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Kategorien > Vampire > Liebe

Ein ungewöhlicher Wunsch Teil 3

von malli

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Ungestüm durchquerte sie den Wald und übergab sich ganz ihren Instinkten, als sie ein Geräusch hinter sich hörte. Augenblicklich blieb sie stehen, da sie sofort wusste, dass es sie verfolgte. Sybilla schnupperte und erfasste den ihr bekannten und doch so geheimnisvollen Geruch.
Plötzlich stand Caleb vor ihr, er sah aus, wie ein schwarzer, zu groß geratener Wolf mit intelligenten Augen. Hechelnd blieb er auf Abstand, da Sybillas Geruch ihn in Wolfsgestalt zu sehr an seine Kriegszeit erinnerte. Dennoch konnte Caleb nicht umhin Sybillas Schönheit zu bewundern, ihre Locken fielen ihr wirr ins Gesicht, ihre Schuhe hatte sie im Lauf verloren und ihre Augen strahlten unbezwingbare Wildheit aus.
„Wieso bist du hier?“, ihre Stimme zitterte ein wenig; einem Menschen wäre es nie aufgefallen.
Caleb setzte sich auf die Hinterbeine und sah Sybilla an. Weshalb er das Auto am Straßenrand hatte liegen lassen und sich nach so vielen Jahren wieder verwandelt hatte, wusste er nicht.
Nur eines war Caleb sicher, dass er Sybilla nicht einfach so gehen lassen konnte.
„Kannst du dich nicht verwandeln?“, fragte sie und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
Der Wolf vor ihr schüttelte den Kopf.
„Wieso? Musst du jetzt die ganze Nacht so bleiben?“, Sybilla verstand schnell. „Und nun?“
Der Wolf winselte und legte den Kopf schief.
Sybilla ließ die Arme sinken und schaute Caleb in seiner Wolfsgestalt an.
„Ich soll dir wohl etwas erzählen? Nun, das ist schlecht…ich weiß nicht besonders viel. Als ich noch ein Mensch war, hatte ich keine Freunde, denn ich mochte am liebsten mit mir allein sein. Als ich ein Vampir wurde, änderte sich daran nichts. Mein neues Leben bestand aus Laufen, Jagen und Trinken.“, Sybilla sah den Wolf nicht an, sie hasste es von sich selbst zu erzählen, aber dies war wohl die einzige Möglichkeit, dass er bei ihr blieb.
„Als ich in Belgien war, habe ich mal einen Vampir getroffen. Er war sehr alt, sah aber wie ein kleiner Junge aus. Er war fürchterlich langweilig, aber ich glaube das sind wir alle, weil wir alle gleich sind.“
Der Wolf schüttelte entschieden den Kopf.
Caleb hätte Sybilla gerne gesagt, dass sie vollkommen anders war. Noch nie hatte ein Wolf einen Vampir gemocht und…Caleb stockte bei seiner Selbsterkenntnis. War das wirklich wahr? Mochte er Sybilla? Nein, schrie er in Gedanken und versuchte Sybilla nichts davon merken zu lassen.
Sybilla registrierte, dass das große Herz des Wolfes schneller zu schlagen begann.
„Geht es dir gut? Soll ich lieber aufhören zu erzählen?“, Sybilla reckte den Hals ein wenig vor, als strenge sie sich an, die Gedanken des Wolfes zu lesen.
Caleb ließ den Kopf sinken, er hatte vergeblich versucht diesen Gedanken aus seinem Kopf zu verscheuchen.
„Sag mal, wenn dein Herz schlägt – du also lebst – dann bist du nicht unsterblich, oder?“, fragte Sybilla ein wenig traurig, denn sie wurde sich ihrer eigenen Unsterblichkeit bewusst – das, was sie immer als ihre größte Freiheit betrachtet hatte, schien ihr nun wie eine große Bürde.
Der Wolf sah auf.
Plötzlich brachen die ersten Sonnenstrahlen durch die Blätter und trafen das dunkle Fell des großen Wolfes und mit einemmal – für das menschliche Auge unsichtbar – stand Caleb wieder aufgerichtet vor Sybilla.
Mit einem Schrei sprang der junge Mann plötzlich auf Sybilla zu und stieß sie zu Boden; schützend beugte er sich über sie und versuchte ihre weiße Haut vor den Sonnenstrahlen zu schützen. Sybilla lag steif auf dem Boden und regte sich nicht, mit großen Augen sah sie Caleb an, dann hob sie fragend eine Augenbraue. Ein roter Lichtstrahl fiel auf ihre bleiche Haut, die jetzt sehr zerbrechlich aussah.
