»Was heißt es denn sonst?!«, keifte Tessa wütend.
»Es heißt, der Zeitraum der Abmachung ist vorbei. Aber das heißt nicht, dass sie und Ben keine Chance mehr haben.«
Langsam wurde mein Inneres wieder aktiv. »Wie... meinst du das?«
Sie lächelte mich zufrieden an. »Du liebst ihn doch wirklich, oder?«
Ich nickte mit schwerem Herzen.
»Na dann sag ihm, was du fühlst. Vielleicht fühlt er genauso und ihr könnt zusammen sein, ohne Zwang, vollkommen freiwillig. Denn vielleicht hat er es beendet, da er nicht nur mit zusammen sein wollte, weil du es musstest.«
Tessa blickte Emilie an und in ihren Gedanken tauchten Bilder von mir und Ben auf, in denen ich glücklich lächelte.
»Ich glaube, Emilie hat Recht.«, sagte sie dann, »Wenn du ihn wirklich liebst, dann lass nicht zu, dass es so endet.«
Eine Weile schwiegen wir alle.
»So eine dumme Abmachung! Wieso musste er so einen Mist machen?!«, regte sich Tessa dann auf und stellte ihre Tasse schwungvoll auf den Boden meines Zimmers.
»Es war kein Mist.«, widersprach ich, »Denn vielleicht hätte ich mich dann nicht in ihn verliebt. Und das ist eine der wenigen Dinge, die ich nicht bereue.«
Emilie reichte mir mein Handy. »Schreib ihm.«
Ich nahm es entgegen und starrte auf den Display.
So vergingen sicher Minuten, in denen ich schweigend mein Handy betrachtete und sowohl Emilie und Tessa erwartungsvoll meine Finger beobachteten, die sich allerdings keinen Millimeter bewegten.
»Oh, das ist doch unglaublich mit dir!!!«, rief Tessa, nahm mir das Handy aus der Hand und gab es Emilie zurück.
»Schreib du ihm. Ich würde ihn garantiert irgendwie beleidigen.«
Emilie nickte entschlossen und begann zu tippen.
»Gesendet.«
Mein Herz sprang an die Decke und ich dachte, ich würde jeden Moment ohnmächtig zusammenklappen. »Was... was hast du geschrieben?«
»Dass ihr euch trefft. In einer Viertelstunde am Spielplatz.«
Schockiert sprang ich auf. »Eine Viertelstunde?!«
Sie lächelte mich hinterhältig an. »Ja und wir stylen dich jetzt etwas.«

