Ein Grund zu feiern
von
Michael Behofsics
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In einer Nacht die keine Zweifel offen ließ das die Welt schön war, tranken Lester und Mo in einer Bar ihr letztes Bier. Aber nicht das letzte für diesen Abend, nur das Letzte in dieser Bar. Die Stadt war groß und es gab etwas zu feiern. Lester war Vater geworden und es war ein hübsches kleines Mädchen geboren. Ihr Name war Lilly.
Mo klopfte Lester auf die Schulter und sagte zum ungefähr hundertsten mal an diesem Abend was für ein Teufelskerl Lester doch war. Lächelnd und nickend nahm dieser es Kommentarlos hin und sagte: „Komm schon, trink aus wir wollen noch weiter.“
Beinahe gleichzeitig setzten Er und Mo das Glas an und tranken den Rest in einem Zug aus.
Sie stellten das Glas auf der Theke ab, nickten dem alten Wirt kurz zum Abschied zu und gingen aus der Bar.
Lester und Mo mussten nicht weit gehen um zur nächsten Bar zu kommen. Etwa zweihundert Meter die Straße rauf und sie waren da. Der Laden hieß „Blueprint“ und erweckte den Eindruck als wäre er nur halb fertig, doch das stimmte nicht.
Die Beiden Freunde gingen geradewegs auf die Theke zu, wo Mo Zeige- und Mittelfinger beider Hände hochhielt, und setzten sich dann Links der Theke an einen Tisch, der eigentlich aus einem kleinen Fass bestand auf dem eine Holzplatte befestigt war.
Das Blueprint war nicht besonders gut besucht. Anscheinend mochten die Leute dieses ausgefallene Ambiente nicht besonders. Aber Lester schon.
Die Kellnerin, eine schlanke Brünette die immer ein Lächeln auf den Lippen und immer einen guten Spruch auf Lager hatte, kam mit Zwei Gläsern Whiskey und zwei Gläsern Bier und stellte sie auf den Tisch.
„Soll ich wieder anschreiben oder hast du endlich ‚ne Bank ausgeraubt Mo?“ fragte Dominic, die Kellnerin scherzhaft.
Lester lachte laut auf: „Nein, heute ist er mein Gast.“
„Genau,“ warf Mo ein „ Lester ist jetzt nämlich Papa.“
„Ooh,“ machte die Kellnerin „Bestimmt so ein hübscher kleiner Bengel wie Du nicht wahr?“
Lächelnd schüttelte Lester den Kopf. „Nein, ich habe eine hübsche kleine Tochter, ihr Name ist Lilly.“
„Jetzt bin ich aber gekränkt, nach all den Bieren und dem Whiskey mit dem ich die über die Jahre versorgt habe hätte ich doch wohl erwarten dürfen das du die kleine Dominic nennst.“
Jetzt lachte Mo laut auf. „Seine Frau hätte ihn umgebracht!“
„Na dann herzlichen Glückwunsch Lester.“ Sagte Dominic und küsste ihn freundschaftlich auf die Wange. „Ruft mich wenn ihr was braucht.“ Mit diesen Worten drehte sie sich auf dem Absatz herum und ging.
„Immer nur für Nachschub sorgen!“ rief Mo ihr hinterher.
Mo erhob sein Glass: „Auf den glücklichen Vater!“
Sie Stießen an und tranken den Whiskey auf einen Zug aus.
Lester sog scharf die Luft zwischen den Zähnen ein.
„Denkst du ich hab Chancen bei Dominic?“ fragte Mo mit gesenkter Stimme.
Lester lächelte: „Vielleicht wenn du endlich mal deine Rechnung bezahlst.“
„Nein im ernst,“ entgegnete Mo, „sie flirtet immer mit mir wenn ich hier bin.“
„Sie flirtet mit allen männlichen Gästen, damit sie wiederkommen.“
Mo sprach jetzt wieder in normaler Lautstärke: „Ja, du hast wahrscheinlich recht. Aber vielleicht ist es bei mir ja etwas anderes.“
„Wenn du es wirklich wissen willst dann frag sie doch mal ob sie mit dir irgendwohin geht.“
Mo wirkte kurz nachdenklich: „Ja vielleicht irgendwann mal.“
Die Beiden Freunde tranken noch einige Stunden. Dominic hatte schon längst Feierabend und war nachhause gegangen.
Etwa um drei Uhr früh läutete der Wirt die letzte Runde ein.
Mo und Lester waren schon ziemlich Betrunken.
„Also gut, ich muss nachhause.“ Lallte Lester.
„Ja ich werde auch aufbrechen.“ Stimmte Mo ihm zu.
Die beiden Standen auf und torkelten zur Theke wo Lester die Rechnung beglich.
