Ein Ende, ein Anfang
von
metalmom
1
2
roch ihre ungewaschenen Körper, hörte ihr irre klingendes Kichern und spürte ihre Sorglosigkeit erwischt zu werden, nachdem sie ein unbekanntes Zigeuner Mädchen zerfleischt hatten, was sowieso nie jemand betrauern würde. Aber das wollte ich nicht zulassen. Ich gab mich meinem Hass hin und lief noch schneller. Vier Pfoten jagten durchs Gestrüpp, und ein lang gezogenes Heulen entrang sich meiner Kehle. Pelzige Ohren nahmen jedes Geräusch auf und lange gelbliche Zähne fletschten aus meinem weit aufgerissenen Maul.
Da roch ich meine Peiniger, ich roch die Angst die durch jede ihrer Poren ausdrang und fand sie ein gutes Stück unterhalb der langen Strasse. Ich stieß ein triumphierendes Heulen aus, und stürzte mich den Abhang hinunter. Ich sah wie sie die vor Angst geweiteten Augen noch weiter aufrissen und roch den unverkennbaren Geruch von Urin noch bevor sich der Fleck auf der Hose des einen Mannes ausbreitete. Ich vergaß alles, gab mich meinen neuen tierischen Instinkten hin und machte mich über die Kerle her.
Als meine Leiche am nächsten Tag entdeckt wurde war ich schon weit weg. Ich bin voll und ganz zu dem Wolf geworden der mich in seinem Geist herzlich willkommen hieß.
Von meinen Mördern hatte ich nicht viel übrig gelassen. Das was gefunden wurde waren nicht mehr als blutige Körperteile, die ich nicht mehr geschafft hatte aufzufressen. Ich habe beide bei lebendigem Leib gefressen, einer durfte dem anderen beim sterben zusehen, so wie ich mir selbst beim sterben zusehen musste.
Meine Nachfahren erzählten sich die Legende, von dem Mädchen, in das sich dereinst ein Wolf verliebte. Und der Wolf verkraftete den Tod des Mädchens nicht. Er tötete die Mörder und sprang selbst von einer Klippe in den Tod.
Die Wahrheit allerdings ist, dass sich noch heute besondere Menschen in Wölfe verwandeln können.
1
2
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen