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Kategorien > Fantasie und Liebe > Fantasie und liebe

Dunkle Gedanken (33)

von Elina

1

»Mama...?«, stammelte ich, während ich nach vorne taumelte und meine Hand nach ihr ausstreckte.
Doch sie reagierte nicht.
»Mama!«, rief ich nun lauter und hatte sie fast erreicht, doch immer noch blickte sie zu dem kleinen spielenden Mädchen, das augenscheinlich ich als Kleinkind war.
Ich wollte sie an der Schulter berühren, doch meine Hand bewegte sich nicht weiter als zehn Zentimeter zu ihr. Es war unmöglich... als sei eine unsichtbare Barriere zwischen uns, die mich daran hinderte, sie anzufassen.
»Na los, Zahra, komm zu mir!«, sagte sie in diesem Augenblick, das Kind drehte sich um und kam angerannt, mit kurzen, abgehakten Schritten.
»Aber Mama... da drüben war ein Marienkäfer!«, lachte die Kleine und zupfte Mama am Rock.
»Die anderen kommen bald, also benimm dich etwas. Immerhin ist das nicht unser Haus.« Langsam wiegte sie das Kind in ihren Armen. Wahrscheinlich war das Nadine.
Erneut ging die Tür auf und ein Mann, gefolgt von weiteren Erwachsenen kam heraus.
Bei genauerem Hinsehen, erkannte ich die markanten Gesichtszüge meines Vaters. Er lachte meine Mutter und mein Kleinkinder-Ich an und strich der kleinen Nadine über ihren kleinen Kopf, woraufhin sie das Glucksen anfing.
Papa...! , dachte ich sehnsüchtig und musste lächeln.
Wie er mir fehlte... erst jetzt merkte ich es so deutlich.
»Sind endlich alle da?«, fragte meine Mutter ihn und er nickte. »Ja, endlich...«
Die tiefe Stimme meines Vater versetzte mir eine Gänsehaut, so sehr vermisste ich sie. Sie nun so klar zu hören, ließ mein Herz höher schlagen.
»Also, lasst unsere Konferenz beginnen!«
Alle versammelten sich um den weißen Tisch, der inmitten der Wiese war und die kleine Zahra durfte auf Dads Schoß.
»Wir haben uns heute hier versammelt, weil es neue Informationen zu dem Standort des Hauptquartier der Sammanen gibt.«
»Was, wirklich? Habt ihr herausgefunden, wo es ist?«, fragte einer der vier Männer und hob zweifelnd die Augenbrauen.
Also... waren meine Eltern auf der Suche nach den Sammanen? Wieso?
»Nein, aber wir können das Gebiet nun eingrenzen.«, erklärte mein Vater und ließ sich von dessen Blick nicht aus der Ruhe bringen.
»Außerdem habe ich die Befürchtung, dass sie bald herausfinden, dass meine Frau und meine ältere Tochter Gedanken lesen können. Sie haben uns bereits im Auge.«
Was? Meine Mutter konnte auch Gedanken lesen? Genauso wie ich und Hannah?
»Sie werden wohl nicht mehr lange brauchen, bis sie anfangen, Fragen zu stellen.«, erklärte mein Vater und faltete die Hände auf dem Tisch vor sich.
»Und du meinst, sie erkennen, dass die Prophezeiung wahr werden könnte? Wissen sie überhaupt, dass eine existiert?« Der jüngste der Männer fixierte das Gesicht der kleinen Zahra. »Meinst du wirklich, sie greifen ein kleines Kind an?«
Nun beteiligte sich meine Mutter auch an der Diskussion. »Sie haben keine Skrupel! Bestimmt werden sie erst denken, ich bin diejenige, die in der Prophezeiung erwähnt wird, doch irgendwann werden sie sicher auch meine Töchter unter die Lupe nehmen...«
»Mama... was ist eine Propheziehung?«, fragte mein kleines Ich nun mit großen Augen, woraufhin Dad meinen Kopf streichelte.
»Prophezeiung, Schätzchen. Das erklären wir dir ein anderes Mal.«
»Wir werden dafür sorgen, dass deine Tochter beschützt wird.«, erklärte nun ein etwas festerer Mann. Sein dunkler Bart und seine buschigen Augenbrauen ließen ihn älter erscheinen als er war.
Leise blies mir plötzlich ein kühler Wind ins Gesicht und sofort fror ich. Wie konnte es im Sommer so einen kalten Wind geben?
Aber nicht nur der Wind veränderte sich, nein, auch der Himmel wurde immer dunkler und schwärzer, je länger ich ihn anblickte.
Langsam verschwand die Tischgruppe immer mehr in der Ferne und so schnell ich auch rannte, sie entfernte sich trotzdem immer mehr. Immer dunkler wurde es um mich herum, bis mich wieder vollkommene Dunkelheit einhüllte.
»...ra? Zahra!«
»Hey, sie wacht auf...!«
Leise Stimmen drangen an mein Ohr. Pit und Raf...
Ich öffnete die Augen einen Spalt und sah die beiden, wie sie über mir beugten.
Nun spürte ich die harte Unterlage, auf der sie mich anscheinend gebettet hatten.
»Was... ist passiert?«, stammelte ich leise.
»Du bist ohnmächtig geworden...« Pits Augenbrauen zogen sich besorgt zusammen.
»Was war... dieser Traum...?« Ich blickte ihm in die Augen, er wandte sich ab. »Das war eine Illusion... die ich geschaffen habe. Von deiner Vergangenheit.«
»Was...?« Immer noch verstand ich nur Bahnhof.
Was in den letzten Stunden in meinem Leben alles geschehen war, überstieg deutlich mein Vorstellungsvermögen.
»Das waren tief eingegrabene Erinnerungen von deiner Kindheit. Ich habe sie für dich wiedergegeben.«, erklärte er.
Wie konnte das sein? Er konnte meine Erinnerungen hervor kramen und abspielen wie einen Film?

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Kommentare

lulu schrieb am 2011-01-03 21:29:17:
Das wird immer spannender :D

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