Dunkle Gedanken (Kapitel 8)
von
Elina
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Ich ging auf den Pausenhof, wo die Schüler gerade ihre Pause verbrachten. Ich lief zu ein paar Mädels, die ich noch nicht kannte.
Es waren drei. Eine war klein und dick. Die andere war schlank, auch nicht besonders groß und hatte Pausbacken. Beide hatten sie mittellange schwarze Haare. Die dritte hatte hellblonde, lange Haare, war etwas größer als die anderen beiden und war nicht hässlich, aber auch nicht besonders hübsch.
Ich entschloss mich, dass diese meine „Opfer“ sein sollten.
„Heeeey, seid ihr nicht die Mädels von der Basketballmannschaft?“ Mit dieser Frage lächelte ich sie auffordernd an.
Sie schienen langsam zu schmelzen; oder wie man den Zustand von gaffenden, gehirnlosen Mädchen sonst bezeichnen sollte.
Die kleine, dicke fing sich am schnellsten.
„Wir… wir sind nicht…“ ihre schwarzhaarige Freundin stieß ihr den Ellbogen in die Seite. Natürlich waren sie nicht in der Basketballmannschaft, das hatte ich mir auch nur ausgedacht.
„Magst du Basketball?“, fragte die Blondine. Sie warf ihr Haar zurück und legte den Kopf schief. Sie lächelte mich an und versuchte, süß auszusehen, was ihr für meinen Geschmack nicht gut gelang.
„Ja, aber da ihr anscheinend nicht Basketball spielt, habe ich kein Interesse.“ Ich hatte das, was ich ausprobieren wollte, schon erreicht.
Die Mädels sahen mich erstarrt an und wurden rot, da sie merkten, dass ich sie entlarvt hatte.
Aber meinen Charme hatte ich anscheinend nicht verloren.
Ok, das tat gerade echt gut. Ich mochte es, wenn die Mädels mich so anbeteten.
Okay, das war vielleicht machohaft, aber mir machte es echt Spaß.
Und ich wollte ja nicht wirklich was von ihnen, außerdem tat ich nichts, um ihnen Hoffnungen zu machen.
Jetzt fiel mir auf, dass ich mich ja eigentlich befreien ließ. Ich sollte vielleicht nach Hause gehen, sonst sah das irgendwie komisch aus.
Als ich durch die Stadt ging und in unser Viertel, überlegte ich still vor mich hin.
Was war denn nur los mit Zahra? Warum war sie nicht eine der sabbernden, willenlosen Puppen, wenn ich versuchte, sie anzuflirten?
Hatte sie vielleicht schon einen Freund? Moment mal… warum denke ich über so was nach?! Ich will ja nicht wirklich was von ihr!
„Aber es stört mich trotzdem…“, murmelte ich leise.
Ah, es stört mich aber nur, weil mein Stolz verletzt ist!!! Nichts anderes. Jawohl.
Seufzend ließ ich mich auf eine Bank fallen. Und warum war ich ihr vorhin hinterher gelaufen…? Ich hatte keine Antwort, außer dass ich es gespürt hatte.
Ich sah mich um.
Gegenüber spielten ein paar Kinder, es war Pause im Kindergarten. Ein kleines Mädchen stand am Zaun und starrte mich an. Sie hatte dunkelbraune, schulterlange Lockenhaare.
Wer ist das?
Sie winkte mir zu und dann machte sie eine Handbewegung, als wolle sie, dass ich zu ihr komme.
Irgendwie kam sie mir bekannt vor…
Ich stand auf und ging zum Kindergarten. Zwei dunkle Kulleraugen sahen mich an.
Ihre Augenfarbe war seltsam dunkel, fast schwarz. Aber sie war wirklich hübsch, die Kleine. Jetzt kam sie mir noch bekannter vor, ich wusste nur nicht, wo ich sie einordnen sollte…
„Du magst meine Schwester Zaza, oder?“, ihre helle Stimme klang belustigt.
Zaza…? Moment mal, hat nicht heute ein Kind Zahra so genannt?
Ja, doch, das musste sie gewesen sein. Daher kannte ich sie also, sie war Zahras kleine Schwester! Aber, warte mal, was hat die Kleine gerade gesagt?
„Was…? Wie kommst du darauf?“, fragte ich verwirrt.
„Du hast es mir gerade erzählt.“, plapperte sie munter weiter.
