Dunkle Gedanken (Kapitel 23)
von
Elina
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Emilie senkte den Kopf, dann sah sie uns beide lächelnd an und meinte, dass sie nach Hause müsse. Tessa beschloss, auch zu gehen.
„Bis morgen dann!“, rief Tessa noch, dann waren sie hinter der nächsten Ecke verschwunden.
Ich stand in der Haustür und betrachtete den rieselnden Schnee. Seit ich Hannah vom Kindergarten geholt hatte, hatte es ununterbrochen geschneit.
Inzwischen hatte sich der Schnee schon auf den Wegen angesammelt und bedeckte die Straßen. Automatisch fuhren die Leute langsamer.
Dann fiel mir auf, dass es nur noch ein paar Tage bis Weihnachten waren und dass ich mich beeilen musste, noch Geschenke zu bekommen.
Die nächsten Tage würden zu stressig werden, also war es das Beste, sofort noch loszuziehen, auch wenn es schon ziemlich spät sein musste.
Ich warf einen Blick auf die Zeit.
Aber Hannah war sonst ganz alleine…
„Ich kann zu einer Freundin gehen, wenn Zaza noch mal weg muss.“
Hannah stand hinter mir und lächelte mich an. Ihre dunklen Locken hüpften.
„Was hast du alles gehört?“, fragte ich alarmiert.
Wenn sie herausfand, dass es das Christkind nicht wirklich gab…!
„Nur, dass Zaza weg muss und ich sonst alleine bin…“
Ich seufzte erleichtert und nahm sie bei der Hand. Sie hatte bereits ihre Jacke in der Hand. Sie zog sie sich an und ich holte mir ebenfalls meinen Mantel.
Dann lieferte ich sie bei ihrer Freundin ab und machte mich auf dem Weg zum Einkaufszentrum. Eigentlich mochte ich Shoppen nicht. Es war so anstrengend.
Ja, ich war wohl in keiner Beziehung ein normales Mädchen.
Dort angekommen schüttelte ich mein Haar erst mal aus. Der Schnee klebte an meinen Haaren wie Kleber.
Ich wischte mit der Hand ein paar Mal darüber, bis das Gröbste weg war.
Nasse und klebrige Haare, wirklich toll.
Als ich den Blick in ein Schaufenster warf, sah ich meine triefende Haarpracht.
Was soll’s, dachte ich seufzend.
Jetzt aber schnell. Wie gut, dass ich schon Geschenke für meine Schwestern im Visier hatte.
Für Nadine suchte ich mir eines der Schminksets aus, die ich schon oft in ihrem Kopf gesehen hatte. Dazu ein Modeschmuckset und eine für sie schicke Tasche.
Für Hannah fand ich ein süßes Plüschschaf; sie liebte Schafe.
Dazu ein paar Stifte und ein schickes Kleidchen.
Zufrieden, endlich alles besorgt zu haben, schlenderte ich Richtung Ausgang.
Langsam begann es zu dämmern, wie das Glasdach in der Mitte des Einkaufszentrums zeigte.
„Ja, wen haben wir denn da?“, fragte eine Stimme hinter mir.
Ich drehte mich um und sah in die Gesichter dreier Mädchen. Eine davon ging in meine Klasse, Gabi, die anderen kannte ich nicht.
„Hallo, Gabi.“, erwiderte ich ihre „nette“ Begrüßung.
„Ist sie das?“ Eines der Mädchen starrte mich abwertend an.
Gabi nickte kurz dann sprach sie: „Und? Wie geht’s dir mit Ben?“
Der schneidige Unterton in ihrer Stimme war nicht zu überhören.
Ich verzog genervt den Mund. „Gut, danke der Nachfrage.“
Den Ausgang fixierend, wand ich mich zum Gehen, doch so leicht ließen sie mich nicht davon kommen. „Weißt du, wir haben uns alle gefragt, wie du es wohl angestellt hast, dass er so was macht.“ Gabi schnalzte abschätzig mit der Zunge. „Hast du ihm etwas eingeflößt, damit er dich beachtet?“, fragte eines der anderen Mädchen. Ihre dunklen Augen blitzen aggressiv.
„Wenn man sonst schon nicht beachtet wird, muss man halt mal zu solchen Mitteln greifen!“ Das dritte Mädchen lachte.
Wut kochte in mir und am liebsten hätte ich ihnen alles Mögliche angetan.
Meine Mundwinkel zuckten, doch die Worte, die in meinem Kopf wiederhallten, steckten in meinem Hals fest. Doch jemand sprach sie für mich aus:
„Wer von euch braucht wohl mehr Beachtung? Ihr seid nur neidisch, weil ihr Zahra nicht das Wasser reichen könnt.“
Diese Stimme ließ mein Herz flattern, wie hunderte Schmetterlinge.
