Dunkle Gedanken (Kapitel 21)
von
Elina
1
Schon wollte sie loslaufen, doch Emilie und ich stürzten uns auf sie.
„Jetzt warte doch mal!“, bat ich sie hektisch.
Tu ihm nicht weh!, schrie etwas in mir.
„Er… er hat gesagt, ich müsse es nicht machen, wenn ich nicht wollte.“, fügte ich schnell hinzu, bevor sie sich befreien konnte.
Nun saßen wir alle drei auf dem Teppichboden. Tessas Gesichtsausdruck wechselte von zornentbrannt zu völlig überrumpelt.
„Wieso…?“, setzte sie an. Emilie sah mich nur an.
Jeder von uns wusste, was sie wissen wollte.
Wieso hatte ich es dennoch gemacht? Warum hatte ich sein Angebot nicht angenommen? Dann wäre ich frei geblieben.
Doch ich konnte die Frage nicht beantworten. Es war eine Wette, war es das, was mich mein Wort halten ließ?
Als ich ihr nicht antwortete, klappte plötzlich ihr Mund herunter und sie machte große Augen. „Du… hast dich doch nicht etwa…“, wieder sprach sie es nicht aus.
Emilie fing an zu strahlen. „Wie romantisch!“
Ich verdrehte die Augen. Bei Emilie war wohl alles romantisch…
„Ach Quatsch… ich halte nur zu meinem Versprechen.“, versuchte ich mir und ihnen einzureden.
Doch das Gefühl, das ich dabei hatte, sagte mir etwas komplett anderes.
Wieder seufzte ich und sah die beiden an. Sie hatten mir nicht geglaubt.
Hm… ich hatte nicht gerade überzeugt gewirkt.
„Aber ich hab da mal ne Frage.“, versuchte ich abzulenken, „Was macht man als Paar?“
Das überforderte mich wirklich… ich hatte keine Ahnung von sowas. Ich hatte ja schließlich noch nie einen Freund.
Tessa fing an zu grinsen. „Ach komm, Zahra… sei nicht so naiv. Was macht man wohl als Pärchen?“
Emilie war mir da schon eher eine Hilfe: „Händchenhalten, sich jeden Tag etwas ausmachen, sich umarmen.“
„Und das hier.“ Tessa schürzte die Lippen.
Oh mein Gott!
Sofort lief mein Gesicht rot an. „Was…? Meint ihr echt?“
Wenn ich da an meinen ersten Kuss mit ihm zurückdachte… wenn man überhaupt Kuss nennen konnte…
Katastrophal!
„Das macht man nun mal, wenn man verliebt ist!“, erklärte Emilie lächelnd.
Klar, sie fand das wieder total romantisch.
„Ich bin nicht verliebt!“, presste ich heraus.
Emilie sah mich mitleidig an. Was hatte sie denn?
„Wa… Was ist?“, fragte ich irritiert.
„Du sahst gerade total deprimiert aus.“, erklärte sie mir.
Was? Ich und deprimiert?
Das kann nicht sein.
Doch…
Sie hatte Recht… mein Gefühl war traurig, enttäuscht.
„Ich… weiß doch auch nicht, was mit mir los ist…“, jammerte ich und spürte Tränen in mir aufsteigen.
Tränen…? Ich war überrascht. Das ist für das Ableugnen, wisperte wieder diese Stimme in mir.
Was? Ich heulte, weil ich es mir nicht eingestehen wollte? Weil ich nicht zugeben wollte, dass ich diesen Idioten, der eigentlich nichts im Hirn hatte, anziehend fand?
Dass ich jedes noch so kleine Detail seines Aussehens perfekt fand?
Nein! Das konnte doch nicht sein! Ich hasste diesen Typ ein paar Wochen zuvor!
„Ach komm schon, Zahra… du kannst nicht bestimmen, in wen du dich verliebst!
Das ist nichts, das du mit deinem Verstand lenken kannst. Es passiert einfach. Wie ein Blitz, der einschlägt, wo er will.“ Emilie versank vollkommen in ihrer romantischen Welt.
„In diesem Fall wäre ein Blitzableiter hilfreich.“, murrte Tessa.
„Du kennst ihn doch gar nicht!“, platzte es aus mir heraus.
Die Zahra, die gerade sprach, war nicht ich. Ich konnte meine Zunge nicht mehr steuern, sie sagte einfach, was sie wollte!
Scheu senkte ich den Kopf und murmelte: „Ich kann doch nichts dafür… und leugnen kann ich es auch nicht mehr…“
Ich überlegte überhaupt nicht mehr, was ich sagte, ich überließ das nun vollkommen meinem Mund.
Doch dieser Satz löste in mir eine Welle des Glücks aus. Als würde eine tonnenschwere Last von meinem Herzen abfallen.
Ich musste lächeln. Dieses Gefühl war toll. Und es ließ mein Herz schneller pochen.
„Du gibst es also zu?!“ Tessa schien entsetzt. „Dieser Idiot soll der Richtige sein?“
Ungläubig blickte sie zwischen Emilie und mir hin und her.
Emilie strahlte immer noch. Für sie was dies so was ähnliches wie ein Sechser im Lotto.
Und ich gab mich geschlagen. Jetzt hatte dieser Trottel wirklich Erfolg bei mir. Ich konnte es nicht fassen. Unglaublich.
Aber so sehr ich ihn auch Trottel und Idiot nannte, meine Gefühle waren genau das Gegenteil davon.
Ich liebte ihn.
P.S. Lest doch auch meine kleine Weihnachtsgeschichte "Küss den Weihnachtsmann" und sagt mir, wie ihr sie findet :)
Danke für eure bisherige Unterstützung, ich werde mich bemühen, mehr Zeit zu finden um schnell weiterzuschreiben ^^
1
Kommentare
... schrieb am 2010-01-06 22:03:08:
bitte ganz schnell weiterschreiben...bin schon sehr gespannt...
super geschichte...
Lee schrieb am 2010-01-05 19:09:04:
japp, freue mich auf den nächsten teil.!!!!
jenny schrieb am 2010-01-05 17:46:03:
schnell weiter!! ich bin echt gespannt wies weiter geht ^^
lg
!!! schrieb am 2010-01-05 16:55:44:
Schreib schnell weita und die weihnachtsstory find ich auch schön!!!
LG
Kommentar hinzufügen