Dunkle Gedanken (Kapitel 11)
von
Elina
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Als ich die Augen wieder öffnete, lag ich zu Hause in meinem Bett.
Es war still. Zu still.
Leise konnte ich im Wohnzimmer die Gedanken von sechs Leuten hören, sie waren nur so durcheinander, dass ich erstens nicht verstand was sie dachten und zweitens, nicht wer die Personen waren…
Was ist überhaupt passiert? Ich war doch gerade noch im Café…?
Ich versuchte aufzustehen, doch kaum wollte ich einen Schritt gehen, klappten meine Beine zusammen und mir wurde schwindlig. Mit einem lauten Knall fiel ich zu Boden.
Was…? Warum bin ich so schwach…?
Langsam hangelte ich mich wieder ins Bett. Kurz darauf standen Rafael, Tessa, Emilie, Hannah, Nadine und Ben in meinem Zimmer.
Hannah sprang mir um den Hals, Emilie kam auch ans Bett und erkundigte sich: „Hey Zahra, wie geht’s dir jetzt?“
Verdutzt sah ich sie an, was war nur passiert?
„Was… was ist denn überhaupt… passiert?“, fragte ich.
Ich sah in die Runde, Ben lief rot an und sah aus dem Fenster. Tessa packte mich an den Schultern und schüttelte mich.
„Jetzt sag nicht, du weißt nichts mehr!“, meinte sie aufgebracht.
Ich starrte sie ungläubig mit offenem Mund an. Anscheinend schienen sie mir jetzt endlich zu glauben, dass ich mich an wirklich null mehr erinnern konnte.
Rafael lächelte süffisant und erklärte mir, was ich verpasst hatte: „Also… du hast gearbeitet und bist plötzlich zusammengeklappt. Ich hab dich gerade noch auffangen können. Naja und dann hast du die ganze Zeit vor dich hin gemurmelt… hab aber kein Wort verstanden… dann ist Ben gekommen und hat sich für mich weiter um dich gekümmert, bis ich die Besucher rausgeschickt habe. Und dann haben wir dich Heim gebracht; wo deine Freundinnen auf dich gewartet haben…“
Er lächelte mich an und dachte: Mann, Mädel, du hast uns vielleicht erschreckt!
Ich senkte meinen Kopf und murmelte: „Es… tut mir Leid, dass ich euch so viel Umstände gemacht habe…“
Alle lachten mich an, bis auf Ben. Dieser sah noch immer aus dem Fenster.
In seinen Gedanken sah ich, wie ich am Café am Boden lag und er mich in seinen Armen hielt. Ich murmelte etwas. Mist, die Gedanken der anderen waren zu laut, als dass ich verstehen hätte können, was ich da vor mich hin flüsterte.
„Ähm… kann ich mal mit Ben alleine reden, bitte?“, sagte ich in die Runde.
Tessa und Emilie sahen mich fragend an. Lächelnd nickte ich ihnen zu.
Sie schnappten sich meine Schwestern und Rafael und verließen den Raum.
Was will sie von mir? Ben war verwirrt und vorsichtig.
„Warum willst du mit mir reden?“, fragte er, den Kopf immer noch zur Seite gerichtet. Wow, er sagte wirklich fast immer das, was er dachte!
„Was ist passiert? Im Café meine ich…“, setzte ich an.
„Du hast Rafael doch gehört, oder…?“, meinte er schlicht. Er wollte sichtlich nicht darüber reden.
„Nein, ich meine, als ich am Boden lag und du mich… gehalten hast…“ Ich wurde etwas rot.
Das war irgendwie peinlich, aber ich wollte es unbedingt wissen.
„Woher weißt du…?“ Er unterbrach sich selbst.
Oh Mist, schon wieder! Ich hätte ja eigentlich gar nicht wissen können, dass er mich gehalten hatte.
In seinen Gedanken tauchte wieder das Bild von mir auf.
Diesmal sah ich es genauer. Ich klammerte mich an seine Jacke und murmelte: „Geh nicht weg… Bleib bei mir… bi… tte…“ Er nahm meine Hand, die sich an ihm festgekrallt hatte und flüsterte zurück: „ Schon gut, ich bin ja da… keine Angst…“
Mein Kopf bekam augenblicklich die Farbe einer Tomate. Oh mein Gott! Was habe ich nur gesagt!!! Und nach Hause getragen hatte er mich auch noch!
