Dunkle Gedanken (Kapitel 20)
von
Elina
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Zahras Woche der Folter?
Stumm betrachtete ich sein Gesicht. Er schien sich zu freuen. Wirklich zu freuen. Und ich war sprachlos. Komplett sprachlos.
Ich konnte nichts hören. Kein Flüstern, kein Kommentar, nichts.
Ich konnte seine Gedanken nicht hören.
Und das machte mich unsicher. Wenn ich die Gedanken anderer nicht hören konnte, wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte.
Nachdem ich ihn eine Weile stumm angestarrt hatte, in der verzweifelnden Hoffnung einen Pieps von ihm zu hören, sah er mir direkt in die Augen und flüsterte: „Heißt das…?“
Ja, das hieß es… Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Sollte ich mich freuen oder nicht?
Ich nickte stumm. Ich wusste nicht, ob meine Stimme gehalten hätte.
Anscheinend musste ich ziemlich deprimiert gewirkt haben, denn sein Lächeln, sein wahres Lächeln, verschwand mit einem Mal. „Ich habe dir doch gesagt, du musst das nicht tun…“
Energisch schüttelte ich den Kopf und verzog meinen Mund. Das musste ich mir wirklich mal abgewöhnen…
„Und ich habe dir schon mal gesagt, dass ich mein Wort halten werde.“
Diese Situation war wie ein Déjà-vu Erlebnis.
Wie am Wochenende im Café. Immer noch nicht wusste ich, was ich davon halten sollte.
„Aber warum…? Ich sehe dir doch an, dass es dir nicht gefällt.“, murmelte er.
Mir gefällt es nicht… war das wirklich so? Ich konnte es nicht sagen. Einerseits hasste ich Ben manchmal wenn er sich aufführte wie ein Macho, aber seit ich ihn genauer kannte, wusste ich, dass er gar nicht so ein Idiot war, wie ich immer dachte.
Er war eigentlich total nett. Ich konnte nicht leugnen, dass mein Herz bei diesem Gedanken schneller schlug.
Was soll denn das? Ich wollte doch nicht ernsthaft was von IHM.
Oder etwa… doch?
Nein! Energisch schüttelte ich den Kopf.
„Also hast du wirklich nichts dagegen?“, hakte Ben nach.
Oh… jetzt hatte er das Kopfschütteln auf seine Frage bezogen!
Doch eigentlich hatte er Recht… ich hatte nichts dagegen. Außerdem wäre es ja nur für eine Woche… nach einer Woche wäre alles vorbei.
Irgendwie hatte dieser Gedanke nicht die erheiternde Wirkung, auf die ich gehofft hatte.
Nein, eher im Gegenteil… „Hey Zahra was ist los? Du siehst schockiert aus.“
Ich konnte mein Gesicht in seinen Gedanken sehen und erschrak noch mehr.
Mein Ausdruck war wirklich schockiert.
Das verwirrte mich. Das alles war so verwirrend. Was war nur los? Ich verstand mich selbst nicht mehr.
„Wann… ab wann sollen wir…?“ Oh Gott, wie peinlich. Ich konnte nicht weiterreden.
Wieder wurden seine Gedanken blank. Wieder konnte ich nichts hören.
Sein Gesicht war nun genauso rot wie meins.
„Ab… morgen?“, fragte er zögernd. Seine Stimme war nur noch ein Wispern.
Ich nickte. Mein Hals war wie zugeschnürt.
So hatte ich mir das nicht vorgestellt mit meinem ersten Freund.
Aber ich hatte weniger dagegen als ich dachte und das verunsicherte mich.
Mochte ich ihn wirklich…? Und wenn ja, wie sehr?
Mein Herz pochte immer noch hart gegen meine Brust. So laut, dass ich schon Angst hatte, er könnte es hören.
Wieder entstand diese Stille, die so unangenehm war, da sie mir wieder klar machte, dass ich nichts hören konnte.
„Was denkst du gerade…?“, platze es aus mir heraus.
Ich hielt mir den Mund zu, nicht dass er noch mehr Unerwünschtes von sich gab.
„Du kannst meine Gedanken nicht hören?“ Sein Gesicht spiegelte Verwirrtheit.
Würde ich sonst fragen?!, schoss es mir ärgerlich durch den Kopf.
„Nein…“, presste ich heraus.
Verwundert kratze er sich am Kopf und lächelte.
Oh mein Gott!
Mein Herz setzte kurz aus. Da war es wieder, das wahre Lächeln von ihm. Und wenn er so lächelte, sah er einfach unwiderstehlich aus.
Und es war ansteckend. Meine Mundwinkel bewegten sich automatisch nach oben.
