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Kategorien > Krimi > Frauenkrmi

EINE COLT FÜR ALLE FÄLLE Fall 2

von

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EINE COLT FÜR ALLE FÄLLE
FALL II

„ Meine Damen und Herren. In wenigen Minuten landen wir auf dem Flughafen Berlin- Tegel. Wir bitten sie, sich anzuschnallen, und das Rauchen einzustellen“.
Die Stimme der Stewardeß klang monoton. Sie paßte nicht zu der Frau, die Sabine und ich kennengelernt hatten.
Sie ist eine der aufregendsten Frauen, die ich je gesehen hatte. Ihre Stimme, so weich und sexy, wie ein saftiger Pfirsich. Und ihre Figur erst! So atemberaubend kurvenreich wie Indianapolis.
Wir hatten sie beim Einchecken in die Pan Am auf dem La Guardia Airport in New York kennengelernt, und gleich gewußt, das sie eine Schwester ist.
Und sie wußte ebenfalls, dass Sabine und ich zusammen sind.
Sabine sitzt neben mir, und schläft. Eingezwängt in einem viel zu engen Sitzplatz am Fenster, liegt sie, mit ihrem wunderschönen Gesicht mir zugewandt, und träumt.
Sie sieht so wunderschön aus, wenn sie so daliegt, und schläft. Ich blicke aus dem Fenster, und erspähe unter einer nicht allzu großen Wolkendecke, einzelne Häuser.
Ich muß verrückt sein, mich darauf einzulassen, dachte ich. In ein fremdes Land zu gehen, wo eine Sprache gesprochen wird, die ich nicht beherrsche, vielleicht nie perfekt genug sprechen werde, ohne eigene Arbeit, nur von Sabines Geld abhängig?
„ Liebste Sam“, hatte sie mich vor einem Monat gefragt. „ Ich muß ein ungefähr vier Wochen New York verlassen. Kommst du mit mir nach Berlin?“
Was sollte ich darauf antworten? Was hätte ich anderes sagen können, als ja?
Sie brachte mir die deutsche Sprache und die deutsche Kultur bei, manchmal mit kleinen erotischen Abstechern unterbrochen, und ich zeigte ihr, wie hinreißend es ist, von einer Butch geliebt zu werden.
Ein Leben ohne sie konnte ich mir nicht mehr vorstellen, denn mittlerweile
bedeutete sie mir sehr viel. Und auch meinem alten Herrn war sie ans Herz
gewachsen.
Und selbst Mrs. Green, ihre Vermieterin, mochte sie, auch wenn sie es selten zeigte. Sogar mich mochte sie, als sie erfuhr, dass ich kein Mann, sondern eine Frau bin.
Als Sabine und ich uns von all unseren Freunden verabschiedeten, nahm Dad mich beiseite, steckte mir Tausend Dollar zu, und ermahnte mich, ja auf mich und Sabine aufzupassen. Wir umarmten und küßten uns, so, als ob wir uns nie wiedersehen würden. Tränen standen in unseren Augen, als wir unsere Koffer nahmen und zur Gangway gingen. Dad winkte uns nach, weinend, und in sein Taschentuch schneuzend.
Es tut gut, geliebt zu werden, und wenn’s der eigene Dad ist!
Der Flieger verlor langsam an Höhe. Ich hatte plötzlich Angst. Nicht wegen dem Flug, sondern vor der Zukunft in einem fremden Land!
Ich fragte mich, was mich hier erwarten würde. Sabines Eltern akzeptieren ihr Lesbisch- Sein nicht, also werden sie es auch bei mir nicht tun, überlegte ich messerscharf.
Sabine wachte auf, und sah mich an. Ich liebe ihr verschlafenes Aussehen, vor allem, wenn sie mich anlächelt, also küßte ich sanft ihre Wange.
„Schon wach, Liebste?“
„Ja“, sagte sie, und streckte sich in ihrem engen Sitzplatz.
Sich beugte sich zu mir, küßte mich mit der Leidenschaft und Intensität einer Femme, streichelte meine Wange, und sagte: „Aufgeregt, Liebste“?
Ich versuchte cool zu klingen, als ich zu ihr sagte: „ Überhaupt nicht. Ich sehe nur so aus“.
Plötzlich fing sie an, aus vollem Herzen zu lachen. Ich konnte nicht anders, als mitzumachen, und stimmte in ihr Lachen mit ein.