Caleb sprang auf und knurrte: „Was soll das? Du bist doch ein Vampir!“
Sybilla kam ebenfalls blitzschnell auf die Beine und ballte die Hände zu Fäusten: „Ja, und?“
Caleb starrte zur Sonne, dann zurück zu dem Vampir: „Ihr zerfallt zu Staub…“
Sybilla lachte glockenhell: „Nein! Das ist doch alles nur ein Märchen…du kennst dich doch so gut mit Vampiren aus! Und du weißt nicht einmal, dass wir gegen Sonnenlicht resistent sind?“
Caleb schüttelte den Kopf und sein schwarzes Haar wehte jetzt im Morgenwind.
„Aber alles andere stimmt?“, fragte er zaghaft.
Sybilla lächelte: „Ich habe Fangzähne.“ Stolz zeigte sie auf ihre Eckzähne, die nur ein wenig länger waren, als die von Menschen. „Aber ich schlafe nicht in Särgen – ich schlafe überhaupt nicht.“
Caleb schüttelte den Kopf und setzte sich an einen Baum in der Nähe: „Aber die Vampire im Norden, sie können das Sonnenlicht nicht ab und sie schlafen in dunklen Nischen.“
Sybilla ging einen Schritt auf ihn zu: „Diese Vampire sind sehr alt, denkst du wir Vampire sind von der Evolution ausgeschlossen?“ Sybilla lächelte.
„Das bedeutet, dass du mächtiger bist als die alten Vampire.“, schlussfolgerte Caleb.
Sybilla lachte, das war ihr vollkommen egal.
„Ich bin mir sicher, dass die meisten Vampire heutzutage keine Probleme mehr mit der Sonne haben. Ich finde sie sogar ganz angenehm, sie lässt einen die Wärme erahnen, die man selbst nicht mehr empfinden kann.“
Caleb schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf: „Du bist so…anders. Du hast Recht, wir können keine Feinde sein. Niemals würde ich jemanden angreifen können, der so menschlich ist, wie du.“
Sybilla sah auf den Boden, wäre sie noch ein Mensch, dann würde sie jetzt rot werden; sie sah wieder kurz auf und hatte das Gefühl auch etwas sagen zu müssen: „Du bist noch menschlicher; ich würde dich eher Mensch, als Wolf nennen. Wir sind wohl beide keine Geschöpfe der Nacht mehr.“
Caleb grinste kurz, dann schüttelte er den Kopf: „Aber wir gehören in die Nacht.“
Sybilla legte ihren Kopf schief: „Was meinst du damit?“
„Wir sind das Böse und das Böse lebt nun einmal nachts; jedenfalls glauben das die Menschen. Wir sollten hier nichts sitzen wie zwei ganz normale Leute, wir sollten uns in irgendeiner dunklen Nische verkriechen und auf die Dunkelheit warten, um den Menschen in ihren Albräumen zu begegnen.“
Sybilla stand auf, sie verstand nicht, was Caleb damit sagen wollte.
Caleb selbst hatte schon immer Schwierigkeiten mit dem gehabt, was er nun einmal war. Er wollte kein Werwolf sein, er wollte ein Mensch sein: Geboren werden, Schlafen, Lieben, Sterben. Caleb biss sich auf die Lippe, weil er wusste, dass es ihm nicht vergönnt war; er sehnte sich nach einem ganz normalen Leben. Stattdessen lebte er in der Welt der Menschen wie ein Geist, der zwar ihr Bildnis angenommen hatte, aber doch nie dazu gehören würde. Auf Ewigkeiten würde er einem normalen Leben nachjagen – und es nie erreichen.
Er schaute zu Sybilla hoch, die wie eine Statue im Sonnenlicht stand und den Horizont fixierte, ihr dunkles Haar wehte im Wind.
Ihm fiel auf, was sie auch äußerlich von einem Menschen unterschied – die glatte, bleiche Haut, die fast durchscheinend aussah; ihre katzenartigen, viel zu schnellen Bewegungen und die schwarzen, lebhaften Augen, die in der Tiefe einen eindeutigen Rotstich

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Kommentare

malli schrieb am 2009-03-05 10:35:12:
Ja, es wird eine Fortsetzung geben!
Danke für die Kommentare :)
lg
malli
Kyouyama schrieb am 2009-03-04 14:31:28:
oh wow ganz toll viel besser als das letzte kapitel einfach toll
wirklich gefällt mir riesig =)
jenny schrieb am 2009-03-04 14:21:27:
wahnsinnig gute geschichte!!!!
freue mich riesig auf den nächsten teil!!!

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