Ein Strohhalm im Dunkel
von
Peter Bochanan
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Eddyl lebte auf der Straße seit seine Mutter gestorben war. Sein Vater war schon vor langer Zeit abgehauen. Eddy hatte bei den Pennern die unter einer Brücke des Hudson River lebten sein neues zu Hause gefunden. Er war aus dem Heim getürmt weil er sich dort nicht zurechtfand mit all den Regeln und Vorschriften. Von der Brücke aus machte er jeden Tag seine Runde und erbettelte sich Geld oder etwas zu essen und wenn etwas übrigblieb dann gab er es an seine neuen Freunde ab und diese kauften sich davon eine Flasche Schnaps und eine Gallone billigen Rotwein. Dann konnten sie sich abends alle ein wenig aufwärmen unter der Brücke denn es war empfindlich kalt geworden. Es war Dezember und in einer Woche würde Heiligabend sein. Auch heute machte Eddy sich auf den Weg um seine tägliche Ration an Essen und Trinken zu organisieren. In den paar Monaten die er jetzt unter der Brücke lebte hatte er schnell herausbekommen, manchmal auch mit Hilfe eines seiner neuen Kumpels, wer gerne half und wer nicht. Diese Leute suchte er dann meistens auf und die Sachen die er von ihnen bekam steckte er in eine alte, zerrissene Umhängetasche die er ständig bei sich trug. Einiges von dem was er im Laufe des Nachmittags bekommen hatte war schon verzehrt denn wenn Eddy unterwegs Hunger bekam dann stellte er sich in eine Ecke und aß etwas davon. Es war schon dunkel geworden und Eddy kürzte den Weg zu seinem nächsten " Lieferanten " ab indem er durch eine kleine, dunkle Gasse ging die zwei große Hauptstrassen miteinander verband.Ungefähr in der Mitte der Gasse hörte er plötzlich rechts neben sich ein Geräusch. Eddy zuckte zusammen und sprang einen Schritt nach links. " Wer ist da ? Laß dir bloß nix einfallen Mann, ich hab ein Messer, also laß mich besser in Ruhe." Eddy zitterte an allen Gliedern. Er wollte losrennen so schnell er nur konnte, da ertönte eine Stimme aus dem diffusen Dunkel heraus. " Du brauchst keine Angst zu haben. Ich tu dir nichts. Ich habe mich hier nur versteckt weil die Bullen hinter mir her waren. Die wollten mich wieder zurück ins Heim bringen aber da will ich nie wieder hin." Dann trat ein Junge aus dem Dunkel heraus ins Licht und sah sich vorsichtig um ob Edyy auch alleine war. Der Junge war etwa im gleichen Alter wie Eddy und sah auch genauso schmutzig und verwahrlost aus wie dieser. Als er sicher war das sie alleine waren trat er auf Eddy zu und gab diesem die Hand. " Hallo, ich bin Harry, und du ? " " Ich bin Eddy. Sag mal, bist du auch aus dem Heim ausgebüchst ? In welchem warst du denn ? Ich war in dem in der 48. Straße aber das war nichts für mich. Jetzt lebe ich unter der Brücke des Hudson in der nähe des Hafens. Wenn du nicht weißt wohin kannst du gerne mitkommen. Wir rücken ein wenig zusammen und dann ist auch noch Platz für dich." " Werds mir überlegen. Wo willst du denn hin ? " Eddy erzählte Harry das er unterwegs wäre zu einem Metzger der um diese Zeit, kurz vor Ladenschluß, immer seine Wurstabfälle die er sonst wegwarf, Eddy überließ. " Ich hab da was besseres, da kriegst du sogar eine warme Mahlzeit. Komm mit, ich zeig dir wo das ist." Harry marschierte los aber Eddy folgte nicht. " Das ist doch wohl kein Hospitz oder so was ? Die bringen mich nach der warmen Mahlzeit doch umgehend wieder ins Heim. Da hab ich keinen Bock drauf. Laß mal, ich gehe lieber zu meinem Metzger." " Quatsch" entgegnete Harry " ich würde doch niemals in ein Hospitz gehen. Nein, das ist eine sehr nette Familie. Sie haben selber 4 Kinder und Mrs. Shelby sagt immer wenn ich komme " Wenn wir 4 Mäuler gestopft kriegen das ist auch noch was für ein 5. da, toll nicht ? " Eddy war immer noch skeptisch. " Warum gehst du denn da nicht selber hin ? Du bist doch auch froh wenn du was warmes