Ein ungewöhnlicher Wunsch
von
malli
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Sybilla ging an den Türstehern vorbei und würdigte die Männer keines Blickes, die beiden sahen sich viel sagend an, bevor sie das hübsche Mädchen wortlos in den Club ließen.
Mit anerkennenden Blicken starrten sie der langbeinigen Brünetten hinterher.
Sybilla ging durch den dunklen Gang und übersah die Kasse geflissentlich – wozu bezahlen?
Das Mädchen an der Kasse bekam nicht einmal den Mund auf, sie traute sich kaum die junge Frau anzusehen und ließ Sybilla schließlich passieren, ohne sie bezahlen zu lassen.
Nun erreichte Sybilla die Theke und spürte, wie alle Blicke auf ihr lagen – gelangweilt setzte sie sich auf einen der Barhocker und strafte einen etwas zu mutigen Mann neben ihr, der es gewagt hatte bewundernd durch die Zähne zu pfeifen, mit einem bösen Blick.
Alle anderen Männer sahen schnell weg und sie schauderten, solche Augen, schwarz wie die Nacht, hatten sie noch nie gesehen. Aus den Augenwinkeln musterten sie die Fremde, die jetzt die Beine übereinander schlug und den Barkeeper ignorierte, der stotternd hinter der Theke stand und ihr etwas anbieten wollte.
Die Frauen hatten bei Sybillas Anblick sofort den Raum verlassen und waren zu einem der Dancefloors gegangen, als hätten sie einerseits den Stimmungsumschwung im Raum gespürt, anderseits weil sie wussten, dass kein Mann sie jetzt noch ansprechen würde.
Sybilla selbst wusste nicht wirklich warum sie hier war, es schmerzte sie – die Hitze, die Gerüche, die Stimmung; aber irgendetwas hatte sie hierher gezogen.
Sie stand auf und warf ihre großen Locken über ihre Schulter, der Mann neben ihr zuckte plötzlich zusammen und fiel fast vom Stuhl. Mit schwebendem Schritt ging sie auf den Dancefloor zu, augenblicklich schlug ihr die große Hitze wallenden Blutes ins Gesicht und Sybilla stockte – konnte sie das wirklich aushalten? Langsam nickte sie und nahm sich vor nur einmal den Dancefloor zu umlaufen und dann wieder zur Theke zu gehen.
Es war brechend voll, das machte es nicht gerade leichter, aber Sybilla hatte Glück, dass die Menschen um sie herum automatisch zwei Schritte zurück wichen; sie fürchteten sich vor der Kälte, die Sybilla ausstrahlte. Sie war sich sicher, dass einige von ihnen Angst bekamen; bei dem Gedanken lächelte sie.
Nachdem Sybilla fast einmal herum gelaufen war, roch sie plötzlich etwas, das sie nicht einordnen konnte. Erschrocken stellte sie sich in Kampfstellung und zischte, ein paar Leute um sie herum kreischten.
Was war das bloß? So ein eigenartiger Geruch – es war niemand von ihrer Art, aber auch kein Mensch.
In geduckter Haltung ging sie auf den Ausgang zu, alle ihre Sinne waren gespannt. Sie sah die unsicheren Gesichter, die sich schnell von ihr abwandten; roch das Blut, das unter ihrer Haut durch die Adern rauschte – es war kaum zu überhören, wie der Sturm der Herzen pochte; außerdem vernahm sie alle Gespräche – hier und außerhalb des Clubs; Sybilla konzentrierte sich auf den Geruch, sein Ursprung war anscheinend draußen. Langsam richtete sie sich auf und wartete auf das, was jetzt gleich um die Ecke kommen würde.
Roch es sie auch? Kurz überlegte sie, ob sie den Geruch unangenehm fand.
Innerhalb einer zehntel Sekunde duckte sie sich wieder, wenn es angriff, würde sie sich gut verteidigen können, denn sie war schnell und stark; an die Menschen konnte sie jetzt nicht denken, auch sie müssten im Falle eines Kampfes sterben – keine Zeugen.
Eine Gruppe von Männern kam lachend herein, ihre Haare waren schwarz und fielen ihnen über den Rücken, aber von ihnen ging der Geruch nicht aus, klebte jedoch an ihren Kleidern.
Sybilla wartete, dann folgte ein junger Mann – ebenfalls mit schwarzen Haaren. Er warf nur einen kurzen Blick um die Ecke, entdeckte sie, dann verschwand er und Sybilla hörte, wie er den Club hastig verließ – sie hörte sein Herz rasen, roch seine Angst.
