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Kategorien > Fantasie und Liebe > Fantasie und liebe

Dunkle Gedanken (Kapitel 10)

von Elina

1

Auch ich war etwas nervös geworden. Mein Herz schlug hart gegen meine Brust. Ich hatte mich selbst nervös gemacht, indem ich ausprobieren wollte, wie er reagiert. Langsam machte ich einen Schritt nach vorn und merkte, dass ich ziemlich mitgenommen war, denn meine Knie waren butterweich und es war sehr schwer zu Gehen.
In dem Moment war Ben von der Bank auf geschossen und hatte mir hinterher gerufen: „Ich hab mir keine Sorgen gemacht!“
Das war mein Tag. Anstrengend. Katastrophal. Und vollkommen überraschend.
Inzwischen waren Hannah und ich zu Hause angekommen. „Zaza hatte einen harten Tag…?“, fragte Hannah gerade. Oh Mann, jetzt sah man es mir schon an?!
Ich kniete mich zu ihr hinunter und legte ihr meine Hand auf den Kopf.
„Ja… es war ziemlich… anstrengend. Aber keine Sorge, jetzt geht’s mir besser.“, beruhigte ich sie.
Komisch… ich konnte ihre Gedanken nur begrenzt hören… war ich so k.o., dass sogar das Gedankenlesen nicht mehr richtig funktioniert?
„Soll ich aufhören zu denken, damit es Zaza besser geht?“ Hannahs helle Stimme unterbrach meine Gedanken. „Hm, wenn das so einfach wäre… weißt du, Menschen können nicht an nichts denken… aber trotzdem danke.“, erklärte ich ihr schmunzelnd.
„Ok…“, war alles, was sie sagte. Sie schob mich erst mal auf die Couch und brachte mir ein Glas Wasser. Oh Gott, sie war wirklich zu süß. Ich konnte nicht anders als sie zu Umarmen.
Doch ich stand wieder auf, schließlich hatten wir beide Hunger.
Als ich uns etwas zu essen gemacht hatte, kam auch Nadine von der Schule wieder.
Ich erzählte ihr, dass ich mich befreien ließ, weil mir schlecht gewesen war und dass es mir aber jetzt wieder besser ging. Schließlich wollte ich heute wieder arbeiten gehen.
„Bist du dir sicher, dass es dir wieder so gut geht, dass du arbeiten kannst?“ Ihre Miene wechselte zum Besorgten. Meine Schwester schien doch nicht so unsensibel und unverantwortlich zu sein, wie ich immer dachte… „Ja, glaub mir. Ich weiß, wann ich aufhören muss.“
Weiß sie eben nicht…
Ich sah sie mit verzogenem Mund an und sie hielt sich die Hand vor den Mund.
„Sorry…“ Manchmal vergaß selbst sie, dass ich alles hören konnte.
„Pass gut auf Hannah auf, ja?“, meinte ich lächelnd, nahm mir meine Kontaktlinsen und verließ das Haus. „Dafür habe ich am Donnerstag aber Zeit, oder?“, rief sie mir noch nach.
Ich blieb kurz stehen und rief zurück: „Ja, wenn Hannah zu einer Freundin kann!“ So, war das auch geklärt. Sie würde sich wie versessen bemühen, eine Freundin zu finden, denn sie wollte ja unbedingt weg.
Mir ging es inzwischen auch wieder besser, auch wenn ich noch eine leichte Übelkeit verspürte. Muss wohl der Stress sein. Schlendernd sah ich mir die Gegend an, ich hatte noch Zeit um bis zum Café zu kommen. Alles war gefroren und mit Schnee bedeckt. Es ist, als würde der Winter die Landschaft weiß anstreichen. Es fing an, leicht zu schneien.
Die Kinder auf den Straßen versuchten die Flocken mit den Mündern zu fangen oder schmissen sich gegenseitig mit Schneebällen ab. Mich fröstelte ein wenig, darum kuschelte ich mich tief in meinen Mantel. Gerade jetzt, wo Weihnachten direkt vor der Tür stand, durfte ich mich nicht unterkriegen lassen. Immerhin musste ich Hannahs und Nadines Geschenke finanzieren. Müssen nicht, aber wollen…
Ich rechnete im Kopf nach und stellte fest, dass es nur noch zwei Wochen bis Weihnachten waren. Da musste ich mich noch mal richtig anstrengen! Ich war am Café angekommen und ging gleich in den hinteren Raum.
Dort empfing mich mein Boss schon. Er war vielleicht zwei Jahre älter als ich, hatte aber schon sein eigenes Café. Denn das war schon seit seiner Kindheit sein Traum.
Er hieß Rafael und war ein echt netter Kerl. Wir konnten uns gegenseitig sehr gut leiden und so ging ich immer gern arbeiten. Außerdem hatte er auch immer vollstes Verständnis für mich, falls mir mal was dazwischen kam.
