Edward
von
Addicted
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Edward ist froh darüber, sich endlich in seinen Sessel fallen lassen zu können. Einen Sessel den er eigentlich überhaupt nicht haben dürfte, würde er es streng nehmen. Denn Endward lebt in der Zukunft und der Sessel, den er schon als kleines Kind so gemocht hat, ist mittlerweile schon Fünfzig Jahre alt. Für ihn kein Problem, für die Gesundheitsbehörde schon. Denn die ist streng dahinter Krankheiten auszurotten. Erkältungen oder gar AIDS gibt es in Edwards Gegenwart nicht mehr und so ein Sessel, bei dem keiner weiß was noch für Milben oder Bakterien dranhängen ist ein Gefahrenherd Nummer eins. Doch gerade dieser Sessel ist das einzigste was Edward noch hat. Das einzigste das er noch lieb hat. Wenn man sich in seiner Wohnung umschaut, dann versteht man warum Edward diesen Sessel mag. Es gibt einen Tisch, Stühle, ein Sofa. Aber egal was man anschaut, fällt einem auf, das es steril und grau gehalten ist. Produktiv muss es in Edward Gegenward sein. Einfach und produktiv. Das ist auch der Grund warum Edward so schlecht gelaunt in seinem Sessel sitzt. Er ist nicht produktiv. Und eigentlich ist er auch nicht schlecht gelaunt. Wenn man sich Edward genauer anschaut, dann sieht man das er verzweifelt ist. Verzweifelt deswegen weil er nicht mehr weiß was er auf diesem Planeten noch zu suchen hat. Aber diese Sorge, so denkt sich Edward, ist sowieso bald überflüssig. In seiner Hand hebt Edward ein Stück Papier. Wenn man, genauso wie Edward gerade eben, darin lesen würde, dann würde man verstehen warum er so denkt. In diesem Papier hat er schwarz auf weiß stehen das er nicht produktiv ist. Und das nur weil sein Roboter letzte Woche Feuer gefangen hat und jetzt nicht mehr einsatzfähig ist. Jeder Mensch in Edwards Gegenwart braucht einen Roboter. Ein Leben ohne solch ein Grät ist nicht möglich. So hat es die Regierung beschlossen um mit der Weltwirtschaft mit zu halten. Denn per Gesetz muss jeder Mensch einen Robter besitzen, der für arbeitet. Ganz einfach deswegen, weil Roboter nie Krank werden und nie schlafen müssen und somit also Leistungsfähiger sind als Menschen. Jeder Mensch hat also einen. Manche auch zwei oder drei. Und je nachdem steigt der Gesellschaftliche Status. Je mehr Roboter, desto mehr Geld, mehr Lebensmittel, mehr Lebensraum. Mit einem Roboter ist Edward eigentlich ganz gut zurecht gekommen.Die Wohnung ist zwar klein aber es reicht. Aber jetzt braucht sich Edward darüber keine Gedanken mehr zu machen.Denn Edward hat kein Geld um sich einen neuen Roboter leisten zu können. Deswegen sitzt Edward jetzt in seinem Sessel, den er so mag, und ist dem verzweifeln nahe. In dem Brief, den er in seiner Hand hebt steht, das sich Edward nächste Woche melden soll um „entfernt“ zu werden. Da er anderen auf der Tasche liegt muss Edward sterben. Und da gibt es keinen Ausweg. Wenn er mehr Kinder hätte, dann würde die Regierung vielleicht ein Auge zu drücken. Weil die Menschen in diesem Staat aber langsam aussterben und Edward nur eine Tochter zeugte, gibt es keine Chance für ihn. Dabei ist er doch so glücklich mit seiner Tochter und seiner Frau. Das heißt eigentlich, das er glücklich war. Denn seine Frau hat ihn verlassen. Zusammen mit ihrer gemeinsamen Tochter. Wenn Edward an ihre schönen blonden Haare denkt, dann laufen ihm die Tränen über die Wange. Seine Frau hat ihn verlassen und so ganz weiß Edward nicht warum. Vielleicht war es ihr nicht genug das er nur einen Roboter besaß und nur ein Kind hatten. Wie Edward wusste, hätte sie gerne mehr Kinder gehabt. Aber dafür kann Edward nichts. Er selbst hätte auch gerne einen Sohn gehabt. Aber all die Chemie der man so zu sich nimmt, durch Lebensmittel, Kleidung hat Edward unfruchtbar gemacht. Das dürfte Edward aber nie laut sagen.
Stattdessen versucht er an etwas anderes zu denken. Früher hat er seine Blumen gegossen wenn er sich über irgendetwas Gedanken gemacht hat, aber diese sind eingegangen.
Edward steht aus seinem Sessel auf und lässt seinen Blick auf das einzigste Bild das er von seiner Tochter hat, gleiten. Plötzlich spürt er einen stechenden Schmerz in seiner linken Brust. Als es stärker wird und Edward keine Luft mehr bekommt, bricht er zusammen.
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Kommentare
Pit Petrol schrieb am 2006-10-02 18:14:57:
Erschreckend zu höhren dass es in der Zukunft immer noch verkalkte Blutgefäße gibt.
*schauder*
Lexa schrieb am 2006-10-02 15:39:51:
Gar nicht mal so abwägig, Deine Geschichte. Vielleicht kommt alles so eines tages. Bist du unnütz für die Gesellschaft, was soll sie dann noch mit dir. So ist jeder gefordert sich selber, am Kragen, aus dem Dreck zu ziehen. Nur die Harten kommen in den Garten. Selbstmitleid bringt niemanden weiter.
Als erstes würd ich neue Blumen besorgen, die bringen wieder Leben in die Hütte. Bist Du persönlich betroffen, dann gehs an! LG Lexa
Sina schrieb am 2006-10-02 11:25:40:
Eine schöne, wenn auch traurige Geschichte.
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