Nein, schrie es in ihr und Sybilla sprang mit weichen, gekonnten Schritten hinter ihm her.
Sie sah ihn auf dem leeren Parkplatz neben seinem Auto, er starrte zu ihr, dann hörte sie ein Knurren aus seiner Kehle.
Sybilla zischte und duckte sich wieder.
„Ich will nicht kämpfen.“, sagte er leise, aber er war sich bewusst, dass sie ihn hören konnte. Langsam erhob sie sich und wartete, sie wollte nicht, dass er wegfuhr. Was wusste er? Und was war er für ein Geschöpf?
„Hörst du? Wenn wir kämpfen gibt es Tote!“, sein Blick wanderte zu einem Paar, das gerade einen weiten Boden um Sybilla machte.
„Was bist du?“, zischte Sybilla und ging ein paar Schritte auf ihn zu.
„Das weißt du nicht?“, ihm entfuhr ein Lachen. „Ein Geschöpf der Nacht, wie du.“
Sybilla schüttelte unwillig ihre Mähne: „Dein Herz.“
„Ja, ich lebe; so wie du dem Durst verfallen bist, bin ich ein Diener des Mondes.“, seine Augen zuckten kurz zu der Halbsichel am Nachthimmel.
Sybilla machte wieder ein paar Schritte auf ihn zu und legte den Kopf schief, sie fand den jungen Mann äußerst interessant.
Er hob abwährend die Hände: „Nein, komm nicht näher! Ich muss jetzt weg.“
„Sind wir Feinde?“, fragte Sybilla zaghaft.
Die Augen des Mannes weiteten sich überrascht: „Ich denke…ja.“
Sybilla nickte, sie war noch nie so einem Geschöpf begegnet, aber auch sie wollte nicht mit ihm kämpfen – im Gegenteil.
„Bitte lass mich jetzt wegfahren. Und du…geh und jage woanders. Ich will nicht gegen dich kämpfen.“, der junge Mann stieg ins Auto und lies den Motor an. Gekonnt sauste er aus der Parklücke und fuhr vom Parkplatz.
Sybilla spürte, wie ihr Innerstes rebellierte – ganz spontan rannte sie los und folgte ihren Instinkten, sie rannte an allen Autos vorbei und folgte dem schwarzen VW.
Nach wenigen Sekunden erreichte sie ihn und sprang auf das Autodach.
Sybilla öffnete die Tür und schwang sie auf den Beifahrersitz neben den jungen Mann, der sie anstarrte. „Es war klar, dass du nicht aufgibst.“, sagte er bitter.
Sybilla richtete ihre Locken und sah auf die Straße: „Ich will auch nicht kämpfen.“, sagte sie ruhig und atmete seinen Duft ein.
Der junge Mann guckte kurz auf die Straße, dann schaute er im ihre schwarzen Augen.
„Wie soll ich das verstehen?“
Sybilla zuckte die Schultern und lächelte ihn zögernd an, über sein Gesicht huschte ein Grinsen, dann streckte er ihr die Hand entgegen: „Ich bin Caleb.“
Sybilla ergriff seine Hand und spürte augenblicklich wie warmes Glück durch ihren Körper strömte und auch den letzten Winkel ihres Herzens ausfüllte.
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Kommentare
malli schrieb am 2009-02-27 19:15:42:
Hey,
Danke für die schönen Kommentare!
Ihr habt mich total angeregt diese Kurzgeschichte weiter zu schreiben und das ist etwas, das ich bis jetzt noch nie gemacht habe, da das Ende wirklich perfekt war!
Diese Geschichte liegt mir jedoch sehr am Herzen und somit habe ich mir deinen Vorschlag Kyouyama sehr zu Herzen genommen und ich hoffe, dass ich den Erwartundgen gerecht werden ;P
Falls meine Fortsetzung aber keine Leser findet - verspreche ich, es war die Letzte^^
lg
malli
hoss700atgmx.de schrieb am 2009-02-25 18:08:27:
Gut geschrieben und gekonnt dargestellt.
Fast wie im wirklichen Leben...
Gruss richy
007 schrieb am 2009-02-25 15:36:42:
soo...ertmal danke ds du meine geschichte gelesen hast^^
Deine Story gefällt mir und dein Schreibstil auch....außerdem find ich das Offene Ende gut...
Kyouyama schrieb am 2009-02-24 11:49:53:
wundervoll geschrieben ganz ehrlich gefällt mir sehr
ein paar tippfehler hast du drin
wirklich toller schreibstil
wie geht die geschichte weiter? ich hoffe es gibt eine Fortsetzung =)
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