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Kategorien > Vampire > Liebe

Ein ungewöhnlicher Wunsch Teil 4

von malli

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Caleb horchte auf, als er ihr Zische hörte – hatte sie einen Entschluss gefasst?
„Was ist?“, fragte er ohne nachzudenken.
Sybilla sah blitzschnell zu ihm herüber und Caleb fuhr erschrocken zurück, weil ihre Augen jetzt rot waren. „Deine Augen.“, entfuhr es ihm, dann bemerkte er, dass er ein wenig traurig wurde. Diese roten Augen machten Sybilla endgültig zum Feind, jetzt sah sie am wenigsten menschlich aus; Calebs Augen zuckten zu den Blutflecken auf ihrem Kleid.
Er musste es sich eingestehen: Sybilla war sein Todfeind und Caleb war einzige, der die Wölfe im Norden vor der größten Gefahr retten konnte.
Die Gefahr, die jetzt von Sybilla ausging, hatte er allein zu verschulden, deshalb war er jetzt dafür verantwortlich sie zu stoppen.
Sybilla kicherte und Caleb sah hoch.
„Du siehst komisch aus.“, sagte sie und hielt sich die Hand vor den Mund. Caleb schaute sie verständnislos an – Hatte sie überhaupt begriffen worum es hier ging?
Sybilla hatte über Calebs Gesichtsausdruck lachen müssen, eine Gefühlsregung, die sie nicht kannte. Noch nie hatte dieser Körper wirklich gelacht. Sybilla wunderte sich sehr, es schien, als würde Caleb einige menschliche Regungen in ihr wecken.
„Wieso lachst du?“, Calebs legte die Stirn in Falten, er war sich sicher, dass sie ihre Pläne vor ihm geheim halten wollte und sich deshalb unbeschwert gab.
Unbeschwert?, Caleb dachte darüber nach. Ein Vampir, der unbeschwert war? Er kannte Vampire, zu tausenden waren sie einst in sein Land geströmt und versuchten bis heute jede Nacht die Werwölfe zu überrennen. Caleb konnte sich nicht vorstellen, dass jemals einer von diesen Vampiren unbeschwert war; er kannte nur zu gut ihre hastigen Bewegungen, es schien als würden sie ständig unter Strom stehen – ein Lächeln auf dem Gesicht eines Vampirs war nur schlecht vorstellbar.
Aber jetzt stand er vor Sybilla, einem großen, blassen Vampir, der ihn anlächelte. Caleb schüttelte den Kopf, er durfte jetzt nicht gefühlsduselig werden; er durfte sie nicht an ihn heran lassen.
„Du hast so eigenartig geguckt. Angestrengt. Wütend. Als würde dein Kopf gleich explodieren, weil du zu viel denkst.“, Sybilla stand jetzt wieder ganz still. Das Lachen hatte sich in diesem Körper fremd angefühlt, irgendwie unecht.
Caleb nickte nur einmal, denn er hatte einen Entschluss gefasst. Dass er Sybilla hindern musste, den anderen Vampiren vom Nordkrieg zu erzählen, stand fest; aber Caleb war sich sicher, dass es nur eine Möglichkeit gab: Er musste Sybilla heute Nacht töten.
Verzweifelt schloss Caleb die Augen und presste seine Fingerspitzen an die Schläfen – Sybillas Anwesenheit war vergessen.
Heute Nacht, wenn er sich wieder verwandeln konnte und Herr seiner übernatürlichen Kräfte war, musste er sie stellen. Er war etwa gleichstark, wenn auch nicht so schnell, dafür aber kampferprobt.
Caleb stellte sich vor, wie der Mond aufgehen würde und er seine Wolfsgestalt annähme, dann würde er auf Sybilla zuspringen; seine scharfen Zähne an ihrem Hals – er würde reißen, zerren und ihre Knochen würden knacken – er würde ihr alle Gliedmassen abtrennen und dann in allen Himmelsrichtungen verstreuen.
Ohne Erfolg bemühte sich Caleb dabei ein gutes Gefühl zu haben, er stellte sich vor, welche Gefahren er von seinem ganzen Rudel fern halten würde. Vor seinem inneren Auge spielte sich immer wieder die gleiche Szenerie ab: Sybilla, die ihn erschrocken anzischt, als er sich verwandelt. Sybilla, die ihre Oberlippe hochzieht und in Kampfstellung geht. Sybilla, wie sie reglos am Boden lag.