Häh? Ich? Ihr erzählt?
„Ja, du hast gesagt, du bist ihr hinterher gelaufen, weil du es gespürt hast, und, dass es dich stört, dass sie anders ist, wie andere.“ Sie lächelte mich an.
Verstand sie überhaupt, was sie da sagte? Und… das hatte ich nur gedacht!
Das einzige was ich gesagt habe, ist, dass es mich stört, aber das auch nur so leise, das konnte sie unmöglich gehört haben!
„Ich höre deine Stimme, auch wenn du nichts sagst!“ Ihr Grinsen wurde breiter.
Sie war wirklich süß, aber was war hier los? Sie kann meine Stimme hören, obwohl ich nichts sage? Wie geht das?
In dem Moment kam eine der Kindergärtnerinnen und legte dem kleinen Mädchen eine Hand auf die Schulter. „Komm, Hannah, unterhalte dich nicht mit Fremden. Außerdem ist deine Schwester da, um dich abzuholen.“
Mit einem entschuldigendem Lächeln ging sie mit Hannah zurück zum Gebäude und redete streng auf sie ein, als die Kleine sagte, ich sei ihr Freund.
Ich? Ihr Freund? Die Kleine war ja wirklich niedlich!
„Ben…? Was machst du denn hier?“, fragte jemand.
Ich drehte meinen Kopf zum Tor des Kindergartens und erblickte Zahra.
„H…Hi!“ Das musste ja jetzt voll doof kommen… Sie sah mich auch schon seltsam an und fragte zynisch: „Na, machst du dich jetzt schon an Kindergartenkinder ran?“
Energisch schüttelte ich den Kopf und meinte: „Deine kleine Schwester hat angefangen, schimpf sie, nicht mich!“ Okay, das war jetzt echt kindisch. Ich war’s nicht, sie war’s, sie war’s! Oh Mann…
Sie lachte und drehte sich zu ihrer Schwester, die gerade mit der Betreuerin rauskam.
„Heute bist du aber echt früh dran, hattest du keine Schule?“, fragte sie Zahra.
„Nein, aber ich habe mich befreien lassen, weil ich erkältet bin.“, erwiderte diese.
Mit „Gute Besserung“ machte sie sich wieder auf den Weg nach drinnen.
Zahra nahm ihre Schwester an die Hand und wollte gehen, doch diese ließ sich nicht mit ziehen.
„Was ist los, Hannah?“, fragte sie. „Ben hat vorhin gesagt –“ Erschreckt hielt ich ihr den Mund zu.
Ist sie jetzt völlig irre geworden?!
„Was soll das, Ben?! Lass sie sofort los!“, befahl mir Zahra wütend.
„Ist schon gut Hannah, das kannst du mir nachher sagen…“, sagte sie zu Hannah.
Doch dann zuckte sie zusammen und meinte nur „Aha…“.
„Also, ich weiß zwar nicht, was sie dir sagen will oder so, aber es stimmt nicht!“
Das war mein voller Ernst. Was sollte den dieser Mist? Woher wollte ein kleines Mädchen denn wissen, was ich denke? Außerdem verstand sie von dem Thema sowieso noch nichts!
„Schon gut… ich weiß schon, dass es nicht stimmt! Beruhig dich wieder.“ Sie seufzte.
Ich starrte sie verdutzt an. „Woher willst du wissen, worum es geht? Sie hat es doch noch gar nicht erzählt!“
Sie lächelte ein wenig. „Glaub mir, wenn ich mir deinen Gesichtsausdruck ansehe, braucht sie mir gar nichts mehr sagen!“
Na toll, ich machte mich also hier gerade voll zum Affen, schon seit ich sie getroffen hatte.
Zahra redete leise mit Hannah und diese strahlte sie an und brabbelte: „Er ist mein Freund! Außerdem wenn er Zaza mag, kann er kein schlechter Mensch sein.“
Wie lieb… Ich wuschelte ihr durch die dunklen Locken und lachte.
„Du bist echt lieb!“ Dann wandte ich mich an Zahra. „Das gute Aussehen scheint bei euch wohl in der Familie zu liegen.“ Und schenkte ihr mein Lächeln.
Mal sehen, ob sie meinem Charme lange widerstehen konnte, wenn ich es nur lange genug probierte. Hehehe.
Sie drehte sich mit verzogenem Mund um und zog Hannah hinter ihr her. Dann blieb sie
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