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Kategorien > Fantasie und Liebe > Fantasie und liebe

Dunkle Gedanken (Kapitel 7)

von Elina

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Zahras Arm, der ihren Kopf stützte, rutschte weg und sie fiel mit dem Gesicht auf die Tischplatte.
Was war passiert? Es war wirklich so, als würde ich ihr alles erzählen.
Sie rappelte sich wieder auf und erwiderte Tessas und Emilies Blick mit einem entschuldigenden Lächeln.
Naja, auf jeden Fall war eindeutig klar, dass sie unsere Clique nicht gerade leiden konnte, da wir ihnen zu „albern“ waren. Vielleicht auch deswegen, weil die Mädchen Zahra immer so fertig machten und Emilie das natürlich – als ihre beste Freundin – nicht mochte.
Aber was Jan an Emilie fand, konnte ich nicht nachvollziehen, mir wäre – „Frau Läuter, kann ich kurz ins Krankenzimmer gehen? Ich habe Kopfschmerzen.“, unterbrach Zahra meine Gedanken.
„Natürlich, willst du, dass dich jemand begleitet?“, fragte sie mit samtener Stimme.
Klar, Zahra war bei den Lehrern sehr beliebt. Sie nickte und zeigte Emilie mit einem Zunicken an, dass sie mitgehen sollte.
Daraufhin standen die beiden auf und verließen das Klassenzimmer.
Seltsam, dass sie Kopfschmerzen hat. Auch gestern kam es mir schon so vor, als würde sie Kopfweh haben, doch sie wiegelte ja - wie immer - wieder ab und meinte, dass nichts sei. Manchmal wurde ich aus ihr einfach nicht schlau…
Nun beschloss ich, aus dem Fenster zu sehen, da Deutsch nicht gerade prickelnd war. Ich war so ziemlich das Gegenteil von einem Lehrerliebling, weil ihnen meine Einstellung nicht gefiel.
Schnee lag auf den Dächern und bedeckte die kahlen Bäume. Die Sonne stand noch tief, hatte jedoch genug Kraft, den Schnee glitzern zu lassen.
Irgendwie mochte ich den Winter. Dann musste man nicht schwitzen und konnte gemütlich zu Hause sitzen und in die Kälte starren ohne dass es einem kalt wurde. Außerdem ging es sogar mir oft auf die Nerven, wenn die Mädchen sich solch kurze Miniröcke anzogen, dass man sie fast schon mit Unterwäsche verwechseln könnte. Und manche liefen dann freizügig umher, obwohl sie nicht die Figur dazu hatten. Und wenn dann die Speckrollen bei den zu engen Jeans oben herausquollen, war das einfach nur eklig!
Wie gut, dass mich meine Lehrerin heute mal in Ruhe ließ. Sonst nervte sie mich immer mit besonders schweren Fragen, da sie genau wusste, dass ich nicht aufpasste. Dafür könnte ich sie manchmal echt genervt anmotzen.
So verging die restliche Zeit, ohne dass ich mitbekam, worum es eigentlich ging.
So war ich nun mal. Ich konnte mich nun mal einfach nicht selbst dazu bringen, etwas für die Schule zu tun.
Es gongte und meine Langeweile setzte sich fort, denn die nächste Stunde sollte Mathe sein.
„Hey, Ben; ich hab gehört, dass du gestern ganz schön von Zahra angemotzt wurdest. Was war denn los?“, fragte Jan gerade und sah mich belustigt an.
Ich grinste zurück und meinte leicht: „Ich wollte sie anmachen und das hat ihr nicht gefallen. Tja, typisch Zahra halt!“
Ich hatte nicht mitbekommen, wie Johanna hinter mich getreten war, mit einem zufriedenen, aber auch höhnischen Lächeln.
„Sie ist eine arrogante, verklemmte und hässliche Streberin. Was hast du erwartet?“, fragte sie in meine Richtung.
Klack. Die Tür ging auf. Zahra stand in der Tür und ihre Miene war leer. Sie hatte wirklich keine Emotionen im Gesicht, was beängstigender aussah als wenn sie wütend geguckt hätte!
Johanna zuckte zusammen und hielt sich den Mund zu.
Ich konnte nicht anders, als Zahra mit offenem Mund anzustarren.
Hatte sie das etwa gerade gehört? Aber sie war doch draußen…?
Tessa hatte unser Gespräch auch gehört. Sie sah zunehmend besorgt aus.