„Nichts…“, flüsterte Ben inzwischen und unterbrach somit seine Gedanken.
Nun sah ich ihn verwirrt an. Wie was nichts?
„Was nichts…?“, fragte ich immer noch perplex, denn seit den Bildern in seinem Kopf hatte ich den Faden des Gesprächs verloren.
„Es ist… nichts passiert, im Café.“, erklärte er.
Ok, ihm war das wohl genauso peinlich wie mir…
Ich hob meinen Tomatenkopf und lächelte ihn an. „Schon gut… und es tut mir Leid, falls doch was war. Ich hab es nicht so gemeint…“
Er sah mich immer noch nicht an, doch von der Seite konnte ich sehen, dass sich sein Gesichtsausdruck änderte. Es sah nun nicht mehr so aus, als sei ihm etwas peinlich, nein, er sah nun irgendwie sauer aus.
„Schon gut… es muss dir nichts Leid tun…“, presste er heraus.
Ich verstehe dieses Mädchen einfach nicht!!!
Das wiederholte sich in seinem Kopf wie ein Echo.
Er drehte sich zur Tür, sagte, er müsse nach Hause und verließ schnell das Zimmer.
Ich war halb aufgestanden und starrte nun verdutzt die Tür an.
Was ist passiert? Habe ich was Falsches gesagt? Oh Mann, kein Wunder, dass ich keinen Freund habe… Ich verstehe Jungs einfach nicht! Und andauernd läuft einer vor mir davon! Genau deswegen will ich keinen Freund!
Und wie Ben sich schon gedacht hatte, kein Junge versteht mich richtig!
Tessa kam ins Zimmer und sah mich herausfordernd an. „Was ist passiert? Warum ist Ben wie von der Tarantel gestochen aus dem Haus geflüchtet?“
Ich ließ mich wieder aufs Bett plumpsen und seufzte. Nachdem ich ihr erklärt hatte, was passiert war, gab sie mir erst mal eine Kopfnuss.
Ich hielt mir den Kopf. „Au.. was soll das?“
„Du bist echt doof!“, meinte sie. „Er hat sich anscheinend wirklich darüber gefreut, dass du ihn „gebraucht“ hast! Immerhin ist er ein Macho.“
Häh? Jetzt verstand ich gar nichts mehr. Warum sollte er sich über so was freuen, ich meine, es ist ja nicht so, dass er mich gerne gehalten und nach Hause getragen hat…
Tessa sah meinen fragenden Blick und erklärte mir: „Schau, du hast uns doch erzählt, dass er versucht hat dich anzumachen, oder?“
Sie wartete, bis ich nickte.
„Ja und jetzt hast du endlich gesagt, dass du ihn brauchst, auch wenn es nur in ohnmächtigem Zustand war und du garantiert nicht ihn gemeint hast.“
Hm, das war irgendwie logisch… Endlich hatte er quasi „Erfolg“ bei mir. Aber deswegen gleich sauer zu werden? Er hatte wohl doch einen großen Stolz.
„So sind Machos halt…“, schloss sie ihre Erklärung.
Hm, aber warum hatte ich so einen Stuss geredet…? Wen hatte ich wohl wirklich gemeint?
„Mann, weißt du, in der Schule bist du wirklich die Beste und so, aber was Jungs angeht, da hast dus wirklich nicht drauf.“, sagte Tessa gerade.
Da musste ich ihr leider Recht geben, denn was Jungs anging, war ich noch vollkommen unwissend.
Ich ging mit ihr langsam die Treppe runter ins Wohnzimmer, wo meine Familie, Emilie und Rafael gerade um den Tisch saßen und Karten spielten. Gerade als wir reinkamen, sprang Rafael auf und jubelte.
Er hatte gerade Hannah bei ihrem Lieblingsspiel geschlagen.
Wow, nicht schlecht. Noch nicht mal ich hatte gegen sie eine Chance.
Ich versuchte rauszubekommen, was sie dachte, doch ich hörte nichts. Was war nur los? Die Gedanken der anderen konnte ich ohne weiteres klar und deutlich hören, aber ihre nicht.
„Rafa hat geschummelt!“, rief sie enttäuscht und fiel mir um den Hals.
Ich lächelte sie an und meinte: „Dann musst du das nächste mal eben auch schummeln!“
Sie sah mich
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Kommentare
Nadine schrieb am 2009-06-06 21:47:39:
wow :) deine geschichte is voll toll ^^ bin gespannt wies weiter geht
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