Ein Licht hat viele Eigenschaften
von
Sandra B.
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Es war ein Morgen wie jeder andere. Der gleiche Morgen seit dem schrecklichen Vorfall. Ich wachte auf und ging wie immer in die Hütte meiner Eltern. Doch sie waren nicht da. Sie werden auch nie wieder da sein. 5 Monate immer das gleiche. Aber ich wusste es, ich wusste, dass sie nie wieder da sein werden. Sie sind tot. Ermordet. Umgebracht von Weißen, von Weißen, die sich nicht beherrschen konnten. Sie konnten es nicht ertragen wie wir lebten. Sie konnten es einfach nicht ertragen, dass unser Dorf ohne Gewalt lebte. Sie töteten meine Eltern und meine Verwandten und ließen mich mit meinen Geschwistern allein zurück. Allein ohne jegliche Hilfe. Nun stand ich da, da in der Hütte meiner Eltern und blickte auf all ihre Sachen. Es kam tiefe Trauer über mich. Trauer, kein Hass. Trauer und Schmerz befand sich in mir. Ich darf mir diese Trauer nicht anmerken lassen, ich darf diese Gefühle nicht zeigen, ich muss stark sein, so stark dass sie meinen Schmerz nicht erkennen. Sonst sind meine 6 kleinen Geschwister verloren, dann haben sie überhaupt keine Chance mehr, Nein! nein, das kann ich nicht verantworten.
Ich ging wieder hinaus zu meinen Geschwistern. Das jüngste ist eins, das älteste bin ich bin 13 Jahren. Es ist nun 5 Monate her, doch der Tagesablauf ist immer noch der gleiche. Ich stand auf und ging zuerst in die Hütte meiner Eltern und dann ging ich immer zurück um essen zu suchen und machen! Als ich wieder in unsere Hütte zurück kam starrten mich meine Geschwister voller Hoffnung an, das es nicht ich sei sondern meine Eltern, doch leider war es nicht so leider war es doch nur ich, ich musste sie wieder enttäuschen...Als sie mich erblickten senkten sich ihre Köpfe und wir suchten gemeinsam nach etwas essbarem. Wir halfen alle zusammen, doch was wir schließlich fanden war nicht viel. Für jeden gerade einmal eine kleine Hand voll. Und dies musste reichen für einen weiteren Tag. 2 meiner Schwestern begaben sich zum Brunnen um Wasser zu holen, der Rest von uns ging auf die Felder um zu arbeiten. Arbeiten, um doch noch einen kleinen Anteil an der Ernte zu bekommen. Ich ging zu der Hütte gegenüber von unsrer, und ich wusste ich hatte nicht viel Zeit. Aber als ich an einem der Nachbarhütten vorbeieilte sah ich für einen kurzen Augenblick ein kleines Mädchen in der Ecke. Ich trat näher. Das Mädchen weinte. Sashu hat ebenfalls ihre gesamte Familie verloren, außer ihrer kleinen Schwester. Als ich neben ihr stand wand sie mir den Rücken zu. Ich legte meinen Arm um sie doch sie hörte nicht auf zu weinen und tiefe Schluchzer begleiteten jeden Atemzug. Lange, sehr lange saßen wir einfach nur stumm nebeneinander. Mir war es in diesem Moment egal, ob ich Zeit hatte oder nicht. Es gibt einfach Momente wo fast alles egal ist. Ich fragte sie:„Was ist los mit dir, Shasu?“ „Was ist los? Das fragst du noch? Meine ganze Familie ist tot, wie soll ich jetzt nur weitermachen?“, antwortete Shasu „Nein nicht deine ganze Familie du hast noch eine Schwester die noch lebt, vergiss das nicht, vergiss sie nicht. Allein schon wegen ihr solltest du weiterkämpfen.“ erwiderte ich ihr. Ihre Augen wurden groß und sie starrte Richtung Horizont, doch ab und zu fiel noch eine vereinzelte Träne auf den staubigen Boden. „Auch wenn du glaubst so viel hat keinen Sinn mehr darfst du nicht aufgeben. Auch wenn du glaubst du bist allein, das bist du nicht. Du hast mich als deinen Freund und das ganze Dorf unterstützt sich gegenseitig. Du musst stark sein, stark und voller Hoffnung“, sagte ich zu ihr! Die Sonne ging unter und langsam senkte sich die Nacht über uns. Jegliches Licht war verschwunden. Sashu fing wieder an zu weinen und fragte mich: „Wie kannst du nur so stark sein? Wie kann dein Herz das alles aushalten, den ganzen Schmerz und die ganze Trauer!“ Ich blickte sie an und sagte zu ihr:“ Warte schnell, ich komme sofort wieder“. Sie sah mich traurig an und ich sah in ihren Augen das sie dachte das sie jetzt schon wieder allein gelassen wird und sie sank den kopf. Ich rannte schnell in die Hütte wo all die zurückgebliebenen Sachen der Verstorbenen und Verschwundenen waren. Ich fragte einen der 2 ältestes aus dem Dorf der in der Hütte war ob ich eine Kerze bekäme und er gab sie mir! Ich zündete Sie schnell an und lief zurück zu Shasu. Da ich ein Stück weiter vorne stehen blieb kam sie auf mich zu, sie weinte immer noch und der Schmerz war unübersehbar in ihren Augen. „Nimm diese Kerze! Passe auf sie auf und lasse sie nie erlischen, beschütze sie so wie deine Eltern dich beschützt haben“, sagt ich zu ihr und strecke ihr die brennende Kerze hin und sie nahm sie behutsam in ihre Hände. „Was soll ich damit? Sie kann weder meine Familie wieder lebendig machen noch meinen Schmerz verschwinden lassen!“ antwortete sie. Aber darauf sagte ich zu ihr: „ Ja du hast recht sie kann deine Familie nicht wieder lebendig machen sie kann auch deinen Schmerz nicht verschwinden lassen doch sie ist ein Zeichen, ein Symbol! Sie wird dir Kraft geben vertrau mir, wenigstens nur dieses eine mal! „Matu, du hast selbst so viel Schmerz erlebt….“sagte sie zu mir. Ich sah ihr noch einmal tief in die Augen, ich sah in ihren Augen den Schmerz die Verzweiflung und die Angst nicht das zu tun können was sie möchte! In diesem Augenblick rief mein kleiner Bruder dass ich schnell kommen sollte…...
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