Dunkle Gedanken (Kapitel 22)
von
Elina
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Eine Gänsehaut überzog meinen Körper. Dieses intensive Gefühl war etwas vollkommen Neues für mich.
Emilie rückte näher an mich heran und umarmte mich.
„Wir schaffen das schon. Und immerhin bist du schon mal seine Freundin!“
„Eher Vorzeigeobjekt.“, bemerkte Tessa.
Da konnte ich ihr leider nicht widersprechen. Ich war mir sicher, dass er das alles nur tat, um seinen Erfolg bei mir preiszugeben und vor seinen Freunden damit anzugeben, dass er die „unnahbare“ Zahra rumgekriegt hatte.
Diesen betrüblichen Gedanken schob ich weit weg von mir, auch wenn ich wusste, dass es stimmte.
„Jetzt sieh doch nicht immer alles so negativ!“ Emilie war wirklich durch und durch optimistisch.
In Tessas Gedanken warf sie Ben gerade alle möglichen Schimpfworte an den Kopf und ich konnte es ihr nicht verdenken, schließlich meinte sie es ja nur gut und machte sich Sorgen um mich.
Wehe dieser Macho bricht ihr das Herz, dann breche ich ihm auch was!
Ihr Gedanke war so laut, dass er in meinem Kopf dröhnte.
„Danke Tess.“ Tessa wusste sofort, worauf ich anspielte, doch Emilie sah mich verwundert an. „Dir auch Emilie. Ich bin wirklich froh, so tolle Freundinnen zu haben!“ Damit umarmte ich beide und lächelte.
Hm… es war schon seltsam. Derzeit lachte ich viel öfter. Woran das wohl lag?
Ein Bild von Bens Lächeln – seinem wahren Lächeln – tauchte in meinem Kopf auf und wieder durchströmte mich dieses bereits bekannte Glücksgefühl.
Ja, ich liebte ihn. Es war unausweichlich. Ich konnte nichts dagegen tun, selbst wenn ich wollte.
Tessas miese Laune schien sich langsam zu legen, jedenfalls lachte sie nun auch wieder und in ihren Gedanken bemerkte ich, dass sie sich damit abfinden wollte.
Das einzige Problem, das es jetzt noch zu lösen galt: Wie gehe ich damit um?
Ich war noch nie so abhängig von jemandem. Er hatte mich in der Hand, auch wenn er es nicht wusste.
Und morgen sollte ich tatsächlich mit ihm ins Kino gehen. Wie sollte ich mich dann verhalten?
„Redet ihr gerade über Jungs?“
Nadine stand in der Tür und betrachtete uns zweifelnd. Ja, bisher hatte ich mich nie für solche Dinge interessiert.
„Zahra ist in –“ Ich hielt Emilie hastig den Mund zu.
„… in Mathe die Beste! Hat unser Lehrer heute gesagt!“ Tessa hatte mitgedacht.
Ungläubig hob Nadine eine Augenbraue und durchbohrte mich regelrecht mit ihrem Blick.
„Du hast also wirklich die Jungs entdeckt.“, meinte sie grinsend.
Sie war nicht dumm. Natürlich wusste sie sofort, dass es um ihr Lieblingsthema ging. Aber Gott sei Dank nicht, um wen speziell. Sie würde mich, glaubte ich, für immer hassen. Na toll… spätestens morgen würde sie es sicher erfahren, solche Gerüchte, noch dazu wenn sie von Ben dem Schulschwarm stammten, machten immer schnell die Runde.
Ich suchte gerade nach den richtigen Worten, da setzte sie sich neben uns auf den Teppich und fing zu plappern an: „Oh das ist toll. Endlich kann ich mal ein richtiges Mädchengespräch mit euch führen! Und wer ist der Glückliche?“
Sie schien in bester Laune zu sein. Ich würde ihr genauso das Herz brechen, wie mir selbst, das wusste ich.
Tessa und Emilie sahen mich bedeutungsvoll an und ich wusste, dass es sofort sein musste. Sonst würde ich mir selbst nie verzeihen können.
„Es ist… Ben.“, brachte ich schließlich heraus und kniff ängstlich die Augen zusammen.
Ich wollte nicht ihr schmerzerfülltes Gesicht sehen.
Dann erinnerte ich mich an die Situation, als Emilie mir sagte, dass Nadine ziemlich beleidigt sein würde, wenn ich ihn vergraulen würde.
Das hier war nichts dagegen.
Cool, gratuliere! Ich hoffe, er enttäuscht dich nicht!
Ihr Gedanke verwirrte mich. Sollte sie nicht eigentlich sauer, beleidigt oder enttäuscht sein?
