Ein Märchen?
von
Leviathan
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Viele Märchen beginnen ja mit dem Satz: "Es war einmal..."
Die Krux an der Sache ist ja nur, dass die Meisten jener vermeintlichen Märchen, ja gar keine sind. Sondern viel mehr Verfälschungen wahrer Tatsachen. Dies mutet schon in einer gewissen Art und Weise grausam zu.
So könnte man also, aus all dem Fürchterlichen was irgendwo auf der Welt geschieht, ein Märchen machen. Und das wird wohl auch so sein. Denn Geschichten werden von jeher prunkvoller ausgeschmückt, als das sie tatsächlich so waren. So werden Kinder in hundert Jahren, wohl anmutig lauschen, wenn die Mutter ihnen ein Märchen erzählt, welches in längst vergangen Jahren mal, eine wahre Geschichte war. Sie werden an den Lippen des Erzählers kleben und ihre kleinen Augen werden vor Entzückung leuchten. Selten wird wohl heraus kommen, was es mit diesem vermeintlichen Märchen wohl wirklich auf sich hat. Möglicherweise eine Bluttat die ihres Gleichen sucht. Aber geschmückt mit Fabelwesen, bekommt sie ein ganz neues Gewandt.
Beginnen wir nun.
Es war einmal in einem Waldstück, abgelegen der Deutschen Grenze. Dort wo Fichten und Tannen sich ihr Revier noch mit all den Laubbäumen teilen und somit für die Fauna ein Paradies an Lebensraum schufen.
Ein altes Gemäuer, wohl mal eine Fabrik, stand in mitten des dunklen Waldes, überwuchert mit den Sprößlingen der Natur. So fiel es gar nicht mal auf, das jenes Gebäude mal von Menschenhand erichtet wurde. Es fügte sich geradezu nahtlos in die Umgebung ein, den selbst von der Luft aus, war es als solches nicht mehr zu erkennen. Die Natur hatte es fast gänzlich verschlungen. In den Kellergewölben hatten sich kleine Seen gebildet, die Amphibien und Nagern ein reichliches und sicheres zu Hause boten.
Eine kleine Gruppe von drei jungen Männern stießen auf jenes Gebäude. Und wie es die Neugierde so wollte, erkundigten sie diese verfallene Ruine. Der Eine von ihnen, nicht groß von Gestalt, wohl aber der mit dem meisten Tatendrang, lief um das steinerne Werk herum und nach nicht allzu langer Suche, fand er einen Eingang, den der Efeu frei gegeben hatte. Er rief nach seinen Freunden, die wenige Minuten später mit ihm vor jener Öffnung standen. Die beiden Größeren zögerten etwas. Einer von ihnen gab zu bedenken, dass wohl seid jahren niemand mehr in diesem Gebäude war und sie ja nicht wussten wie baufällig es sei. Nicht das es einstürze und einen von ihnen womölich erschlug. Der Kleinere lachte abfällig und schallt sie Narren. Die Pflanzen würden schon für genügend Sicherheit sorgen. Was solle also passieren.
Nach ein paar Sekunden des Grübelns, willigten die anderen Beiden schließlich ein und man machte sich an das Erforschen des Gemäuers.
Im Erdgeschoss war glücklicherweise kein Licht von Nöten, da die Decke teilweise eingestürzt war und somit fahles Sonnenlich durchdringen konnte.
Überall sah man verrostet Maschinen, deren ursprünglicher Gebrauch jedoch nicht mehr zu erkennen war. Glugsende Rohre liefen zu ganzen Bündeln an den schiefen Wänden zusammen und teilten sich in gleichmäßigen Abständen wieder, krochen durch Öffnungen zu Decke und Boden. Aus manchen Tropfte eine Dickflüssige rostbraune Substanz.
