Dunkle Gedanken (Kapitel 9)
von
Elina
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Zahra: Ein Familienerbstück?
Schweigend ging ich mit Hannah an der Hand nach Hause. Warum hatte sie ihn angesprochen und dann noch sowas gefragt?!
„Tut mir Leid Zaza…“, murmelte Hannah.
„Schon gut…“, beschwichtigte ich sie. „Aber wie kommst du überhaupt dazu, ihn sowas zu fragen?“
Sie lachte mich an. Sie war wirklich süß! „Er hat es gesagt, zu sich selbst…“
„Aha…?“ Ich verzog mein Gesicht und Hannah lachte noch mehr.
Ich verstand zwar nichts von dem was sie da sagte, aber ich ließ das Thema.
Heute war ein stressiger Tag.
Als ich heute in Deutsch aus dem Fenster sah, dachte sich Ben, dass Jan in Emilie verliebt ist! Vor Schreck bin ich gleich mal mit dem Kopf auf die Tischplatte geplumpst… Normalerweise hätte ich diese Gedanken ja nicht hören dürfen, aber da nicht er, sondern Jan in Emilie verliebt war, konnte ich es auf Umwegen hören…
Seltsam war es trotzdem… normalerweise konnte ich solche Gedanken trotzdem nicht hören. Zumindest hatte ich es bisher noch nie gehört…
Und er hat nicht mehr aufgehört, darüber nachzudenken, was mir echt Kopfschmerzen bereitete. Ich bin mit Emilie ins Krankenzimmer um ihr das alles zu erzählen. Sie war irgendwie ruhiger, als ich es erwartet hatte.
Naja, danach sind wir wieder ins Zimmer zurück und ich hörte das Gespräch schon von weitem, da sie sich ja auch dasselbe dachten. Aber als ich mit Emilie kurz vor der Tür stand, hörte ich diese Oberzicke Johanna schon sagen: „Sie ist eine arrogante, verklemmte und hässliche Streberin. Was hast du erwartet?“ Ich war es ja gewohnt, ihre Sticheleien zu ertragen, aber so weit war sie noch nie gegangen.
Und es tat echt weh…
Warum? Warum wurde ich von ihnen so gehasst? Ich hatte ihnen doch nie was getan, oder?!
Meine Gedanken wurden blank und ich schrie aufgebracht: „Ich hasse es… warum… warum lasst ihr mich nicht einfach in Ruhe, wenn ich so schrecklich bin?!“
Tja, nachdem Satz war ich so schockiert – auch über mich selbst – dass ich weglief. Zuerst ins Sekretariat und dann raus aus der Schule.
Ich rannte auf eine Wiese, wo sich Bänke befanden und musste mich erst mal setzten.
Dann hörte ich plötzlich Gedanken von jemandem.
Es war Ben. Ich wollte nicht, dass er herkam.
Was mache ich hier eigentlich?, dachte sich dieser.
Ja, genau, wäre er einfach wieder weggegangen!
Ich schrie ihn also an, er solle die Fliege machen, doch er hörte nicht darauf, setzte sich neben mich und schwieg. Doch in seinem Kopf sah ich die Klasse, wie sie still dasaßen, selbst Johanna.
„War es wirklich so still?“, fragte ich, doch gleich darauf hätte ich mir selbst eine scheuern können. Das hätte ich gar nicht wissen dürfen! Und dann fiel ihm auch noch auf, dass ich das schön öfter getan hatte!!! Ich bin unwillkürlich zusammen gezuckt.
„Es tut mir Leid…“, hatte ich geseufzt, um schnell das Thema zu wechseln und ihn abzulenken.
„Was tut dir denn Leid? Johanna hat dich beleidigt…“ In seinen Gedanken wollte er es nicht so direkt sagen. Das fand ich irgendwie total süß.
„Du bist sehr ehrlich…“, sagte ich. Ich war von dem ganzen Trubel ziemlich matt und es war anstrengend zu reden.
„Mhm, ich weiß nicht warum, aber ich muss immer das sagen, was ich denke… naja zumindest fast immer…“ Er lachte.
Mann, war das jetzt blöd! Er schüttelte den Kopf über seinen Gedanken.
