Dunkle Gedanken (Kapitel 13)
von
Elina
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Emilie ließ mit mir zusammen den Zettel und hielt sich den Mund zu, um nicht sofort los zu kreischen. Das gefiel ihr, natürlich. Sie versuchte ja schon lange, mich mit irgendeinem zu verkuppeln.
In Gedanken malte sie sich aus, wie ich mit ihm ausgehe.
„Hör auf damit!“, zischte ich ihr leise zu.
Sie nickte und sah mich mit blitzenden Augen an. So schnell würde sie nicht aufgeben.
Ich seufzte und machte mich an die Antwort.
Nein, warum? Sieht es denn so aus…?
Ich faltete den Zettel und ich meinte, seine Antwort schon jetzt zu kennen… Denn er bildete sich ja ein, dass Ben was von mir wollte.
Als er den Brief las, breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus.
Aja, dann hat er es wohl noch nicht hingekriegt…
Wusste ich doch, dass er sich wieder so was denken würde.
Ich sah zu den Pit hinter, traf jedoch auf halben Weg Bens Blick. Er sah mich halb fragend, halb enttäuscht aus seinen dunkelgrünen Augen an.
Ich verstehe dich nicht… Warum nur verstehe ich dich nicht? Jedes andere Mädchen verstehe ich, außer dir. Wieso … flirtest du mit so einem?!
Es war, als würde er sich stumm mit mir unterhalten. Als wüsste er, dass ich seine Gedanken lesen konnte. Eine Weile sahen wir uns nur an. Ich weiß nicht, warum, aber ich konnte nicht wegsehen.
Doch dann riss ich mich los. War ich denn total irre? Er würde sich nur wieder einbilden, seine Anmachsprüche würden wirken!
In dem Moment kam von hinten Pits Antwort.
Was schreiben die denn?
Ich ignorierte Bens Gedanken und faltete den Zettel auseinander.
Oh, wie wäre es dann mal, wenn du mir mal eure Stadt zeigst? Dann kann auch keiner eifersüchtig werden. Oder ist dir das nicht recht, weil du lieber mit jemand anderem weggehen würdest?
Jetzt aber! Was wollte er denn noch alles wissen?! Selbst wenn ich in jemanden verliebt wäre, würde ich es ihm nie sagen oder schreiben!
Also beschloss ich, diese Frage einfach zu übergehen und antwortete:
Ich habe die ganze Woche bis auf Donnerstag und Freitag Zeit, also von mir aus gerne…
Wieder grinste er, als er den Zettel las.
Sie ignoriert meine Frage. Entweder sie ist verliebt und will es mir nicht sagen, oder sie findet, dass ich ihr zu nahe getreten bin.
Da hat er aber mal Recht! Ich grinste, er hatte eine ziemlich gute Menschenkenntnis. Aber versuchen kann man es ja mal…
Wie wäre es mit Freitag gleich nach der Schule?
Ich antwortete ihm, dass ich ihn gerne umher führen würde und damit stoppte seine Zettelflut auf mich. Emilie sah mich fragend an und ich zeigte ihr mit meinem Blick, dass ich ihr alles später erklären werde.
Die Stunde war schnell vorbei und kaum hatte es gegongt, stürmte Tessa zu mir herüber und Emilie drehte sich mir zu. Natürlich wollten sie wissen, was ich mit Pit geschrieben hatte. Da allerdings Zimmerwechsel anstand, packten wir erst zusammen und ich erzählte ihnen alles im Flur.
Emilies Augen strahlten. Sie liebte es, jemanden zu verkuppeln, sobald Potential bestand.
„Hey, Emilie, keine Verkupplungsversuche, klar?“, stellte ich gleich klar.
„Okay…“, murmelte sie enttäuscht.
Doch in ihren Gedanken sah ich, dass sie noch lange nicht aufgegeben hatte. Ich seufzte wieder und zusammen schlenderten wir durch die halbe Schule.
Pit kam zu mir und bedankte sich für den Rundgang durch die Stadt am kommenden Freitag und die Gedanken meiner Freundinnen überschlugen sich.
Ben, der direkt hinter uns lief, hatte alles gehört und in seinen Gedanken tummelten sich die Schimpfwörter, die er Pit am liebsten gesagt hätte. Was hat er nur gegen ihn?
Also ich fand ihn ja ganz nett und lustig schien er auch zu sein.