Nervös schoben Emilie und Tessa mich immer näher Richtung Kindergarten. Ich konnte die Fassade bereits sehen...
»Jetzt stell dich nicht so an!«, motzte Tessa. Sie hakte sich bei mir unter und zog mich mit sich.
Emilie legte, kurz vor dem Kindergarten, ihre Hand auf meine Schulter. »Kämpfe um deine Liebe, ja?«
Stumm nickte ich, dann drehte ich mich um und ging entschlossen der Hecke entgegen, die den Spielplatz abgrenzte.
»Viel Glück!«, riefen mir meine beiden Freundinnen zu und ich trat durch die Hecke hindurch.
Mein Herz blieb fast stehen, als ich sah, dass er wirklich wieder bei den Schaukeln saß und ähnlich wie gestern schwach hin und her schwang.
Ich ging langsam auf ihn zu. Wahrscheinlich hatte er meine Schritte im Schnee gehört, denn er hob seinen Blick und sah mir direkt in die Augen.
Ich öffnete den Mund, doch es kam kein Ton heraus, also schloss ich ihn wieder.
Ich wand meinen Blick ab.
Stille.
Plötzlich stand er auf. »Weinst du...?« Er klang schockiert.
Und tatsächlich, wieder liefen einzelne Tränen mein Gesicht hinab.
Wieder ließ mein Hals keinen Pieps entkommen.
»Es tut mir Leid...« Ben sah wieder auf den Boden. »Die ganze Sache mit der Abmachung... war so idiotisch... ich hätte dich nie so erpressen sollen...«
Ich schüttelte schluchzend den Kopf.
»Ich habe... diese Woche... wirklich Spaß... gehabt...«, stotterte ich. »Ich... ich will nicht... dass... dass es so endet...!«
Er sah mich wieder an. »Was?«
Ich schluckte. »Die... die ganze Zeit über... habe ich... habe ich dich... geliebt.«
Sein Mund klappte nach unten und seine Augen weiteten sich.
Ich hatte es ihm gesagt... endlich hatte ich es ihm gesagt.
Ich hatte ihm das ganze Gefühlschaos, das in mir herrschte, in ein paar Sätzen erklärt.
»Ist das... wahr?«
Ich nickte stumm. Meine Tränen waren versiegt.
»Es ist wahr... es ist wirklich wahr...!«, stammelte er vor sich hin und nun sah ich ihn irritiert an. Was sollte das?
Er sah zur Seite und fragte mich: »Hast du nur die leiseste Ahnung, warum ich nicht wollte, dass Weihnachten kommt?«
»Was ist in fünf Tagen?«
»Ich mag dieses Jahr einfach kein Weihnachten haben.« Die Erinnerungen an unser Gespräch war noch so klar, als wäre es erst ein paar Stunden her.
Wegen mir... hatte er die Tage gezählt...?
»Weißt du im Geringsten, warum ich mich so verdammt für dieses bescheuerte Mathe angestrengt habe?«
»Du scheinst ja Mathe richtig zu lieben, so wie du dich freust.« Die Szene nach Mathe kam mir ins Gedächtnis.
»Das alles war nur wegen dir...«, fuhr er fort.
Dann sah er mir direkt in die Augen. »Alles nur, weil ich dich liebe.«
Einen Moment war vollkommene Stille. Dann knickten meine Knie zitternd ein und ich sank zu Boden.
Nun kniete ich mit meiner Jeans im Schnee, doch ich konnte nicht anders.
Meine gesamte Kraft war verschwunden.
Wieder rollten die Tränen, wieder schluchzte ich vor mich hin, doch diesmal aus Freude.
Mein Herzklopfen wurde immer schneller und lauter.
Ein Wunder... ein Wunder war geschehen!
Lachend kniete sich Ben vor mich und nahm mich in den Arm. »Nicht weinen, Dummi.«
Lächelnd lehnte ich meinen Kopf an seine Brust und hörte auch sein Herz schneller schlagen.
Wie wunderschön das war...
Ich klammerte mich an seine Jacke und versuchte, mich zu beruhigen.
»Wir sollten langsam mal aufstehen...«, flüsterte er.
Ich wollte ich am liebsten nie wieder aus seiner Umarmung begeben, aber wir konnte nicht ewig im Schnee sitzen

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Kommentare

knubbel schrieb am 2010-05-04 21:33:41:
Hey,
deine Geschichte war echt spannend, ich habe immer auf einen neuen Teil gewartet. Ist das das Ende? Falls ja, kannst du dich an was Neuem versuchen, deine andere Geschichte fand ich auch super gut ; )
Gruß
Knubbel
thrustworthy schrieb am 2010-04-28 02:21:37:
oh mann... oh mann!!! Xd ich bin total begeistert, ich habe gerade die ganze story an einem stück gelesen und das obwohl ich krank bin und mich absolut scheiße fühle, ich konnte einfach nicht aufhören, genial!
!! schrieb am 2010-04-27 21:29:00:
Wow voll schön :-)
Aber das war doch jetzt nicht das Ende oder????
Desireekintrup@Web.de schrieb am 2010-04-27 19:07:30:
Schöne Geschichte.

LG Desi
Moon Dreamer schrieb am 2010-04-27 18:51:21:
die story ist so wunderschön! bitte schreib weiter!!
lg
!!! schrieb am 2010-04-27 17:04:31:
Oh wie schön!!! Schnell weiter!!!

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