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Kategorien > Fantasie und Liebe > Fantasie und liebe

Dunkle Gedanken (Kapitel 6)

von Elina

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Kapitel 2: Bens Sicht der Schule

Ich ließ mich schlaff auf mein Bett fallen. So eine dumme Schnepfe! Hatte sie mich glatt zweimal gewatscht! Aber hatte ich nicht Recht mit dem Geld? Wer gibt schon jemandem Nachhilfe, den er nicht ausstehen kann, nur damit er Geld bekommt? Wie nötig muss es diese Person haben?
Ich brauchte nicht lange, um einzuschlafen. Ich träumte nur seltsame Sachen und am nächsten Morgen konnte ich mich nicht mal mehr daran erinnern.
Ich schlenderte langsam zur Schule und sah mir die Gegend an. Meine Siedlung war ziemlich normal, sie hatte einen eigenen Kindergarten, die Schule war nicht weit weg.
Als ich gerade am Kindergarten vorbeiging, schrie gerade ein Kind über den halben Platz: „Tschüss, Zaza!“
Zaza? So ein lustiger Spitzname. Wer wohl die arme Mutter war, die so genannt wurde?
Ich drehte mich um. Da sah ich direkt in Zahras Augen. Sie hatten ein tiefes dunkelblau, was zwar echt seltsam aber schön aussah. Sie starrte zu mir herüber und drehte sich daraufhin so schnell es ging wieder um. Aber was macht sie hier am Kindergarten? Ist die Kleine ihre kleine Schwester?
Mir fiel auf, dass ich immer noch vor dem Kindergarten stand und Zahra hätte mich am liebsten weggewünscht, da bin ich mir sicher.
Aber ich wollte sie etwas foppen. „ZAAAAAHHHRAAAA! Hier bin ich!“, schrie ich ähnlich wie die Kleine, die sie weggebracht hatte.
Sie verzog ihren Mund. Sie hatte wohl gemerkt, wie blöd ich ihre Schwester nachgeäfft hatte.
Doch sie setzte sich langsam in Bewegung.
Sie hatte einen leicht genervten Gesichtsausdruck. Doch dann lief sie einfach an mir vorbei.
„Hey… warte!“ Anscheinend ist sie noch sauer.
Wieder verzog sie den Mund.
Ich lief neben ihr her und versuchte, sie über ihre Familie auszufragen. Doch wie immer wiegelte sie einfach ab.
Wieso hatte sie so eine harte Schale? „Meine Familie geht dich einfach nichts an, genauso wenig wie ich.“, meinte sie genervt.
Was…? Ich hatte doch gerade gar nichts mehr gesagt. Oder war das noch auf vorher bezogen?
Sie hielt ihre Hand auf ihrem Träger ihrer Tasche und kam mir etwas verkrampft vor.
„Hey entspann dich mal…“, schlug ich ihr vor.
Sie sah demonstrativ zur Seite. Das tat sie wohl immer, wenn sie ihre Ruhe haben wollte…
Ich musste ihr wohl voll wie ein Macho vorkommen, der jede anmacht, die ihm über den Weg kommt.
Sie lachte leise. „W… was ist?“, fragte ich sie verwirrt.
„Nichts…“, meinte sie. Ein Lächeln umspielte ihren Mund. Das sah gar nicht so schlecht aus. Und da wurde mir bewusst, dass ich sie noch nie hatte lachen sehen.
Sie sah wieder zur Seite und beschleunigte ihren Schritt. Was habe ich jetzt schon wieder gemacht?!
So langsam trieb mich dieses Mädchen mit ihrer Ignoranz echt in den Wahnsinn! Nichts von meinen Aussagen schien sie zu interessieren, geschweige denn ihre Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.
Sie murmelte etwas, was sich wie „Macho“ anhörte und lief, schneller als vorher, weiter. Schon waren wir im Schulgebäude.
Ich beschloss, sie jetzt in Ruhe zu lassen, schließlich musste ich ja nicht mit ihr reden.
Sie seufzte erleichtert. Was war das? Manchmal kam sie mir vor, als kenne sie meine Gedanken…
Auf dem Flur im untersten Stockwerk der Schule traf ich Nadine und einige meiner Freunde. Sie war die kleine Schwester von Zahra und in ihrem Jahrgang echt beliebt. Sie ja auch nicht schlecht aus, aber sie war mir zu jung und zu lebhaft.
„Hey, Leute!“, rief ich ihnen zu. Sie sahen zu mir herüber und winkten mich heran.