zwischen die Rippen kriegst ? " " Ich hab noch 2 Familien in der Art, da geh ich dann immer abwechselnd hin. Na komm schon, keine Angst, die beißen nicht." Eddy gab sich einen Ruck undsie gingen los. Während des ganzen Weges unterhielten sie sich über ihre Schicksale die sich gar nicht so sehr voneinander unterschieden. Nach ungefähr 20 Minuten Fußmarsch waren sie in einer ruhigen Nebenstraße angekommen und Harry zeigte auf ein Haus auf der anderen Straßenseite. " Da ist es, komm wir gehen rüber." Sie überquerten die Straße aber plötzlich blieb Eddy stehen. " Du kommst aber mit damit die Leute dich sehen ja ? Die denken sonst ich wäre verrückt geworden einfach bei ihnen zu klingeln oder schlimmer noch, die rufen die Polizei und ich komme wieder ins Heim." " Keine Sorge Eddy, ich bleibe bei dir bis du im Haus bist. Ich wollte Mrs.Shelby ohnehin guten Abend sagen, also komm schon." Die beiden gingen auf das Haus zu und nach längerem Zögern faßte sich Eddy ein Herz und betätigte die Türglocke. Als die Türe geöffnet wurde stand eine dunkelhaarige Frau um die 35 im Türrahmen. Sie lächelte Eddy an und der sprudelte auch vor lauter Verlegenheit gleich los " Verzeihen sie Miss wenn ich sie so einfach...ich meine ich bin...na ja Harry hier hat mich hierhergebracht und sagte das ich..." Die Frau unterbrach ihn mit ruhiger und angenehmer Stimme und sagte " So so, Harry hat dich hierhergebracht. Wo ist denn Harry, ich habe ihn lange nicht mehr gesehen ? " " Na hier ist er doch." Eddy drehte sich um und zeigte auf...Harry war verschwunden, einfach nicht mehr da. Eddy war vollkommen verwirrt und wußte nicht was er jetzt machen sollte aber Mrs. Shelby nahm ihm diese Entscheidung ab. " Nun komm erst einmal herein. Du siehst aus als könntest du etwas zu essen vertragen. Das trifft sich gut denn wir essen gleich zu abend, ich lade dich herzlich ein." Sie streckte Eddy die Hand entgegen und zog ihn behutsam ins Haus. Dann schloß sie die Haustür und rief ihrem Mann zu " Jim, ruf die Kinder zum essen. Wir haben hungrigen Besuch bekommen und sollten heute etwas früher essen als sonst. Sie führte Eddy ins Bad wo er sich die Hände waschen konnte und dann ins Eßzimmer wo Jim und die 4 Kinder schon an der Tafel saßen. Sie alle begrüßten Eddy herzlich und er nahm in deren Mitte Platz. Dann aßen sie alle mit gutem Appetit und während des Essens erfuhr Eddy das Jim und Henrietta, so hieß Mrs. Shelby mit Vornamen, alle diese Kinder hier aufgenommen hatten. Sie hatten alle einmal auf der Straße gelebt und da die Shelby`s keine eigenen Kinder bekommen konnten hatten sie ihr Haus auf diese Weise mit Leben erfüllt. " Du kannst wenn du möchtest erst einmal bei uns bleiben. Oben ist noch ein Bett frei und morgen sehen wir weiter." sagte Mr.Shelby nach dem Essen. Damit war eigentlich alles klar, nur 2 Fragen blieben noch offen. Hatte Eddy hier ein neues zu Hause gefunden und......wer war dieser Harry ?????
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Kommentare
Amaryllion schrieb am 2007-03-29 20:26:53:
Es ist wirklich gut geschrieben, das zum ersten. :)
Doch die Geschichte an sich finde ich verwirrend. Für mich stellt sich weniger die Frage danach, ob Eddy hier ein neues zu Hause gefunden hat und wer Harry ist, sondern wie jemand auf die Idee kommt, wahllos alle Kinder auftzusammeln, die an seiner Tür läuten. Und das ohne irgendwelche Fragen. Ich würde entweder schlimme Dinge vermuten, die Eddy hier erwarten oder daß die Idee für diese Motivation fehlt (was ich nicht unterstellen will).
Was ich wirklich wichtig fände, wären Absätze, die diesen Text einfacher und lockerer lesen lassen. Ich gebe zu, ich war fast faulheitsbedingt schon geneigt, die Seite vor dem Lesen wieder zu schließen als ich diesen Fließtext im Block sah...
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