Er kam ein paar Schritte auf mich zu, immer noch lächelnd.
Wie angewurzelt stand ich da, starrte ihn an und konnte mich nicht bewegen.
Dann stand er unmittelbar vor mit und hob langsam seine Hand.
Es gongte, doch das störte ihn nicht.
Seine Hand wanderte zu meiner Wange und strich sanft darüber.
Ich war wie paralysiert von dem sanften Ausdruck in seinen Augen. So sanft, dass ich am liebsten die Zeit angehalten hätte, nur um diesen Anblick zu erhalten.
„Ben…“, setzte ich an, doch er legte mir seinen Zeigefinger auf den Mund.
Langsam hörte ich die Stimmen unserer Mitschüler immer lauter werden.
Oh nein…!
Plötzlich ging die Tür auf, ich zuckte zusammen und sprang einen Schritt zurück. Doch dort befand sich zu meinem Unglück ein Stuhl und ich drohte, darüber zu fallen, hätte Ben es nicht bemerkt und mich am Arm zu sich gezogen.
Nun lag ich also in seinen Armen, erstarrt vor Schreck. Das hätte böse enden können…
„Oh Mann, pass auf, wo du hin springst!“, seufzte er mit besorgtem Ausdruck.
Ich wollte mich seinem Griff entziehen, doch er ließ es nicht zu.
Immer mehr Schüler kamen ins Zimmer und blickten uns überrascht und eifersüchtig an.
Wa… Was starrten sie uns denn so an?
Dann kamen Emilie und Tessa und grinsten, als sie mich sahen. Oh ja… ihre Gedanken hätte ich gar nicht hören müssen um zu wissen, was sie dachten.
„Erste Probe bestanden.“, flüsterte mir Ben ins Ohr und lächelte wieder sein bezauberndes Lächeln.
Aber Moment… Probe?
Ich verzog zweifelnd den Mund. Was hat er jetzt schon wieder vor?
„Bevor du mir jetzt wieder beleidigt bist, nein, ich will nicht damit angeben oder Sonstiges.“, erklärte er mir sofort, als hätte er MEINE Gedanken gelesen.
„Was meinst du dann mit Probe?“, fragte ich immer noch abwehrend.
„Naja… ich wollte nicht, dass die anderen schlecht über dich reden oder so… auf jeden Fall sollen sie sich schon mal… an den Anblick… ähm… gewöhnen.“
Sein fragendes Gesicht war echt lustig. Ich glaubte, er hatte selbst nicht recht gewusst, was er redete.
Ich kicherte leise, was ihn beruhigte. Er entspannte sich und ließ mich los.
Dann räusperte er sich und fragte mich leise: „Willst du vielleicht… mit mir ins Kino gehen…?“
Ich musste lächeln, so schüchtern war er wirklich niedlich.
Ah… Moment… was zum…? Was breitete sich denn in meinen Gedanken aus?!
„Okay…“, flüsterte ich zurück. Ich war ja jetzt seine Freundin, da würde es irgendwie seltsam wirken, wenn ich es ablehnen würde.
Wir machten uns also für den nächsten Tag aus und setzten uns wieder an unsere Plätze.
Die Gedanken unserer Mitschüler überschlugen sich mal wieder:
Wow, ich wusste gar nicht, dass zwischen den beiden was läuft!
Wieso hat er diese Tussi genommen? Ich bin viel hübscher!
Woah… das Zahra auch Interesse an Jungs hat…
Ben… warum? Warum sie?!
Naja, hübsch ist sie ja schon… aber charakterlich kann man sie echt vergessen!
Nach diesem Gedanken hatte ich keine Lust mehr, mir noch mehr Beleidigungen anzuhören und versuchte, mich auf die Landschaft draußen zu konzentrieren.
Hm… alles war weiß. Der Schnee bedeckte die Bäume und manche Autos. Es sah alles sehr friedlich und romantisch aus.
Moment… was ist an Schnee romantisch? Bin ich jetzt komplett irre geworden?!
Aber wenn es draußen
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Kommentare
lu schrieb am 2009-12-10 20:26:01:
schnell weiter
faraday schrieb am 2009-12-10 19:32:05:
ich kanns nicht erwarten dass es weitergeht... freu mich so...x D
Leeza schrieb am 2009-12-09 22:38:23:
schnell weiterschrieben !!!
jenny schrieb am 2009-12-09 18:52:41:
ich finde deine geschichten so hamma! schnell weiter machen=)
lg jenny
!!! schrieb am 2009-12-09 15:51:42:
Hey schreib ganz schnell weiter!!! Die story ist voll interessant!!! Deine andere aba auch!!!
LG
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