„Was geht ab?“, fragte ich gut gelaunt. Ich war so was wie der gute Laune Macher in der Schule, sagten alle, doch manchmal hasste ich es, so fröhlich zu tun, obwohl ich eigentlich schlecht drauf war. Ja, auch ich hatte mal schlechte Tage.
Nadine wand sich mir zu und fragte zwitschernd: „Hey, hast du am Donnerstag Zeit? Meine Schwester ist länger an der Schule und ich habe Zeit. Wir wollten uns alle am Brunnen am Stadtplatz treffen.“ Tja, warum ist sie wohl länger an der Schule?
„Ähm… geht nicht. Ich bin der Grund, warum deine Schwester länger an der Schule ist. Sie gibt mir Nachhilfe, damit sie sich was dazuverdient.“, schloss ich meine Erklärungen.
Die Runde sah mich verdutzt an. Dass Zahra etwas für andere tat, geschweige denn mit anderen außer ihren Freunden und Familie redete, war etwas völlig Neues.
Selbst Nadine schien überrascht zu sein.
Hm… vielleicht wusste sie, warum Zahra so versessen auf Geld war.
„Hey, weißt du eigentlich, warum sie so an Geld hängt?“, fragte ich sie direkt. Ihre Züge entglitten ihr. Sie sah etwas schockiert aus. Das war wohl ein Thema, dass beide nicht so gerne ansprachen.
Nadine schien nachzudenken. Dann sah es so aus, als wäre ihr etwas eingefallen.
„Sie… ist verrückt…“, flüsterte sie geschockt.
Was war jetzt los? Warum war sie verrückt?
Es gongte und die anderen gingen zu ihren Klassenzimmern. Nadine stand immer noch völlig blass vor mir und starrte ins Leere. Ich wurde etwas nervös. Was war mit ihr bloß los?
„Sie wird sich zu Tode arbeiten…“, murmelte sie weiter.
„Aber warum…?“ Erst jetzt merkte sie, dass ich auch noch da war, sie richtete ihren Blick auf mein Gesicht. Sie hatte grüne Augen, fiel mir auf. Doch von den Augen konnte sie ihrer Schwester nicht das Wasser reichen…
Sie schluckte ein paar Tränen hinunter. „Wir sind drei Schwestern. Sie ist die Älteste von uns. Unser Vater ist gestorben und unsere Mutter kümmert sich nicht mehr um uns. Wir haben nur noch unseren Onkel, der uns so gut es geht unterstützt. Doch Zahra will ihm nicht unnötig zur Last fallen. Darum arbeitet sie hart und verdient so viel es geht, um uns über die Runden zu bringen.“
Ihr Blick wurde wieder leer. Ich starrte sie ungläubig an. Plötzlich konnte ich verstehen, warum sie sich gestern so verhalten hatte, ja sogar die Ohrfeige konnte ich jetzt verstehen, auch wenn sie mir nicht gefiel.
Alles schien mir nun völlig logisch.
Ich warf einen Blick auf die Uhr. Oh Mist, ich war schon wieder zu spät! Ich verabschiedete mich von Nadine und trottete zum Klassenzimmer.
Ich setzte ein Lächeln auf und hörte, als ich vor der Zimmertür stand, wie Zahra gerade wieder etwas erläuterte. Sie schien etwas irritiert zu sein, als wüsste sie, dass jemand vor der Tür stand. Ich klopfte zweimal und öffnete die Tür. Alle sahen mich an. Ja, so mochte ich das.
Zahra schüttelte leicht den Kopf.
„Sorry, Leute, bin mal wieder zu spät!“ Ich lachte und die anderen aus der Klasse stimmten mit ein, mit Ausnahme der drei Außenseiter Tessa, Emilie und Zahra. Zahras Blick wechselte von Desinteresse zu Wut.
Warum sah sie mich jetzt schon wieder so böse an? Ich hatte doch nichts getan! Meine Deutschlehrerin sah mich nicht weniger böse an. „Wenn du noch ein paar Mal zu spät kommst, bekommst du einen Verweis!“, sagte sie unfreundlich.
Ich lächelte sie an und verbeugte mich reumütig vor ihr. „Es tut mir wirklich schrecklich Leid, geschätzte Miss Läuter!“ Wegen diesem äußerst vornehmen Ton wurde sie etwas verlegen und seufzte ergeben.

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Kommentare

!!! schrieb am 2009-01-30 19:08:04:
Schnell weiterschreiben!!!

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