Eifersucht bis zum Tod
von
sina franke
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Ganz langsam, als hätte sie alle Zeit der Welt, putzte sie den Boden. Schrubbte die zwei Gläser sauber und wischte den Tisch gründlich ab, sowie alle Teile, die sie wahrscheinlich berührt haben könnte.
Die Überreste der großen gläsernen Vase schmiss sie in den Beutel, den sie unbedingt mitnehmen musste.
Alles war sauber, ihre Hände waren rein und ihr Hemd hatte sie durch ein anderes getauscht. Sie schaute durch die Wohnung, in der sie nichts verraten könnte.
In ihr war alles leer. Sie war nicht wütend und auch nicht traurig. Sie fühlte nichts. Keinen Zorn, keinen Hass. Nicht mal ihn konnte sie hassen, war er doch an allem schuld. Hatte er wirklich gedacht, dass sie nicht dahinter kommen würde. Hatte er wirklich geglaubt, dass sie so beschränkt war?
Hatte sie ihm denn nicht alles gegeben, was sie konnte. Waren sie nicht so viele Jahre zusammen glücklich gewesen? Hatte sie nicht alles versucht; mit ihm gesprochen und ihm sogar gedroht, dass so etwas niemals passieren durfte? Waren sie sich denn nicht einig gewesen? Er hatte sich doch darauf eingelassen.
Und dann hatte er es doch getan und jetzt musste sie sich rächen. Und es war seine Schuld, doch das würde ihr niemand glauben, obwohl es stimmte. Und während sie darüber nachdachte stieg der unaufhaltsame Zorn und Hass in ihr auf. Sie hatte ihn gewarnt sooft hatte sie ihm gesagt, was sie tun würde wenn er DAS machen würde. Sooft! Hatte er sie nicht ernst genommen? „Oh Liebling, dass war ein großer Fehler von dir!“
Und nun stand sie in dieser großen Wohnung, und obwohl das Blut weg war, konnte sie den Tod riechen. Sie konnte riechen, was da in diesem Beutel lag.
Er hatte sie angelogen. Einfach eine andere gevögelt. „Du demütigst mich damit.“, hatte sie ihn angeschrieen. „Ich wollte das nicht, ich liebe nur dich. wirklich. Sie ist mir nicht wichtig.“, hatte er gefleht und gebettelt.
Sie war ihm nicht wichtig? Aber gut genug um sie zu ficken war sie schon, oder was? „Ich liebe nur dich. Bitte bleibe bei mir. Es war ein Fehler, ich sehe es doch ein.“
Aber sie sah es nicht ein. Und jetzt war es sowieso zu spät. Er war an allem schule. „Hätte ich das gewusst, hätte ich auch jeden Kerl gevögelt, der mir in die Quere kommt. Verstehst du, was du getan hast? Einfach so, alles kaputt. Für nichts mein Lieber. Für nichts!“ darauf konnte er nicht antworte, blieb stumm und Tränen liefen über seine Wangen. „Bitte glaube mir doch. Ich kann nicht ohne dich.“
Noch nie hatte sie ihn so weinen gesehen, in all den Jahren nicht. „Ich glaub dir deine Tränen, doch es ändert nichts daran.“ Waren ihre eiskalten Worte die ihn zerschmetterten. Er schluchzte und fiel auf die Knie, küsste ihre Füße und schrie und bettelte sie könne ihm nicht sein Leben nehmen. Seins wollte sie ja auch gar nicht!
„Bitte, du bist mein Leben. Geh nicht weg von mir.“
Sie trat ihm ins Gesicht. Einfach so und gleich nachdem sie es getan hatte, bereute sie es auch schon. Er war der einzige, den sie jemals geliebt hatte. Er war der einzige, den sie lieben könnte. Sie nahm ihn in den Arm. „Ich liebe dich immer noch, doch willst du mit einer Frau zusammenleben, die dich abgrundtief verachtet? Vielleicht dein ganzes Leben lang?“ Er bejahte. Alles würde er in Kauf nehmen nur gehen dürfe sie nicht.
