Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Horror > Drogen

Ein Quantum LSD

von Bltzableiter

1 2 3 4 5

Ein Quantum LSD

Ist es nicht schön, reich zu sein?
Robert Kerr stellte sich diese Frage fast jeden Tag. Und er konnte sie auch jedes Mal beantworten: Ja.
Seit er vor ein zwei Jahrzehnten anfing mit Drogen zu dealen, hatte sich sein Vermögen gesteigert. Zuerst nur um ein paar Dollar, doch nach 5 Jahren bereits konnte er sich ein neues Haus leisten. Er schaffte es, die Drogenbosse in seiner Stadt gegeneinander auszuspielen, indem er ihre Leute tötete und die Schuld dem jeweiligen Konkurrenten in die Schuhe schob. Irgendwann hatten sich die Fraktionen so sehr zerstritten, dass es zum Bandenkrieg kam, und fast das gesamte Business wurde von einem Tag zum nächsten zerstört. Robert, der das Spiel zufrieden von der Zuschauertribüne beobachtet hatte, vernichtete den letzten Rest, als seine Gegner am Schwächsten waren. Und so hatte er es geschafft, das Drogengeschäft in New Eden wie ein Phönix aus der Asche auferstehen zu lassen. Und nun war er an der Spitze seiner Karriere, verfügte über mehrere Hunderttausend Dollar und hatte in der Stadt keine Konkurrenz. Robert handelte nicht mit Kokain, sondern mit chemischen Drogen. LSD, XTC und ein ganzer Haufen anderer Drogen, neuartigem Zeug aus amerikanischen Laboren. Erhöhter Suchtfaktor, bessere und längere Trips, geringere Gesundheitsrisiken. Was nützte ihm die beste Droge, wenn der Kunde nach einem halben Jahr den Löffel abgab, wo es doch viel profitabler war, ihn sein ganzes Leben „ernten“ zu können?
Sein Arbeitstag war für einen Mann in seiner Position relativ kurz, am Morgen ein paar Telefonate, am Mittag ein, zwei Gespräche mit Unterhändlern und Lieferanten, und den Rest des Tages Freizeit, wenn nichts anderes dazwischen kam. Dafür, dass er wenig zu tun hatte, war er den ganzen Tag erreichbar, sowohl am Tag als auch in der Nacht.
Sein Haus war im Norden der Stadt, über einer Felswand, wo er die ganze Stadt überblicken konnte. Die Leute in der Stadt kannten ihn, kannten die Gerüchte über seine Geschäfte, und es interessierte sie nicht. Offiziell war er ein Yuppie, der sein Geld mit dem Verkauf von seltenen Autos und Oldtimern machte, oder mit Tuning. Tatsächlich besaß Robert zwei Autohäuser und eine Werkstätten, allerdings nur um den Schein zu wahren. Relativer Reichtum machte einen schließlich nicht vor der Staatsanwaltschaft sicher, außer sie war bestechlich.
Nachdem Robert an diesem Morgen ein Telefonat mit einem seiner Lieferanten geführt hatte, machte er es sich am Pool gemütlich. An diesem Tag stand nichts großartiges an, und er konnte sich gemütlich entspannen.
Roberts Pool, der flächenmäßig in etwa die Größe eines kleinen Einfamilienhauses hatte, lag hinter dem Haus und war umgeben von einer imposanten Grünanlage aus Palmen, tropischen Blumen und Büschen. Sogar ein paar Vertreter der südländischen Fauna gab es hier. Kaum zu glauben, dass er dieses Haus für einen Spottpreis gekauft hatte. Na ja, fünfhunderttausend Dollar und hundert Kilo LSD.
Der Herr des Hauses hatte sich in Badeshorts auf eine seiner Liegen gelegt und blätterte in einem Buch. Hinter ihm stand eine vollbusige Blonde und massierte seine Schultern. Mehrere Meter neben ihm, an der Minibar, erklang ein Radio und spielte einen spanischen Song. Obwohl es hier zwar keinen Strand, keine schönen Südamerikanerinnen und kein Samba gab, konnte man diesen Ort ohne Bedenken als Paradies bezeichnen.