Ich öffnete meine Augen wieder und sah ihr lächelndes Gesicht. Sie meinte das ernst. Ihre Gedanken konnte sie nicht manipulieren.
„W… Was?“ Sie brach in schallendes Gelächter aus, als sie mein verwirrtes Gesicht sah.
„Haha, dachtest du, ich wäre in ihn verliebt? Das war nur eine Schwärmerei. Er ist ja wirklich cool und gutaussehend, aber ich laufe keinem hinterher.“
Grinsend blickte sie mich aus ihren grünen Augen an. „Das habe ich nun wirklich nicht nötig.“, fügte sie hinzu.
Ihr selbstbewusstes Lächeln strahlte wie ich es noch nie gesehen hatte.
Aber halt. Ich bemerkte etwas in ihren Gedanken.
„Du hast schon wieder einen Freund?“ Ich war verblüfft, als ich den Gedanken aus dem Stimmengewirr in ihrem Kopf herausgefiltert hatte.
Doch etwas war faul. Sie wollte, dass ich es wusste. Sonst hätte ich diesen Gedanken niemals lesen können.
Sie grinste. „Ja… deswegen kannst du Ben auch haben.“
Bin ich nicht großzügig?
Ja, total großzügig, dachte ich mir die Antwort auf ihre innere Stimme.
Emilie, die Romantikerin, wollte natürlich sofort wissen, wer es war.
Nadine stand auf und setzte ein verliebtes Lächeln auf.
Sie faltete die Hände und seufzte.
Wie theatralisch. So richtig seifenopermäßig…
„Es ist Jan!“, verkündete sie mit einem leichten Seufzer.
Mein Mund stand offen und ich starrte sie ungläubig an. Ich erwischte mich dabei, wie ich ihre Gedanken durchkämmte, nicht wirklich eine Antwort suchend.
Natürlich wusste ich, dass es bei Liebe total sinnlos war einen Versuch zu starten, doch ich konnte es nicht glauben.
In ihren Gedanken waren nur die neuesten Schminktipps, Mode und ihre Freunde. Hatte sich Ben dann nur geirrt, was Jan anging?
Oder stimmte etwas mit meiner Fähigkeit nicht?
Hm… ich hatte mir damals schon gedacht, dass es seltsam war, dass ich so etwas von Ben hören konnte. Vielleicht hatte ich mich ja auch nur verhört…
Tessa schien an der Neuigkeit nichts Besonderes zu finden, doch Emilie starrte mich überrascht an.
Hat Ben sich geirrt? Ihr Gedanke war so laut, fast wie ein Ruf.
Ich zuckte mit den Schultern, ich war genauso überfragt wie sie selbst.
Nadine schien uns genau zu beobachten und wartete auf eine Reaktion von uns.
Da kam mir eine Idee. Vielleicht meinte sie einen anderen Jan?
Es gab mehrere Jans an der Schule, es musste ja nicht DER Jan sein.
„Du meinst nicht den Jan aus unserer Klasse, oder?“ Meine Stimme klang verunsichert.
Emilies Blick fixierte Nadine.
Was war denn das? Hatte sie etwa auch Interesse an Jan?
Oder kam mir das nur so vor?
„Doch.“ Ihr Grinsen verbreiterte sich. Zufriedenheit zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab.
Ich musterte Emilies Gesichtszüge bis auf den kleinsten Millimeter.
Entweder machte es ihr nichts aus oder sie hatte sich zu gut im Griff.
In ihren Gedanken fand ich nichts zum Thema „Jan“. Kein Wunder, selbst wenn sie dran denken würde, konnte ich sowieso nichts hören.
Mann, wie ich das hasste!
Tessa sah ungeduldig auf die Uhr. Solche Gespräche interessierten sie nicht im Geringsten.
Emilie lächelte schwach. „Ich wusste gar nicht, dass Jan eine Freundin hat.“
Nadine lachte. Ihr schien dieses Gespräch sehr viel Spaß zu machen.
„Hatte er auch nicht, bis heute Mittag. Aber weißt du, wir lieben uns schon lange, nur wussten wir das vom jeweils anderen nicht. Als er mir heute
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Kommentare
!!! schrieb am 2010-01-24 15:02:43:
Wann schreibst du endlich weiter???
LG
lulu schrieb am 2010-01-08 18:27:33:
echt toll c(; bitte schreib schnell weiter :D
lulu schrieb am 2010-01-07 17:28:24:
Bitte schnell weiter :D
Mörviii schrieb am 2010-01-07 13:56:56:
bitte gaaaaaanz schnell weiterschreiben :D
LG
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