„Ich find’s gut…“, versuchte ich ihn zu beschwichtigen und zwang mich zu lächeln.
„Aber warum bist du gekommen? Wir hätten doch jetzt eigentlich Unterricht, oder nicht?“, fragte ich ihn.
„Ich wollte einfach nicht, dass meine Nachhilfelehrerin eine wichtige Mathe Stunde verpasst und wir es dann beide nicht können!“
Wieder lachte er, um seine Unsicherheiten zu verbergen.
Das Wort „Nachhilfe“ erinnerte ihn wieder an unseren Streit von gestern. „Ach übrigens wegen gestern dem Geld und so… das tut mir Leid…“, fing er an.
Ich musste lächeln und beruhigte ihn. „Schon gut…“
Wir starrten uns gegenseitig an. Er hatte schöne, dunkelgrüne Augen. Das fiel mir zum ersten Mal erst so richtig auf. Eine außergewöhnliche Farbe, aber sie passte zu ihm.
Eine Weile sind wir wieder schweigend nebeneinander gesessen und haben den kleinen Park betrachtet.
„Sag mal… was willst du eigentlich von mir…? Du bist garantiert nicht wegen Mathe gekommen.“, meine Stimme hallte durch den Park.
Wenn ich das nur wüsste. Was habe ich mir dabei gedacht, als ich mich befreien ließ und zu ihr gegangen bin?! Ich musste über seine innere Stimme lachen.
Oh Mist! Schon wieder! Das war schon wieder die falsche Reaktion!
„Dein Gesichtsausdruck ist witzig!“, versuchte ich mich raus zu reden.
Ich wollte lachen, doch ich konnte nicht. Ich war zu fertig von dem Chaos und nun merkte ich auch, wie die ganze Wut zum Vorschein kam. Das Lachen wurde zu weinen. Ich war so wütend. Obwohl ich versuchte, es zu unterdrücken, gelang es mir nicht.
„Jetzt komm schon, seine Trauer in sich rein zu fressen ist auch nicht gut!“, flüsterte er.
Oh Gott, was war das für ein Spruch gewesen? In diesem Moment war er mir mal wirklich menschlich vorgekommen.
Doch dann dachte er: Bin ich jetzt total irre geworden? Was soll den dieser Sülzspruch?!
Ich starrte ihn wütend an, am liebsten hätte ich ihn angeschrien, wie unsensibel er sei, so etwas zu denken, doch ich musste mich zusammen reißen… Er konnte ja nicht wissen, dass ich seine Gedanken kannte. Er wich meinem Blick aus.
„Ich bin nicht traurig… ich bin wütend!“, meinte ich mit ärgerlichem Blick.
W… wütend? Das hatte ihn überrascht.
Er hatte wohl gedacht, dass ich wegen so was traurig war und deswegen heulte.
„A…ha…?“, verdutzt kratzte er sich am Kopf.
Sein Gesichtsausdruck war echt zum Schießen und unwillkürlich prustete ich los.
„Danke… wirklich… auch wenn ich das nicht gerne tue…“, gab ich zu. Aufgemuntert hatte er mich auf jeden Fall.
Er war verwirrt über meinen Zustand. Ja, ich war schon immer so gewesen, dass ich meine Laune von Sekunde zu Sekunde ändern konnte.
Ich kicherte kurz. Dann rückte ich näher an ihn heran.
Was hat sie jetzt vor…? , fragte er sich überrascht.
Mein Gesicht kam dem seinen immer näher und er schien etwas nervös zu werden. Immer noch fragte er sich, was ich jetzt machen wollte. Im ersten Moment fragte ich mich das auch, doch ich hatte mich gut unter Kontrolle.
Kurz bevor wir uns berührten stoppte ich und grinste ihn an. „Danke, dass du dir Sorgen um mich machst, aber bitte halt dich bei meinen Gefühlen raus, sie gehen dich nichts an.“
Ich schenkte ihm eines der süßesten Lächeln, die es gab, zog meinen Kopf zurück und stand auf. „Bis morgen dann!“
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Kommentare
lulu schrieb am 2009-02-22 14:39:01:
Sehr schnell!!!!!
!!! schrieb am 2009-02-20 19:27:55:
Bitte ganz schnell weiter!!!
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