„Baby, was steht heute an?“, fragte Carla leise und massierte seinen Hals.
„Nichts besonderes“, sagte Robert und blätterte um. Neben ihm stand ein kleiner Tisch mit einem Drink und seinem Handy.
„Also wirst du heute den ganzen Tag nur am Pool liegen?“, fragte sie.
„Aye, das werde ich. Und du wirst mich den ganzen Tag massieren“, sagte er grinsend und griff nach dem Glas mit der grau-braunen Flüssigkeit. Die Sonne schien so stark, dass er irgendwann das Buch zuklappte, da das Licht ihn blendete. Er schloss die Augen und lehnte sich zurück.
Carla lehnte sich nach vorne, so dass ihre Brüste seinen Nacken streichelte. Robert liebte so etwas.
So vergingen zwei Stunden, bis die Sonne von zwei Palmen verdeckt wurde. Robert, der etwas gedöst hatte, wachte auf. „Verdammt“, sagte er. „Wieviel Uhr haben wir?“
Carlas Griff löste sich. „Fast vier Uhr“, sagte sie und schaute auf ihrer Armbanduhr nach. „Was ist denn? Hast du noch etwas vor?“
„Ach nein, das ist es nicht. Ich hasse es nur wenn die Sonne anfängt zu verschwinden. Ich sollte diese verfluchten Palmen fällen lassen.“
Das Handy neben ihm fing an zu klingeln.
„Na super. Anscheinend wäre meine... Entspannungsphase jetzt eh beendet gewesen.“ Er nahm das Handy und den Anruf entgegen.
„Kerr. Was gibt’s?“
Die Stimme am anderen Ende war ihm unbekannt. Er hörte nicht auf das, was er sagte, sondern schrie sofort: „Hey, woher hast du meine Nummer?“
Die Stimme beruhigte ihn. Sie sagte, sie wäre ein Freund, und dass sie ihm heute das Geschäft seines Lebens vorschlagen wollte.
„Was für ein Geschäft?“, fragte Robert.
Das könne er leider nicht sagen, antwortete die Stimme. Aber er wollte sich mit ihm in der Stadt treffen, um alles weitere zu bereden.
Robert traute ihm nicht, war aber dennoch nicht abgeneigt. Als der Mann am anderen Ende den Treffpunkt nannte, stimmte Robert zu. „Alles klar, ich werde da sein. Bis gleich.“ Er legte auf und schaltete das Handy ab. „Scheiße“, murmelte er.
„Was ist los?“, fragte Carla.
„Da hat ein Typ meine Handynummer rausgekriegt. Der Typ, von dem er die hat, wird sterben, das schwöre ich dir, Baby!“
„Reg dich doch nicht auf, ich-“
„Aufregen? Natürlich rege ich mich auf! Wer weiß wer die noch alles hat. Haben könnte. Feinde, Drogenpolizei, Staatsanwaltschaft... vielleicht überwachen die schon meinen Anschluss!“
Robert war erregt. Er hatte immer befürchtet, dass so etwas passieren könnte, war aber dennoch nie darauf vorbereitet gewesen. Was sollte er tun? Ihm fiel nur eine Lösung ein: Er stand auf, nahm das Handy und warf es in den Pool.
„Verdammte Scheiße!“, brüllte er. Wenn schon so ein kranker Typ wie eben seine Nummer hatte, dann... mehr wagte er sich gar nicht auszumalen. Wer hatte sie weitergegeben?
„Carla, bring mir mein zweites Handy... ich muss für heute alle Lieferungen stoppen und den Verkauf. Außerdem brauche ich ein neues Handy, klar?“
„Soll ich vielleicht die anderen anrufen?“
„Du?“ Er sah sie mit fragendem Blick an. Hatte die Alte den Verstand verloren? „Carla, du bist meine Masseuse, begreif das endlich! Du hast hier verdammt nochmal kein Mitspracherecht!“, brüllte er.
Sie zuckte zusammen und sagte nichts mehr. Sie holte auch nicht sein Handy. Schließlich holte er es sich selbst und tätigte alle wichtigen Anrufe. Lieferungen wurden verschoben, der Verkauf abgebrochen. Alle Händler wurden zurückgepfiffen beziehungsweise erhielten den Befehl nichts mehr anzubieten. Wer dennoch versuchte etwas zu verkaufen, bekäme am nächsten Tag eine Gute-Morgen-Kugel in den Kopf.
Nachdem er das alles geregelt hatte, duschte er sich und zog sich seinen schwarzen

1 2 3 4 5

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.