Ein regnerischer Tag
von
Michael Behofsics
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Es regnete in strömen als Mick in das kleine Cafè an der Ecke ging um sich mit seinem Arbeitskollegen zu treffen.
Dezenter Geruch von frischen Backwaren und Tee, ließ ihn in Erinnerungen an alte Zeiten schwelgen als er das Cafè betrat. Er zog seinen Regenschirm Zusammen und klemmte ihn unter den Arm.
Er sah kurz in die Runde und erblickte auch schon Ray, seinen Arbeitskollegen. Mick mochte Ray nicht besonders aber durch irgendeine Fügung kam es hin und wieder vor das er sich mit Ray auf einen Kaffee traf. Ray war kaum zu übersehen, er stach regelrecht aus der Menge durch seine Hässlichkeit. Sein Haar war etwas länger als es im Büro vorgeschrieben war und sah aus als ob er es zurück gegelt hätte. Hatte er aber nicht, es war einfach nur fettig und sollte seine beginnende Glatze überdecken. Rays Kopf war immer hochrot und immer stand ihm Schweiß auf der Stirn. Sein Anzug war verknittert und faltig, und sogar eine Nummer zu groß, vielleicht auch zwei.
Mick ging zu dem kleinen Tisch in der Ecke an dem Ray saß und seinen Kaffee schlürfte.
Als er noch ein paar Schritte entfernt war tönte es schon:“ Hey Mickey! Hier bin ich.“
Wobei Ray auffällig winkte. Mick setzte ein gespieltes lächeln auf und nickte ihm freundlich zu.
„Hey Ray, wie geht’s dir?“ sagte er während er Ray die Hand schüttelte.
Unfassbar! Der Mann musste Schweißdrüsen haben wie Autoreifen, seine Hände waren triefnass.
„Och naja du weißt ja wie’s läuft. Man kämpft sich so durch. Und was gibt’s bei dir so neues?“
Ray setzte sein dummfragendes Gesicht auf als ob es ihn wirklich interessieren würde, aber er bekam es irgendwie nicht so richtig hin, so dass er aussah als hätte er Verstopfung.
Die Kellnerin kam und Mick bestellte einen Earl Gray. Eigentlich mochte er ihn gar nicht aber es hörte sich so hochgestochen und kultiviert an wenn er ihn bestellte.
„Nicht viel, hab `ne menge zu tun mit Frau und Kind.“
„Ooh, der große Familienvater! Musst ehelichen Pflichten nachkommen hab ich recht? Erzähl mal, irgendwelche Schweinereien?“
Mick zündete sich eine Zigarette an und blies Ray den Rauch provokant ins Gesicht. Es sollte soviel bedeuten wie >Leck mich am Arsch< .
Ray lachte auf, aber es hörte sich mehr an wie ein Grunzen wie Mick fand.
„Ich mach doch nur Spaß Mann ,weißt du doch.“
Er beugte sich ein wenig nach vor und hob eine Augenbraue :“Hast du die neue Sekretärin vom Chef gesehen?“ Er machte eine vulgäre Geste mit seiner Zunge.
„Die würd ich nicht von der Bettkante stoßen!“ wieder dieses Grunzen.
Mick verdrehte die Augen.
„Jaja ich weiss ja du bist verheiratet und hast Kinder und so Scheiß, aber ehrlich, ich wette du siehst manchmal auch nur ein Paar Titten durch die Gegend hüpfen.“
In dem Moment brachte die Kellnerin den Earl Gray. Als sie sich umdrehte um von dem Tisch neben ihnen die Tassen zu nehmen, versuchte Ray der Kellnerin unter den Rock zu Schauen.
Mick blinzelte und in diesem Bruchteil einer Sekunde stellte er sich vor wie er den Regenschirm nahm und ihn Ray mit der Spitze ins Genick trieb.
Eine befriedigende Vorstellung wie er fand.
„Du bist `ne Sau.“ sagte Mick mit angewidertem Gesichtsausdruck.
„Hey, ich bin ja noch single.“
„Sowas tut man einfach nicht.“
„Mickey Boy! Reg dich ab. Komm wir ziehen heut ein bisschen durch die Lokale, was sagst du?“
„Ich kann nicht. Ich hab Familie kapier das doch.“
„Deine Familie wird doch einen Abend ohne dich auskommen, du rufst sie an und sagst, du hast einen alten Schulfreund getroffen, und mit dem gehst du was Trinken. Voila!“
„Ach ich weiß nicht.“
„Komm schon, ich kenn da nen Club da woll’n die Frauen alle nur das eine, sind alle voll besoffen. Da geh ich öfter mal hin.“
Mick verdrehte wieder die Augen, er spürte wie der Ekel und die Wut gegenüber Ray stieg.
„Wie lange Arbeiten wir jetzt schon zusammen?“ wollte Ray wissen.
„Etwa fünf Jahre.“ Antwortete Mick.
„Fünf Jahre und wir waren noch nie irgendwo die Sau rauslassen. Da läuft doch schon was grundsätzlich falsch. Komm schon wir reißen uns Bräute auf und vernaschen die dann in meiner Wohnung, von mir erfährt keiner was.“
Mick ballte die Faust und konnte sich nur noch mit Mühe beherrschen.
Zwei junge Frauen setzten sich an den Tisch neben ihnen und Mick fürchtete schon das Ray sein Ding rausholt und damit vor ihren Nasen rumwedelt. Aber das passierte zum Glück nicht.
Als die Kellnerin kam um die Bestellung der beiden aufzunehmen, sah Mick schon wie Ray auf ihren Hintern starrte. Er sah in Zeitlupe wie Ray weit ausholte, und als seine Hand auf dem Gesäß der Servierbediensteten aufschlug, gab es einen lauten Schnalzer und ein erschrockenes quietschen.
Mick platzte der Kragen. Er stand auf, nahm seine Tasse und schleuderte sie Ray gegen den Kopf. Sowie die Tasse zerbrach platzte Blut aus seinem Kopf hervor und ein lauter Schmerzensschrei ertönte.
Ray sprang auf, stolperte zur Seite und fiel der Länge nach hin.
Mick schnappte seinen Regenschirm und schlug mit dem Holzgriff solange auf seinen Kopf ein bis der Griff brach. Blutiges Holz flog durch die Gegend. Mick drehte den Regenschirm um und schlug weiter auf den Kopf ein.
Man hörte wieder ein Brechendes Geräusch, aber diesmal war es nicht der Regenschirm der Brach, sondern Rays Schädel.
Keuchend stand Mick mit dem Regenschirm da. Alles war still und niemand tat etwas.
„Puh!“ machte Mick, fuhr sich mit den Fingerspitzen durch die Haare, klemmte sich den Regenschirm unter den Arm und verließ das Cafè.
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Kommentare
anni schrieb am 2007-11-19 17:06:33:
ich glaub die sind beide etwas .......... najaa
Coils schrieb am 2006-10-24 11:16:00:
Solche Menschen gibt es wirklich - denen möchte man einfach nur die Fresse polieren ;-)
Konnte mir den Schmierlappen richtig vorstellen, allerdings macht es für mich wenig Sinn, warum sie sich getroffen hatten, wo Mick ihn so verabscheute? Oder war es zufällig? Dann kam das nicht so durch! Denn wenn man sich nur das Gespräch durchliest, spürt man sofort die tiefe Verachtung, nicht erst nach einer Zeit. Vielleicht das Gespräch etwas länger machen und Ray nicht von 0 auf 100 unsymphatisch machen! Bis dahin, schreib weiter, macht Spaß, Deine Sachen zu lesen...
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