Interessiert trat der Kleinste der Gruppe näher und wollte etwas von jener rötlichen Substanz mit dem Finger berühren, wurde aber zugleich von dem Besonnenstem der Gruppe gestopt. Er solle doch nicht so unvorsichtig sein, wer wisse den schon was das für ein Zeug sei? Vielleicht war es ja restlicher Industriemüll und wer wusste schon, was für schädliche Inhaltsstoffe dieser hatte. Der Kleinste zuckte nur unbekümmert mit den Schultern und meinte, dass das wohl schon nicht so giftigt sein konnte, denn schließlich wuchsen hier ja überall Pflanzen. All die Bedenken und das Murren der Älteren half nichts, der Jüngste tat wonach im war und schon steckte seine Hand in einer Pfütze dieser Flüssigkeit. Fasziniert zog er sie wieder hinaus und musterte mit aufflammenden Interesse seine Hand. Zähflüssig tropfe das Zeug von jener und zog lange Fäden gen Boden. Langsam wurde das Gesicht zur Hand geneigt, so dass man jene Flüssigkeit fast mit der Zunge hätte abschlecken können. Mit hochgezogener Braue wurde eröffnet das jene Substanz modrig und nach Eisen rieche. Fast schon faulend. Die anderen Beiden wichen angewidert zurück. Beäugten ihren Freund argwöhnisch und kopfschüttelnd. Es würde wohl nicht lange dauern, das jener noch ins Gras beißen würde. Vermutete einer der Beiden. Auf diesen Auspruch hinaus, erklang schallendes Gelächter des Neugierigen und er musterte die Anderen unverholen. Er könne ja schließlich nichts dafür, das Jene solche Schisser seien. Schließlich lebe man doch nur einmal, warum dann also kein Risiko eingehen. Was könne denn schon schlimmes geschehen?
Just in diesem Moment wurde ein ohrenbetäubender Lärm laut. Es klang nach einer Säge die auf rostiges Metall schlug. Die Drei fuhren merklich zusammen. Einer von ihnen meinte, dass es wohl besser sei wenn man diesen Ort nun wieder verließe, denn er war ihm nicht ganz geheuer. Als der Lärm abgeebbt war, stellten sie fest, das sämtliche Nebengeräusche, die ansonsten ganz normal für sie waren, verstummt waren. Der Älteste willigte dem Vorschlag des Einen ein und bekräftigte das ganze noch mit jener Aussage, das sie sich vielleicht auf privaten Grund befänden. Der jünste von ihnen verdrehte nur wieder die Augen und meinte, dass sie ja vorgehen könnten, er würde gleich nachkommen, er habe nur noch etwas entdeckt, dem er noch nachgehen müsse. Zweifelnd ließen die Beiden ihn zurück und atmeten hörbar auf, als sie ins Freie traten.
Die Sonne stand nun hoch am Zinit, und ihre sängende Hitze veranlasste die Beiden nach Draußen gegangenen, zum Auto zurück zu kehren um dort Wasser zu holen.
Die Stufen der metallenen Treppe knarzten und scheppernden, als der Junge sich langsam darauf abwärts bewegte. Er hielt kurz inne, als schon wieder jenes schnarrende Geräusch hörbar wurde. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, aber die Neugierde war stärker als die aufkriechende Angst und so setzte er seinen Weg ins Finster fort.
Unten angekommen roch es süßlich und verbrannt. Er musste die Hand vor den Mund schlagen, den Übelkeit kroch in ihm hoch. Schritt für Schritt schlich er weiter. Irgendwo weit hinten nahm er Funkten wahr und der Geruch nach verbrannten wurde stärker.
Zum Glück wurde der Lärm auch immer lauter, so dass man die plitschenden Schritte auf dem feuchten Untergrund nicht hörte. Die Arme ausgestreckt tastet er sich zu einer Ecke und verharrte dort erst einmal für ein paar Minuten.
Das Montone Klopfen und Schlagen würde jäh unterbrochen, nur um von einem Sägen und Hämmern abgelöst zu werden.
Es konnte doch unmöglich sein, dass hier draußen in der tiefsten Einöde jemand lebte. Und was zum Teufel trieb der hier?
Vorsichtig lurrte der Junge um die Ecke. Doch das was er dort sah, konnte er mit seinem Verstand nicht begreifen. Nichts um alles auf der Welt hätte er so etwas hier erwartet..
Blankes Eisen auf
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