Unsere Körper wurden plötzlich nach vorne gerissen, und in unsere Sessel gedrückt. Das Quietschen der Flugzeugreifen dröhnte in unseren Ohren. Wir waren gelandet.
Kurze Zeit später schlenderten wir durch eine große Halle des Flughafens. Ich sah überall geschäftiges Treiben. Menschen beiderlei Geschlechts hetzten zu ihren Terminals, Taxen und Verwandten. Eine weibliche blechern klingende Stimme, deren Inhalt ich nur teilweise verstand, sagte etwas von einem kleinen Dieter, der seine Mutter suchte.
Sabine nahm meine Hand. Sie fühlte sich so weich an, und roch nach Rosen. Ich liebte diesen Duft an ihr. So wie ich alles an ihr liebe.
Wir gingen aus der Halle hinaus, und kamen an einen Taxistand. Die Fahrertür öffnete sich. Eine junge Frau mit einer Baseballmütze der Yankees stieg aus, öffnete den Kofferraum, und half uns, unsere vier Koffer und die schwere Reistasche, zu verstauen.
Sie sah niedlich aus. Ihre langen, blonden Haare steckten keck unter ihrer Mütze
hervor. Ihre Stupsnase war der markanteste Punkt in ihrem ovalen und
ungeschminktem Gesicht. Auch fielen mir ihre Augen auf. Sie waren blau, mit einem grauen Stich, mit solch schwungvollen Wimpern, dass jede Drag Queen neidisch geworden wäre. Ihre breiten, fast negroiden Lippen, schienen jedoch irgendwie nicht ganz zu ihrem Gesicht zu passen.
Original, oder chirurgisch nachgeholfen, fragte ich mich, als ich sie weiter ansah.
Sie trug ein etwas verwaschenes Shirt, Jeans, und Schuhe, die dringend etwas Creme gebrauchen könnten.
Sabine bemerkte meine Blicke, und sah mich an. Ihre Pupillen verengten sich, ein sicheres Zeichen ihrer inneren Wut. Sie ist eifersüchtig, schoß es durch meine Birne.
Aber das brauchst du doch nicht, Süße. Die Numero Uno bist doch du. Wortlos lächelte ich sie an, umarmte und küßte sie. Ihre Gesichtsmuskeln entspannten sich, ihre Lippen fanden den Weg zu den meinen, und als unsere heißen Zungen sich trafen, wußte ich, dass alles wieder gut war.
Wir drei stiegen ein. Die Fahrerin hinter das Lenkrad, Sabine neben ihr, und ich machte es mir hinten gemütlich. Wir schnallten uns an, und die Fahrerin fragte Sabine: „Wohin soll’s den gehen?“
„Nach Dahlem, in die Rothenbaumstraße 21“, kam prompt ihre Antwort.
Wir fuhren los.
Die Fahrerin fuhr geschickt und sicher. Gekonnt kurvte sie in eine Straße ein, und machte einen eleganten Bogen in die Nächste.
„ Wo kommt ihr denn her“, fragte sie
„New York“, antwortete Sabine.
„ Ich heiße übrigens Beate. Und Ihr?“
Sabine war diese vertraute Art etwas unangenehm. Trotzdem antwortete sie höflich: „Ich heiße Sabine, und sie Samantha“.
Wir kamen an mehreren Hochhäusern, die mich sehr an die Skyline New Yorks erinnerte, vorbei. Plötzlich fing unsere Fahrerin an zu weinen. Das Tempo war schon sehr schnell, und ich hatte Angst, dass wir einen Unfall haben würden.
Beate mußte den gleichen Gedanken gehabt haben, denn sie verlangsamte das Tempo, und fuhr nach rechts auf den Parkplatz eines Einkaufszentrums.
„ Sorry Ladies. Ich bin im Moment nicht in der Lage, euch weiter zu fahren. Ich ruf über die Zentrale ein anderes Taxi für euch.“
Ich blickte Sabine an, weil ich nicht alles verstanden hatte, was Beate gesagt hatte. In kurzen Worten übersetzte sie mir das, was unsere reizende Fahrerin sagte.
Warum weinte sie?
Ich setzte in meinem gebrochenen Deutsch an, sie zu fragen, was denn los sei, als ich Sabines Blick bemerkte. Sie spürte, was ich Beate fragen wollte, und so
sagte sie:
„ Was ist denn los?“
Die Tränen flossen über Beates Wangen, wie das Wasser an den Niagara- Fällen. Sie fing an zu

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