Ein Sommerabend
von
Traumfänger
1
Ich steh am Ufer des Lofssjön und blicke über das Wasser. Wenn Schweden etwas reichlicher hat als Wald, Seen und Pilze, dann ist es die wohltuende Stille. Nach einigen Tagen hört man viele Geräusche, der Wald wird zum Urwald, kurz die Sinne beginnen wieder richtig zu funktionieren.
Elche gibt es überall und nirgends. Die Gegend ist voll von Elchen. Sie halten jedoch wenig von menschlicher Gesellschaft. Manchmal stehen sie einfach so herum und lassen sich nicht stören. Sie sind so groß wie Pferde. Der Elch ist bisher das größte Tier, das mir in freier Wildbahn begegnet ist. Und er macht beim Laufen kaum ein Geräusch.
Ich mache mich auf den Rückweg. Um diese Jahreszeit wird es nie richtig dunkel. Ich werfe einen letzten Blick auf den See, indem sich das seltsam flaue Licht der Sommernächte spiegelt.
In diesem Sommer ist das Wetter etwas untypisch für Schweden. Normalerweise heißt es, dass es hier fast jeden Tag regnet, doch seit ich hier bin, also die letzten zwei Wochen, nicht.
Ich laufe durch die unberührte Natur und genieße die Abendluft. Mein Weg führt durch blühende Wiesen und vorbei an alten Holzhütten. Das Holzhaus hat in Schweden eine gute Tradition. Es steht oft im typischen Schwedenrot am Weg. Immer jedoch ist es schön farbig.
Ich bleibe stehen. Etwa 150 m vor mir steht ein Reh. Rehe und Hirsche laufen einem in Schweden oft über den Weg. Sie flüchten schnell. Drei Sätze und sie sind im Wald verschwunden. So auch dieses, als es mich entdeckt, läuft es schnell zurück. Auch ich setzte meinen Weg fort. In den Wiesen blüht der Dill. Die Luft ist erfüllt vom Duft der Wildkräuter.
Auch nach diesem langen Spaziergang steht wieder ein neuer Wildblumen-Strauß auf dem Tisch.
1
Kommentare
Conny schrieb am 2007-09-24 11:39:40:
Super schöne Kurzgeschichte!
Traumfänger schrieb am 2007-03-30 18:42:26:
Ich bedanke mich bei Uwe Haller, dass ich einige Textzeilen von seiner Schweden-Homepage übernehmen durfte.
Kommentar hinzufügen