Der Tag verging ziemlich normal. Nichts Außergewöhnliches. Das machte mir fast schon Hoffnung, doch noch ein einigermaßen normales Leben zu führen, soweit das bei meiner Gabe möglich war…
Am nächsten Tag dann war Donnerstag. Es war der Tag, an dem ich IHM Nachhilfe geben musste.
Würde ich nicht zehn Euro pro Stunde bekommen, würde ich es sowieso nicht machen. Aber da ich so unabhängig wie möglich sein will, muss ich alles nehmen, was möglich ist.
Also trottete ich, nachdem ich Hannah beim Kindergarten abgeliefert hatte, in die Schule. Als ich auf die Uhr sah, hatte ich nur noch 5 Minuten.
Oh nein! Ich musste mich beeilen!
Ich rannte also so schnell ich konnte und stürmte ins Klassenzimmer. Doch es war etwas im Weg… ich fiel zurück, wurde jedoch festgehalten und nach vorn gezogen. Schließlich fiel ich kopfüber ins Zimmer, als es gongte. Ich war in Pit rein gerannt und lag nun in seinen Armen am Boden!
Die Gedanken meiner Mitschüler fixierten uns und ich versuchte den Gedankenschwall zurückzuhalten.
„Es tut mir so Leid!“, kreischte ich etwas zu hysterisch und sprang auf.
„Du gehst ja ganz schön ran!“, scherzte er lachend.
„Ich gehe gar nicht ran! Das war ein Unfall!“, schrie ich aufgebracht. Also, nein, so eine Meinung über mich zu haben sollte er noch nicht mal im Scherz sagen!!!
Pits Lachen verstummte sofort und er hob entschuldigend die Hände. „Schon gut… ganz ruhig… das war nur ein Scherz…“, stammelte er.
Das war mir nun unendlich peinlich und mein Gesicht bekam eine rote Färbung.
„Tut… tut mir Leid…“, meinte ich kleinlaut.
„Nein, du hast vollkommen Recht! Über so was macht man keine Scherze. Außer ich bin derjenige der sie macht!“
Ben stand grinsend hinter mir. Natürlich war er wieder zu spät.
Und was sollte… dieser Kommentar?!
„W… Was soll dieser Spruch?!“, motzte ich ihn an. Also echt, sind hier alle verrückt geworden?!
Was haben die eigentlich gemacht, bevor ich gekommen bin? , fragte er sich nun in Gedanken.
Was? Er wusste noch nicht mal um was es ging?! Wie kann man so ein Idiot sein?!
Wieder verzieht sie den Mund… Was passt ihr jetzt wieder nicht?
Irritiert blickte mich Ben an.
Argh, das schien eine Angewohnheit von mir zu sein, immer den Mund zu verziehen, wenn mir was nicht passte. Also versuchte ich zu lächeln und mich zu entschuldigen.
Doch in dem Moment rempelte mich jemand von hinten. Eine Stimme entschuldigte sich in höchsten Tönen.
Ich jedoch verlor wieder den Halt und fiel nach vorne. Diesmal in die Arme von Ben. Aber das war zu meinem Bedauern nicht alles. Denn durch den Aufprall auf den Boden verlor meine Brille und war blind wie ein Maulwurf. Schockiert krabbelte von ihm.
„Es… es tut mir so Leid!“; murmelte ich erneut an diesem Tag und sah ihm ins Gesicht, von dem ich allerdings nicht viel erkennen konnte.
Er saß mit offenem Mund da und starrte mich an. Was hat er jetzt schon wieder? Sein Kopf war für einen Moment stumm, doch ich hatte sowieso keine Zeit für so was.
Dann beschloss ich, meine Brille zu suchen, doch dann hörte ich ein Geräusch, das mich erahnen ließ, wo sie war. Mein Lehrer war darauf gestiegen... Oh nein! Ohne Brille war ich verloren!
Ich stand auf und nahm die Überreste meiner Brille entgegen. Na toll.
„Oh, das tut mir Leid. Hast du eine Ersatzbrille dabei?“, fragte er. „Nein… aber zu Hause habe ich Kontaktlinsen…“, seufzte ich.
Er schickte mich
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Kommentare
Leeza schrieb am 2009-11-23 20:50:15:
hier ist noch kein kommi...
hab grad alles auf einen rutsch gelesen und zum glück gehts noch etwas weiter
ich liebe deine geschichte ♥♥♥
man kann sich total gut mit zaza^^ identifizieren... (teilweise ;))
suuuper
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