Dunkle Gedanken (Kapitel 18)
von
Elina
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Sie wurde etwas rot und ihre Mundwinkel wanderten nach oben.
Ja danke, ich wusste gar nicht, dass sie es so hasste meine Freundin zu sein.
„Versteh mich nicht falsch.“, meinte sie schnell. Hatte sie meine Gedanken lesen können oder sah man es meinem Gesicht schon an?
„Ich werde mein Versprechen halten.“, flüsterte sie und sah auf den Tisch.
Die Kribbelwelle durchfuhr mich erneut und am liebsten wäre ich vor Freude durch das ganze Café gehüpft, aber ich riss mich dann doch zusammen.
Was sollte denn das? Gut, ok, verliebt sein. Aber sich deswegen am liebsten wie ein Irrer aufführen? Das war doch nicht normal!!!
Oder war es das, was andere unter Liebe verstanden?!
„An was denkst du gerade?“, fragte mich Zahra in dem Moment und riss mich aus meinem inneren Kampf.
„Ni… nichts Besonderes…“, versuchte ich und hoffte, sie würde mir glauben.
Natürlich tat sie es nicht.
„Dann hätte ich es gehört… Du hasst entweder hasserfüllte Gedanken oder…“, sie sprach nicht weiter.
Gedanken der Liebe…, dachte ich den Satz zu Ende und der Kribbelalarm begann erneut.
Sie nickte. Das konnte sie nun wieder hören.
„Es war eher das zweite…“ Ich sprach so leise, dass ich mir nicht sicher war, ob sie es überhaupt hören konnte.
„Ah ja…“, flüsterte sie genauso leise zurück und verstummte dann.
Wieder dieses Kribbeln. Mann, so langsam machte es mich echt nervös.
Die Bedienung kam wieder. „Wollen Sie etwas bestellen?“
Wieder sah sie mich lächelnd an. Ich schüttelte genervt den Kopf und sah Zahra fragend an.
Diese sah komischerweise total verärgert aus. Was hatte sie denn?
„Nichts.“, sagte sie und ich war mir nicht sicher, ob sie auf meinen Gedanken oder die Frage der Bedienung antwortete.
Wieder wandte sich die Kellnerin an mich. „Sind Sie sicher?“
Bevor ich antworten konnte, atmete Zahra wütend aus und meinte nachdrücklich: „Er hat schon gesagt, er will nichts!“
Wow, was hatte sie denn? Wieso flippte sie so aus?
„Schon gut…“, murmelte die Kellnerin und hob entschuldigend die Hände.
Dann ging sie wieder.
Ich konnte mich nicht zurückhalten, ich musste sie einfach fragen: „Was hast du gegen die Kellnerin?“
Sie verschränkte demonstrativ die Arme und blickte zur Seite. „Ihre Gedanken sind einfach nur dreckig. Und dass ich sie lesen kann ist ein Anzeichen, dass sie es nicht mal aus Liebe gedacht hat!“
Ich betrachtete sie einen Moment. Die Bedienung hatte schmutzige Gedanken?
Über mich…?, schoss es mir durch den Kopf.
„Über wen denn sonst.“, meinte Zahra mit schneidiger Stimme.
War sie etwa… eifersüchtig?
„Ach was!“, schnaubte sie und sprang wutentbrannt auf. „Wieso sollte ich auf so eine… Kellnerin eifersüchtig sein?!“
Hm… sie hatte aber nicht gesagt, dass es nicht wegen mir war, dachte ich mir lächelnd.
Wieder dieses Kribbeln, als würden tausend Ameisen durch mich durch krabbeln.
„Ach Quatsch! Du bist so eingebildet! Nicht jede, die nett zu dir ist, ist auch gleich in dich verliebt!“, kreischte sie nun deutlich hysterisch.
„Ganz ruhig…“, setzte ich an, doch sie war schon auf dem Weg zum Ausgang. Was hatte sie denn nur, wieso war sie immer nur am davon rennen?!
Ich lief ihr schnell hinterher. „Warte, Zahra!“
Ich genoss es, ihren Namen auszusprechen, was mich aber nicht vor dem Kribbeln verschonte.
Schnell hatte ich sie eingeholt und hielt sie am Handgelenk fest.
Sie blieb zwar stehen, sah mich allerdings nicht an.
„Tut mir Leid… ich bin wirklich ein arroganter Macho…“, erklärte ich ihr und meinte es wirklich ernst.
„Ja, du bist wirklich ein Idiot!“, schnaubte sie. „Aber ein ziemlich ehrlicher…“, fügte sie seufzend hinzu.
Hm… ja… zumindest fast immer.
Sie hatte sich immer noch nicht zu mir umgedreht, als sie weitersprach: „Sag mal, warum bist du derzeit so nett zu mir?“
Eine gewisse Verwirrtheit schwang in ihrer Sprache mit.
Eine Welle der Wärme durchflutete meinen Körper und das Kribbeln begann erneut. Ja, warum wohl?
„Ich bin immer nett.“ Ich grinste sie an, als sie kurz den Kopf in meine Richtung drehte.
„Jaja.“, meinte sie genervt und drehte sich wieder weg.
Langsam ließ ich ihre Hand wieder los.
Sie drehte nun ihren ganzen Körper zu mir und starrte mich durchdringend an. „Jetzt komm schon, warum bist du derzeit so nett zu mir? Sonst habt ihr mich immer geärgert und über mich gelästert. Warum also jetzt nicht mehr…?“
In ihrem Gesicht spiegelte sich ein Fragezeichen.
Hm… das war eine gute Frage. Warum hatte ich mich plötzlich in sie verliebt? Sie war doch schon die ganze Zeit in meiner Klasse gewesen. Warum also ausgerechnet jetzt…?
Ich wusste es selbst nicht. Aber seit ich sie näher kannte, mochte ich sie.
„Hm… seit ich dich näher kenne, bin ich zu der Entscheidung gelangt, dich nicht mehr zu ärgern. Du wirkst nämlich etwas einsam.“, meinte ich und grinste.
Das war nicht ganz die Wahrheit, kam dieser aber schon ziemlich nahe. Und dass ich... ich sie... li... liebte... das zu sagen, dazu war ich nicht im Stande, zumindest noch nicht.
„Einsam?“, fragte sie und verzog wie üblich ihren Mund.
Selbst das liebte ich. Es sah wirklich süß aus.
Oh mein Gott, was dachte ich nur?
Ich nickte, nicht fähig ein Wort von mir zu geben.
Ich war wirklich ein Feigling!
Ihr Gesicht wurde rot und ihre Augen verengten sich. Oh oh… kein gutes Zeichen.
„Ich. Bin. Nicht. Einsam!!!“, rief sie aufgebracht. „Und falls du denkst, ich hab es nötig mich bei irgendjemandem auszuheulen, dann garantiert nicht bei dir! Du aufgeblasener Macho!“
Damit lief sie davon. Wa… was sollte denn das? So hatte ich es doch nicht gemeint! Wie kam sie auf so was?
Doch es war zu spät. Sie war schnell. Sie war weg, bevor ich ihr irgendetwas erklären konnte. Wieso nur musste es immer so weit kommen?!
Warum war sie immer gleich sauer auf mich? Was hatte ich denn schon schlimmes gesagt?
Und wieso verstand ich sie inzwischen immer noch nicht besser?
Das war so schrecklich!!!
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Kommentare
lu schrieb am 2009-11-03 16:51:49:
auch ganz schnell weiter XD
!!! schrieb am 2009-11-02 14:05:36:
Bitte ganz schnell weiter!!!
LG
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