Sie spürte etwas an ihrem Bein und schreckte aus ihren Gedanken. Ein kleines Kätzchen streifte an ihr vorbei und miaute kläglich. Sie nahm es auf den Arm und streichelte es. „Dich nehme ich mit. Kann dich ja schlecht verhungern lassen.“
Noch einmal schaute sie sich in dieser Wohnung um, die so jämmerlich nach Tod roch. Sie hörte Schritte und wurde nervös. Panik erfasste sie. Schnell, sie musste hier raus. Sie hob das Bündel an, doch konnte sie es nicht tragen. Sie war zu schwach. Die Schritte kamen immer näher. „Hallo, ist da jemand?“ Hörte sie jemanden rufen und bevor die Tür aufgeschlossen wurde, packte sie das Bündel und trug es zur Terrassentür. Unglaublich, dass sie es tragen konnte, doch niemand durfte sie sehen. Sie packte das Bündel in ihr Auto und fuhr davon. Die Katze auf dem Beifahrersitz.
Sie fuhr an eine abgelegene Stelle und legte das Bündel auf den Boden. Eine Hand mit dem Ehering schaute heraus, doch das störte sie nicht. Sie nahm den Kanister heraus beschüttete und zündete das Bündel an. Lichterloh ging es in Flammen auf, die sich durch den Stoff fraßen. Alles ging so schnell. Die Haare verbrannten, das tote Gesicht ging ein und der Ehering fiel von dem verbrannten Finger. Den nahm sie und schmiss ihn weit, weit fort. Mit kühlem Kopf fuhr sie nach Hause. Dort saß er. Er sah sie an und wusste, wo sie gewesen war. Wusste, was sie getan hatte.
„Wusstest du auch, dass sie verheiratet war?“, fragte sie. Er nickte.
Sie wusste, dass er nichts verraten würde, dafür liebte er sie zu sehr. „Du hättest es nicht tun dürfen.“ Sagte sie wieder und wieder. Er nickte. Es war sein Fehler, dass das Mädchen nun tot war. Es war seine Schuld, denn er wusste, dass seine Frau so reagieren MUSSTE. Sie fing an zu weinen und schlug auf ihn ein, das Kätzchen auf ihrem Schoß sitzend. „Du Mörder.“ Schrie sie ihn an. „Du bist ein Mörder.“
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Kommentare
Dos, Susanne schrieb am 2008-02-05 13:49:58:
Hallo... Und wow.
Deine Geschichten beeindrucken mich jedes mal aufs neue. Du hast einen echt tollen Schreibstil und deine Themen sprechen mich sehr an. Vor allem das Ende dieser Geschichte hat mich gefesselt. Echt hammer. Besonders berührt at mich auch der Satz "ich glaube dir deine Tränen, aber sie ändern nichts daran". Er hat einfach so viel Inhalt, so viel steckt in diesem einen Satz.
Ich möchte mich auch ncoh für deinen Kommentar zu "Spuren" bedanken. Er hat mich zum Nachdenken angeregt.
Ich werde weiter deine Geschichten lesen.
Lg
Johannes Beck schrieb am 2007-12-18 17:49:04:
Hi,
sehr gut, mit einem gelungenen Überraschungseffekt. Allerdings ein wenig schwammig und am Ende verwirrend. Aber sonst sehr gut. falls du's nochmal überarbeitest, dann schick mir das Ergebnis *g*
danke. bis bald
Freedom schrieb am 2007-11-18 13:54:40:
uhh..wie schaurig ^^
mhh..also ich hab au immer im kopf gehabt dass sie ihren mann umbringt, aber an der stelle hab ich dann daran gezweifelt: "Seins wollte sie ja auch gar nicht!"
da hab ich mir gedacht dass sie die frau umbringen will...aber dass sies wirklich getan hat...*schauder* wie schräg...und dass sie ihrem mann die shculd gibt...ohman. ich beschließe die frau und den mann zu hassen xD ich mag die katze. so ^^
echt toll geschrieben!!!
Darktear schrieb am 2007-09-08 20:54:56:
fängt gut an aber verliert sich dann etwas... mir persönlich gefallen auch die ordinären Ausdrücke in deiner Geschichte nicht..
Lg
Dark
Bina schrieb am 2007-09-07 17:20:51:
Mir fehlen die Worte! Ich bin begeistert.