„Hey, Rafael!“, rief ich ihm gut gelaunt zu. Wir waren hier im Café alle per „du“, das war Rafaels größtes Anliegen.
„Hi!“, antwortete er und warf mir meine Schürze zu. Sie war knallrot. Gott sei Dank war es eine, die von der Hüfte bis zu den Knien ging und nicht so eine, mit der man Hausfrauen im Fernsehen immer kochen sah.
Ich ging zum Spiegel, nahm meine Brille ab und holte die Kontaktlinsen heraus. Ohne Brille sah ich mir irgendwie gar nicht ähnlich, fand ich. Mein Gesicht wirkte schlanker, als mit Brille, und die Farbe meiner Augen noch intensiver.
Ich band mir die Schürze um und ging hinter die Bar. Viele der jungen „Männer“ saßen sabbernd vor mir, als ich sie bediente.
Ihre Gedanken waren echt dreckig und ich hätte sie lieber nicht gehört. Nach einer Weile aber hörte ich Gedanken, bei denen mir die Stimmen sehr bekannt vorkamen.
Oh nein…! Es waren die Gedanken von Jan, Johanna, Lukas, Julia und Ben. Was machen die denn hier? Sonst kommt selten jemand aus meiner Schule hierher. Schon standen sie vorm Café und überlegten, ob sie reingehen sollten. Ben und Jan wurden, ihren Gedanken nach, unfreiwillig mitgeschleppt, da Lukas nicht alleine mit den beiden Mädels weggehen wollte. Ich schnappte mir schnell eine Karte und hielt sie mir vors Gesicht, um unerkannt zu bleiben. So lief ich durch den Raum, was wohl ziemlich seltsam aussehen musste…
Sie betraten das Café.
Na toll, jetzt waren sie doch hier. Ich ging schnell zu Bianka und bat sie, die Neuankömmlinge zu übernehmen.
Auf ein Gespräch oder ihre Gedanken hatte ich jetzt echt keine Lust.
Sie nickte und ich war wirklich erleichtert. Ich konnte mir ihre Kommentare schon gut ausmalen.
So lief ich die ganze Zeit so unsichtbar wie möglich im Café umher, bis sie endlich weg waren.
Das Café war nicht sehr voll, darum setzte ich mich erleichtert an einen Tisch und stütze meinen Kopf mit meiner Hand ab.
Doch plötzlich zuckte ich zusammen.
Mist, jetzt darf ich noch mal zurück latschen, nur weil ich meinen Gelbeutel vergessen habe!
Und schon stand Ben vor mir in der Tür des Cafés und starrte mir in die Augen.
„Was… wie… du…“, stotterte er überrascht.
Ihre Brille ist weg! Oh mein Gott… sie sieht so… schön aus! , dachte er vollkommen sprachlos.
Ich lief sofort rot an und stotterte zurück: „Ich… ich arbeite… hier…“
Es kam mir vor wie Stunden, dass wir voreinander standen und er mich mit offenem Mund anstarrte. In seinen Gedanken fragte er sich, ob ich wirklich Zahra sei, denn ich sah mit Brille ganz anders aus. Tja, so ist es nun mal.
„Das… du… du bist… wunderschön!“, meinte er, immer noch verdutzt.
„Danke…“ Nervös sah ich ihn an.
Er lächelte mich an, mit einem Lächeln, das ich bisher nicht kannte.
Ich drehte mich mit einem „muss weiterarbeiten“ wieder weg und tat so, als hätte ich unglaublich viel zu tun. Nach einer Weile drehte ich mich wieder zur Tür, doch er war weg.
Er ist… weg… Hm, gut so! Jetzt kann ich wenigstens wieder in Ruhe weiterar –
BAAM.

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Kommentare

Jess schrieb am 2009-03-22 13:18:12:
Es ist echt schade, dass so wenige dir Komentare unter deine Geschichte setzen, denn sie ist echt der hammer!
Habe grade aus langeweile mit Teil 1 angefangen und dann konnte ich nicht mehr aufhören! Du schreibst wahnsinnig gut, total anschaulich und voll spannend! Auch das Thema der story ist total schön! Ich kann es kaum erwarten, bis der nächste Teil da ist!:)
LG Jess
lulu schrieb am 2009-03-20 16:44:42:
Bitte schnell weiterschreiben!!!!!
tweety schrieb am 2009-03-19 17:31:27:
Hey Elina!
Deine Story ist echt klasse.mach weiter so, ja?
Bitte stell wenn möglich das nächste kapitel schnell rein...;-)
Ich kannn es kaum erwarten weiterzulesen :-))
LG tweety
Black Berry schrieb am 2009-03-18 14:42:46:
weeeiter schreiben !! XD
!!! schrieb am 2009-03-18 13:06:14:
Du kannst doch nicht einfach aufhören!
Ich will wissen wie es weitergeht!
Und bite lass dir nicht wieder so viel Zeit!
LG

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