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Kategorien > Aus dem Leben > Nightmare

Ein Kilometer zum Kurfürstendamm

von Martin Panglisch

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Es fand die Eröffnungsfeier der FIFA Fußball WM statt. Ich fuhr mit der U-Bahn nach Hause. Es war sehr voll, die Luft war sehr dünn.
Die Fans in ihren Deutschlandtrikots sangen trotz der engen Verhältnisse ihre Fanlieder. Die Lieder die ich kannte sang ich mit. Da sah ich meinen Klassenkamerad Federico am anderen Ende des Wagons. Ich wusste, dass er Karten hatte. Ich rief zu ihm herüber: „ Federico, wann fängt das Spiel an?“. Er hörte mich nicht, ich wollte zu ihm kommen, aber es war kein Durch-kommen. Auf einmal gab es einen Knall, das Licht ging aus, Panik brach aus, niemand wusste, was passiert war. Doch in unserem Wagon war nichts passiert. Es wurde durchgesagt: „ Wir haben ein Problem! Bitte bleiben Sie in den Wagons! Wenn sich die Türen öffnen, gehen Sie bitte gegen die Fahrtrichtrichtung auf dem rechten Gleis bis zum Halt Kurfürstendamm.“

Wenig später öffneten sich die Türen, ich folgte den gegebenen Anweisungen. Mit dem Strom ging ich in Richtung Kurfürstendamm. Alle versuchten so schnell wie nur möglich aus der U-Bahn zu kommen. Es war im Tunnel so heiß wie in einer Sauna. Keiner der Fans sang mehr. Im zweiten Wagon war etwas Schreckliches passiert, nur was? Alles war verbrannt, die Scheiben waren eingeschlagen. Es war noch circa ein Kilometer bis zum Kurfürstendamm.

Mir flossen alle möglichen Gedanken durch den Kopf: „Was passiert, wenn jetzt ein Zug kommt? Machen sich meine Eltern schon Sorgen um mich? Komm ich hier je lebend wieder heraus? Warum gibt es keine Notausgänge an der Backsteinwand?“ Es rauschte die U78 vorbei, viele Leute fingen an zu schreien. Da sah ich schon die Lichter des Kurfürstendamms. Ein Mann fragte: „Bist du ganz ohne deine Eltern unterwegs?“, „ Ja, ich komme von einem Freund und hätte eigentlich an der Friedrichstraße heraus gemusst“, „Gott sei Dank, dass du nicht auch wie der andere Junge in deinem Alter von der U78 erfasst wurdest.“, „ Was? Da wurde jemand überfahren? In meinem Alter? Federico?!“

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Kommentare

Ratt Mal schrieb am 2006-09-21 16:26:25:
Ich finde die Idee sehr gut, nur ich glaube nicht, dass man Leute aus der U Bahn rausläasst, wenn die U Bahn einen Unfall hatte. Also ich finde das Ende nicht so realistich.

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