Ganz toll finde ich den Überraschungseffekt zum Schluss wo sich heraus stellt das sie nicht ihn sondern die Geliebte umgebracht hat.
Einfach toll, mehr kann ich dazu nicht sagen.
Alles Liebe Bina
princetongirl8189 schrieb am 2007-09-07 17:16:00:
hi, wieder mal toll und Spannend. Und es gibt ja wirklich solche psychopaten die andere leute eiskalt umbringen und sich einreden andere wären schuld und ich finde egal wie sehr man jemanden liebt man sollte nicht so abhängig sein das man dafür alles in kauf nimmt mein gott auch wenn alles vorbei ist das leben geht weiter auch wenn man sich wünscht man wäre tod. Er hatte wirklich eine schwache persönlichkeit und sie muss inne klapse
tolle story
lg princetongirl8189
brummberr schrieb am 2007-09-06 15:33:58:
wieder eine tolle story von dir, hast du schon mal daran gedacht krimis zuschreiben?
übrigens danke für deine kritik
glg hans jörg
a.Simonitsch@tele2.at schrieb am 2007-09-05 17:15:16:
Auf so eine Idee muss man kommen. Toll. Könnte einer dieser Krimis sein, die Nachmittags immer im
Fernsehen laufen. Ich hätte dreimal nachdenken müssen, um so eine Idee zu kommen.
Auch das mit der schule statt schuld kann man übersehen. Ist ja harmlos im
Vergleich zu anderen. Hoffentlich schreibst du auch noch andere Geschichten, das wäre gut!
Lothar Cremer schrieb am 2007-08-31 22:31:16:
Hey Sina,
wieder einmal ist es dir gelungen, mich für eine deiner Geschichten zu begeistern. Der gedankliche Irrtum während des Lesens fasziniert mich. Es ist interessant, wie du in deiner Geschichte dem leser diesen gedanklichen Irrtum erleichterst. Durch deine flüssige Schreibweise, könnzte ich mir eine längere Geschichte von dir geschrieben ebenso spannend vorstellen.
lieben Gruß
Lothar
doyce schrieb am 2007-08-31 17:07:18:
find ich spannend, hab nämlich die ganze zeit gedacht, dass sie ihren freund umgebracht hat, was ja wahrscheinlich auch so sein soll^^.
Meluse schrieb am 2007-08-31 16:12:59:
Deine Geschichte gefällt mir sehr gut. Es ließt sich flüssig und ist bis zum Ende spannend. Ein Flüchtigkeitsfehler ist mir jedoch aufgefallen. „Er war an allem schule“, du meintest wohl „schuld“ nicht „schule“.
Zuerst dachte ich sie hätte den Mann getötet, desto interessanter war es dann, als ich erfuhr, dass seine Geliebte das Opfer der Eifersucht gewesen ist.
Die Story regt auch zum Nachdenken an. Vor allem einige besondere Stellen. „Ich glaub dir deine Tränen, doch es ändert nichts daran.“. Ich kann die Frau gut verstehen. Zwar weiß sie, dass seine Liebe echt ist, doch die Demütigung, die er ihr zugefügt hat, ist zu groß um einfach zu verzeihen. Doch zum Glück beschränkt sich die Rache meister Frauen nur auf hasserfüllte Blicke und ‚zufällig’ auf den Schoß gekippten Kaffe.
Dann fragte ich mich was es mit dem Kätzchen auf sich hat. Denn ich bin mir sicher, dass es sich nicht einfach so in deine Geschichte geschnurrt hat. Ich vermute, es hat etwas mit ihrem Gewissen zu tun usw. Aber hoffentlich bringt sie es schnellstens bei einer netten Familie unter, denn wenn man erfährt, dass es die Katze der Toten ist, ist die Frau fällig ;).
Ach und was mir noch sehr gefällt ist das Ende, als sie ihn als Mörder bezeichnet, schließlich hat sie ja die Lady auf dem Gewissen. Aber es passiert doch oft, dass Menschen anderen die Schuld für etwas geben das sie getan (oder manchmal nicht getan) haben.
Also ich höre jetzt auf zu schreiben… das Kommentar ist lang genug…;) Nun ich bin eben sehr gesprächig…
Meluse
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