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Kategorien > Leben > So kanns laufen

Ein ganz normaler Freitag Abend - wirklich ?

von Christian Schulz

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ölige Tranpfützen und auf Hasis Nachtschränkchen stand: Die leere Dose Bratheringe! Das heißt, nicht ganz leer, denn sie war noch voller Öl und Fischgräten. Ein Fischschwanz lag neben Hasis Radiowecker. Die ganze Bude stank.
„KÜHLI!!!!!!!“, schrie Hasi, und rannte aus seinem Zimmer auf Kühlis Tür zu.
Hasi rüttelte an der Klinke, doch Kühli hatte abgeschlossen. Außer sich vor Wut trommelte Hasi vor die Tür, riss wie verrückt an der Klinke und trat schließlich mehrmals vor die Tür.
„Kühli, was soll denn bloß diese Scheißeeee ??? Warum steht der Pott Fisch in meinem Zimmer ???“ Als Antwort kam erst mal nur ein leises Gemurmel aus Börnis Raum –
Hasis Schreie hatten ihn wohl ein wenig aus dem Rüdesheimer Delirium gerissen.

Schließlich stand Kühli auf und öffnete die Tür. Er kratzte sich schläfrig am Hinterkopf und fragte gutmütig nach, was Hasi genau wissen wolle, er hatte schon geschlafen und es deshalb nicht mitgekriegt. Die Fäuste geballt und mit stechendem Blick wiederholte Hasi seine Frage : „WARUM - STEHT – DER – FISCH – IN – MEINEM – ZIMMER ???????“
Kühli antwortete nur schulterzuckend mit schläfriger Stimme : „Ich wusste nicht, wohin damit. Der Mülleimer is doch voll. Und da fiel mir dein Zimmer ein, weil...du bist doch sowieso dran mit Müll wegbringen!“
„Kühli, die ganze Bude stinkt!“, schrie Hasi. „Und der ganze Boden is voller Öl, und Fischstücke liegen auf meinem Nachttisch! Ich....oh, warte!!!“, schrie er. Jetzt war es zuviel. Hasi drehte um und raste zurück in sein Zimmer. Jetzt sollte Kühli die volle Ladung kriegen.
Die volle Ladung Fischöl. Voll ins Gesicht am besten. Oder noch besser...ins Bett!
Hasi schnappte sich die Dose Fisch und machte sich auf den Rückweg zu Kühli, wobei das Öl mehrmals leicht überschwappte und mit ein paar kleinen Zwiebelstückchen auf den Boden seines Zimmer platschte.
Im Flur jedoch sah er, wie sich die Tür von Kühlis Zimmer langsam wieder schloss. „Kühli, halt! Du kommst mir so nicht davon! Ich...“, schrie Hasi noch, aber er hatte zuviel Fahrt drauf. Er prallte vor Kühlis Tür und verlor dabei das Pöttchen Fischöl aus den Händen. Es segelte durch die Luft und verlor seinen Inhalt nun hier im Flur – und dieser Inhalt landete zu einem beträchtlichen Teil auf Hasi selbst, der nach dem Aufprall auf den Boden gesunken war. Dort saß er nun in ohnmächtiger Wut, entfernte ein Fischgerippe von seiner Schulter und betrachtete die große Fischölpfütze auf seinem rechten Hosenbein.
„NEEEEEEIIN!!!!!!“
Markerschütternd muss dieser Schrei bestimmt die halbe Straße hinab zu hören gewesen sein. Auf diesen folgte nur ein Brummen aus Börnis Zimmer, und – als Hasi sich langsam erhob – ein müdes „Nacht, Hasi!“, aus Kühlis verschlossenem Zimmer.
Resigniert schlurfte Hasi ins Badezimmer, warf T-Shirt und Hose auf den fast mannshohen Stapel Dreckwäsche und wusch sich gründlich die Hände. Wenn das Wasser jetzt nur noch warm werden würde. Oder wenigstens Seife da wäre. Mist!
Na, er war nun doch jetzt so ausgepowert, dass er wohl trotzdem sofort einschlafen würde.
Nur morgen hatte er dann nichts mehr anzuziehen. Würde er wohl morgen waschen müssen.
Aber nur seine Sachen. Börni und Kühli hatten ihren Scheiß gefälligst selbst zu machen.
Und wenn Kühli den Fischmist nicht vom Flurboden wischen würde...dann.......
Hasi machte noch einen Lappen nass und wischte den Mist von seinem Nachtschränkchen und die Tropfen vom Boden weg, öffnete das Fenster weit und streckte sich schließlich auf seinem Bett aus.

Was für ein Freitag Abend. Na, morgen war ja Bandprobe und abends Saufen inner Stadt.
Was die beiden hier zuhause dann trieben, war ihm ziemlich egal.

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