Nein! Da war sie wieder, Calebs innere Stimme; er schüttelte den Kopf und machte die Augen auf. Sybilla schaute immer noch an den Horizont, sie hatte sich kein Stück bewegt. Das war auch etwas ungewöhnliches, ein Vampir war ständig in Bewegung.
Unglücklich fuhren Calebs Augen über Sybillas weißen Hals – Konnte er dort seine Zähne rein schlagen? Er wanderte zu ihrem Gesicht, sie sah friedlich aus, nur die Blutspritzer auf ihrer Kleidung zeugten von ihrer unbezwingbaren Wildheit.
Widerwillig schüttelte Caleb den Kopf, er durfte sich jetzt keine Gedanken darum machen. Er würde es können, er musste sie jetzt einfach nur noch bis heute Nacht in seiner Nähe behalten.
„Wer hat dich verwandelt?“, er schlug einen freundlicheren Ton an, was ihn große Anstrengung kostete.
Sybilla schüttelte den Kopf: „Ich weiß es nicht.“
„Hast du eine Vermutung? Wie war es?“
Die junge Frau rümpfte die Nase, sie erinnerte sich, dass sie das als Mensch gemacht hatte, wenn ihr etwas nicht gefallen hatte. „Ich wohnte in einem kleinen Dorf bei meinen Eltern. Ich liebte die Natur, habe Sport getrieben und war ein langweiliges Mädchen. Ich bin also der geborene Vampir; erst in diesem Körper konnte ich die Freiheit in der Natur genießen; erst in diesem Körper stieß ich nicht mehr an körperliche Grenzen, die mich als Mensch behindert hatten. Ich liebe es ein Vampir zu sein.“ Sybilla spürte Calebs Blick und fügte dem schnell noch etwas hinzu: „Und mein Durst nach Blut ist selbstverständlich geworden. Ich kann nicht darüber nachdenken, ob es falsch ist Menschen umzubringen. Genauso wenig denkt ihr Menschen darüber nach, ob es richtig ist Tiere zu töten und zu essen.“
Aufgebracht antwortete Caleb: „Aber es sind Tiere! Sie reden nicht, sie denken nicht, sie leben nur nach ihren Instinkten!“
„Aber sie leben, so wie ihr lebt – auch sie haben ein Recht darauf.“, sagte Sybilla und Caleb ließ den Kopf sinken, weil er wusste, dass diese Diskussion zu nichts führen würde: „Sybilla, wenn du einen Menschen tötest, dann tötest du auch gleich seine ganze Familie! Kannst du diesen Schmerz nicht nachempfinden?“
Sybilla legte den Kopf schief, sie erinnerte sich an Trauer, nein, sie versuchte es. Sybilla erinnerte sich, als ihre Großmutter gestorben war, sie hatte tagelang geweint; jetzt schien ihr dies bedeutungslos. Sybilla konnte nicht mehr weinen – eigentlich konnte sie gar nichts mehr empfinden.
„Jeder muss einmal sterben.“, sagte Sybilla nüchtern.
„Aber doch nicht auf so grauenvolle weise!“, antwortete Caleb und gestikulierte dabei stark mit seinen Händen.
„Es geht ganz schnell.“, schnippisch wendete sie den Blick ab, doch plötzlich hörte sie ein Geräusch.
„Ich habe Hunger.“, sagte Caleb, doch er wusste, dass er Sybilla nicht aus den Augen lassen konnte.
„Willst du nichts Essen?“, fragte sie ihn und ihre ganze Wut war verraucht.
Caleb sah sie forschend an: „Möchtest du mit? Aber dann musst du dir noch etwas anderes anziehen.“ Er zeigte auf ihr zerrissenes Kleid und die Blutflecke.
Sybilla zuckte mit den Schultern: „Das ist kein Problem. Geh du schon mal zum Auto, ich komme sofort nach.“
Als Caleb noch zögerte, ob er hinter ihrer Idee einen Hinterhalt vermuten sollte, war sie schon davon gerannt.
Fassungslos starrte er in den Wald, doch es regte sich kein Blatt: langsam ging er zum Auto zurück und bemühte sich auf jedes kleine Geräusch zu achten.
Er war noch nicht lange unterwegs und sah durch die Bäume

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Kommentare

Vampi schrieb am 2009-03-08 18:15:59:
Ich freu mich schon auf den nächsten Teil
Kyouyama schrieb am 2009-03-08 12:59:50:
mal wieder ganz toll ich liebe deine geschichte =)
ich hoffe sie wird noch lange weiter gehen

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