Die ganze Klasse war still. Die Sonne schien unheimlich friedlich ins Zimmer und erhellte den kompletten Raum. Es sah irgendwie total unwirklich aus.
Sie öffnete den Mund und flüsterte etwas, was ich nicht verstand.
„Ich hasse es… warum… warum lasst ihr mich nicht einfach in Ruhe, wenn ich so schrecklich bin?!“, schrie sie plötzlich los.
Sie drehte sich auf dem Absatz um und lief weg. Tessa war wie betäubt und dann kam auch noch unser Mathelehrer.
Er wunderte sich, warum es so leise in der Klasse war. Er betrachtete das Klassenheft, wo die Absenzen verzeichnet waren. Dann fragte er in die Runde, wo Zahra sei. Tessa brachte ein „sie hat sich befreien lassen…“ heraus und es ging los mit Mathe.
Ich dachte an den Gesichtsausdruck von Zahra. Irgendwie hatte sich jeder Millimeter ihres Gesichts in mein Gedächtnis gebrannt.
Auch wenn ich Lästern gern tat, so weit zu gehen hat selbst mich schockiert…
„Herr Vohl, mir ist schlecht, kann ich mich befreien lassen, bitte?“, fragte ich in die immer noch anhaltende Stille. Immer noch von der Stille beunruhigt, nickte er und ich machte mich mit meinen Sachen nach draußen.
Ich ging erst mal ins Sekretariat um meine Bescheinigung zu holen, dann trottete ich zum Schulhof und aus dem Gelände. Vor der Schule befanden sich mehrere Wiesen und Bänke, fast wie ein Park. Auf einer der Bänke saß Zahra.
Schon bevor ich überhaupt auf sie zugegangen war drehte sie ihren Kopf zur Seite und verzog wie üblich den Mund.
Was mache ich hier eigentlich? , fragte ich mich selbst.
Ich beschloss, mich bei ihr zu entschuldigen, auch wenn ich eigentlich gar nicht Schuld war. Also ging ich auf ihre Bank zu. „Hau ab! Ich will jetzt alleine sein! Außerdem bist du auch nicht besser, hab ich Recht?!“, schrie sie.
Ja, ich weiß. Aber ich hasse mich manchmal selbst dafür.
Ich setzte mich neben sie, auch wenn sie das nicht mochte.
Was mache ich hier eigentlich? , fragte ich mich wieder.
Eine Weile lang schwiegen wir nur. „War es wirklich so still?“, fragte sie plötzlich, doch gleich danach hielt sie sich den Mund zu.
Woher… wusste sie denn das? Halt mal, kam das jetzt nicht schon öfter vor?
Sie zuckte etwas zusammen. Es war seltsam. Als würde ich ihr alles unbewusst sagen. Ich dachte mir schon nach den ersten paar Malen, dass das seltsam war.
„Es tut mir Leid…“, seufzte Zahra. Verdutzt sah ich sie an.
„W… was tut dir denn Leid? Johanna hat dich beleidigt…“ Shit, das wollte ich jetzt nicht so direkt sagen.
„Du bist sehr ehrlich…“ Ich sah sie an. Ihr Gesicht war bleich und ihre Augen sahen ziemlich müde aus. „Mhm, ich weiß nicht warum, aber ich muss immer das sagen, was ich denke… naja zumindest fast immer…“ Ich lachte.
Mann, kam das jetzt blöd!
„Ich find’s gut…“ Sie versuchte zu lächeln.
„Aber warum bist du gekommen? Wir hätten doch jetzt eigentlich Unterricht, oder nicht?“, fragte sie.
Tja, wenn ich das so genau wüsste…
„Ich wollte einfach nicht, dass meine Nachhilfelehrerin eine wichtige Mathestunde verpasst und wir es dann beide nicht können!“ Ich lachte. Immer noch kam ich mir irgendwie blöd vor.
Bei dem Wort „Nachhilfe“ musste ich mich wieder an unseren Streit von gestern erinnern.
„Ach übrigens wegen gestern dem Geld und so… das tut mir Leid…“, fing ich an.
Sie lächelte (!) mich an. „Schon gut…“
Ich starrte sie an. Dann sah ich mir die Gegend an, um nicht nur ihre dunkelblauen Augen vor mir zu haben.
Eine Weile saßen wir wieder schweigend

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Kommentare

!!! schrieb am 2009-02-05 22:52:38:
Zahra ist am Ende ein bisschen gemein!!! xD
Aber ich bin gespannt wie es weiter geht!!!
LG

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