Arm in arm stützten sie sich gegenseitig und wankten zur Tür hinaus.
„Ich muss noch mal Pinkeln.“ Sagte Lester und ging in eine kleine Seitengasse.
Gerade als er anfangen wollte zu Pinkeln, bemerkte er das er auf etwas Stand.
Er sah runter und sah, das es eine Hand war.
„Mo!“ rief er und sogleich kam er auch angerannt.
„Was ist los?“ fragte er erschrocken.
„Sieh mal da!“ sagte Lester und deutete auf den leblosen Körper.
„Scheiße!! Dominic!“ rief Mo.
„Fuck, Lester ruf die Polizei.“
Am nächsten Tag stand in der Zeitung, dass Dominic auf ihrem Nachhauseweg von einem Obdachlosen Junkie ausgeraubt wurde. Er hatte ihr die Kehle durchgeschnitten, deshalb hörte sie auch niemand schreien.
Mo war am Boden zerstört. Erst jetzt hatte Lester bemerkt wie sehr Mo, Dominic geliebt hat.
Etwa eine Woche nachdem die Liebenswerte, hübsche Kellnerin auf so grausame Weise ihr leben ließ, besuchte Lester seinen Freund.
Er fand ihn in seinem Fernsehsessel. Neben ihm lagen einige Päckchen verschreibungspflichtige Schmerztabletten und eine Flasche Whiskey.
Vor Mos Füßen war eine riesige Pfütze erbrochener Magensäure.
Sein Körper war vollkommen verkrampft. Er sah gequält aus, und gar nicht friedlich.
Eine Träne rollte über Lesters Wange, dann zündete er sich eine Zigarette an und rief einen Krankenwagen.
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Kommentare
romy schrieb am 2006-11-05 17:20:02:
fand die art, wie du die geschichte erzählt hast, sehr interessant und man hat darauf gewartet, was dannn passiert, aber ich muss mich meinen vorrednern anschließen, das ende ging auch mir zu schnell. der plötzliche tod, die doch tiefen gefühle von mo...das hätte n bissel mehr ausgebaut werden können, damit man ne bessere verbindung zu den hauptfiguren hätte entwickeln können.
liene grüße
Pit Petrol schrieb am 2006-10-18 08:27:28:
Da muss ich ihm Recht geben: Alles ein bisschen holterdipolter. Hab das Ende auch nicht so ganz inhalieren können. Da fand ich die Geschichte von dem Truck-Drinvin' Devil schöner!
christoph schlüter schrieb am 2006-10-17 21:32:16:
Richtig, klingt gehetzt. Daher nimmt man auch nicht wirklich Anteil am Schicksal der Figuren. Sie bleiben zu schablonenhaft, entwickeln nicht wirklich Leben. Der beabsichtrigte "Schock" hält sich daher arg in Grenzen.
Insgesamt würde ich sagen: länger schreiben, Figuren ausbauen, Spannungsbogen am Schluß überarbeiten. Zudem ist es ein wenig unglaubwürdig, dass gerade die Beiden Dominic finden. Krasser käme es vielleicht, wenn die beiden betrunken vor sich hintorkeln und Dominic nur wenige Meter von ihnen entfernt abgeschlachtet wird. Sie sieht die beiden vielleicht noch, versucht sich bemerkbar zu machen, aber sie schafft es nicht mehr. Die beiden kriegen nichts von allem mit, scherzen vielleicht noch betrunken rum. Irgendwie sowas vielleicht. Dein Ansatz liest sich gut, aber wie gesagt, es "kickt" noch nicht so ganz.
Trotzdem: Ich lese ddeine Geschichten gerne. Du hast echt gute Ideen und bist ganz sicher auf dem richtigen Weg.
Ich glaube der erste richtige Knaller von dir lässt nicht mehr lange auf sich warten. Jede Wette!
michael behofsics schrieb am 2006-10-17 14:56:17:
dieser ruckartige Abschluss war schon Absicht. Schließlich geht ja im wirklichen Leben alles schnell.
Jeder Tag sind eigentlich nur mehrere Momentaufnahmen.
Coils schrieb am 2006-10-17 10:37:09:
Endlich wieder was neues von Dir - aber irgendwie ging mir das zu schnell! Vielleicht hätteste noch mehr von Dominic und Ihrer Beziehung zu Mo erzählen können oder andersrum! Es klang zum Schluß so, als wolltest Du dringend zum Ende kommen, schade eigentlich. Das hätten ruhig zwei, drei Seiten mehr werden können, besonders die letzten zehn Zeieln kommen sehr, wie soll ich sagen, "ruckartig"?
Whatever, ich bleib am Ball, das solltest Du auch und für Kritik ist das hier ja da, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist ;-)
Was meint denn Christoph dazu? *g*
Man liest sich...
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