Ben, Jan und Nadine standen an meiner Seite. Ben grinste Gabi und ihre Kumpanen angriffslustig an.
Aha, das waren also die „Freunde“, von denen Nadine gesprochen hatte.
Doch dann wurde ich nervös. So nah neben Ben zu stehen, jetzt, nachdem ich mir über so einiges klar wurde…
Oh nein… so was hatte ich mir doch fast gedacht. Ich konnte nie wieder normal mit ihm reden!
Die Mienen der drei Mädchen jedoch waren leer. Damit hatten sie nicht gerechnet.
„Ha… Hallo Ben… das… so war das natürlich nicht… gemeint…“, stotterte Gabi verlegen und schnell verschwanden sie im nächsten Laden.
Ich seufzte und mein Mund war wieder zu einem Haken verzogen.
Ben wand sich mir zu und sah mich ernst an. Seine Haare waren nass, durcheinander und dunkler vom Schnee. Doch auch das sah unheimlich gut aus.
Hah, kann ich denn nur noch so denken?
Seine Augen hatten nun eine unglaubliche Kraft. Dieses Dunkelgrün war einmalig und toll.
„Wieso wehrst du dich nicht?“, fragte er grübelnd.
Wer weiß, was die ihr noch alles erzählt hätten…
Ich starrte ihn an wie ein Schaf. Seine Schönheit ließ mein Gehirn aussetzen.
Zahra… antworte ihm!, forderte mich meine Schwester auf. Ach ja stimmt, er hatte mit mir geredet. „Ähm… ich… was sollte ich denn sagen?“
Na ganz toll. Was für ein schlauer Kommentar.
Also, sie ist ja schon etwas seltsam…
Jans Gedanke war nicht zu überhören. Aber ich wusste das ja schon immer, also machte mir es nichts mehr aus.
„Zum Beispiel die Schimpfwörter, die du mir immer an den Kopf wirfst.“
Ben lachte. Ein wunderschönes Lachen… Nein, konzentrier dich, ermahnte ich mich selbst.
„Die sind aber schon für dich reserviert.“, entgegnete ich und hätte mir selbst eine scheuern können. Was redete ich für dummes Zeug?
Nadine lachte und hakte sich bei ihrem neuen Freund unter.
„Willst du nicht mit uns mitkommen?“Ben lächelte wieder sein atemberaubendes Lächeln, das ich so an ihm so liebte. Nadine starrte ihn verblüfft an. Anscheinend hatte er ihr sein wahres Lächeln noch nie gezeigt.
Als ich stumm nickte, geblendet von seiner Schönheit, streckte er mir seine Hand einladend entgegen.
Händchenhalten, schoss es mir durch den Kopf und ließ mein Herz schneller schlagen.
Ok, ganz ruhig, sagte ich mir und versuchte meinen Atem zu kontrollieren, was mir allerdings bei meinem Herzen nur spärlich gelang.
Dennoch nahm ich sie, nervös zitternd, und hatte das Gefühl bald ohnmächtig zu werden.
Ben strich sich durch die schneeverklebten Haare und zog mich bei der Hand zu sich.
Herzklopfen. Gänsehaut.
Oh mein Gott… ob ich das überleben würde? Oder würde morgen in der Zeitung „junges Mädchen (18) an Herzinfarkt gestorben“ stehen?
Ist dir das Recht? , fragte er mich per Gedanken.
Völlig steif nickte ich unmerklich.
Mein Blick schweifte ein Schaufenster und ich starrte mein Spiegelbild an.
Ein wunderschöner Junge hielt meine Hand und ich schien irgendwie nicht ich selbst zu sein. Mein Anblick wirkte fremd. Ich schien zu strahlen, oder kam mir das nur so vor?
Auf jeden Fall glänzten meine inzwischen trockenen Haare und meine Augen wirkten intensiver.
Ach, das war bestimmt nur die Aufregung.
„Was machst du eigentlich hier?“, unterbrach meine Schwester meine
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Kommentare
lulu schrieb am 2010-01-28 21:50:50:
BItte weiter ;D
tweety schrieb am 2010-01-28 20:21:15:
Hey Elina!
Ich finde deine Gechsichte einfach nur suuuuuper! Mach weiter so aber spann uns nicht zu sehr auf die folter , ja ?
Lg Tweety
Vany schrieb am 2010-01-28 18:59:45:
ich finde deine geschichte schön (:
und ich hoffe, dass du bald mehr davon reinstellst (;
!!! schrieb am 2010-01-28 14:22:17:
Wieder ganz toll !!!
schreib schnell weiter!!!
LG
jenny schrieb am 2010-01-28 13:23:05:
hamma hamma hamma!! mehr kann ich dazu nicht sagen=)
schnell weiter schreiben^^
lg
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