Ein ungewöhnlicher Wunsch Teil 6
von
malli
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Es war Nachmittag und Caleb fuhr eine Tankstelle an, sein Magen knurrte, aber er hatte sich vorgenommen Sybillas Worten Glauben zu schenken und keine Fehler zu machen.
Als er gerade an einer Zapfsäule stehen blieb, kam ein dicker Mann mit Schnurrbart aus dem Tankstellenhäuschen und ging geradewegs auf ihn zu.
Der Mann strich sich erst über die fettigen Haare, dann reichte er Caleb die Hand, dieser war überhaupt nicht glücklich über diese Unterbrechung.
„Ich nehme an sie sind Herr Wolf?“, fragte der Mann und warf einen Blick auf Calebs VW.
Caleb sah den Mann erst überrascht an, dann schüttelte er den Kopf.
„Aber es ist doch ihr Nummernschild…kommen sie mal mit.“, der Mann ging hinter das Häuschen und zeigte auf einen nagelneuen Mercedes der S-Klasse.
Der Mann nickte anerkennend: „517 PS, das neuste Modell…mehr muss ich nicht sagen.“ Caleb starrte auf den silbernen Mercedes, als der Mann ihm den Schlüssel in die Hand drückte. „Ist aber ne geile Schnecke gewesen, die ihn vorbei gebracht hat; nur ein bisschen gruselig, wie die immer geguckt hat. Von der Bettkante würde ich die aber nicht stoßen.“, der Mann grunzte in seinen Schnurrbart, aber Caleb hörte gar nicht hin. Eine Frau? Das konnte nur Sybilla gewesen sein, aber wie kam sie an das Auto und woher wusste sie, dass er an dieser Tankstelle anhalten würde? Caleb schüttelte wütend den Kopf.
„Gucken sie sich den Schlitten mal an.“, der Mann ging zum Auto und schaute durch die Fensterscheibe. „Das liegt noch was drin.“
Caleb ging hastig auf das Auto zu – sollte er damit etwa fahren?
Er schloss auf und nahm den Zettel vom Armaturenbrett: Nimm dieses Auto, es geht schneller. Lass das Alte stehen. Sybilla.
„Die Süße meinte, dass sie hierher kommen würden und ich muss ihnen unbedingt das Auto geben. Ihr Kennzeichen, wissen sie. Ich hoffe, dass der Schlitten nicht geklaut ist.“, der Mann klopfte Caleb auf die Schulter.
„Danke.“, sagte Caleb nur und stieg ein, er ließ das Auto an und das Schnurren des Motors beruhigte ihn. Er tippte auf das Gas und sauste los, im Rückspiegel sah er, wie der Mann von der Tankstelle mit offenem Mund hinterher starrte. Auf einmal waren Calebs Sinne vollkommen klar. Sybilla hatte an alles gedacht, sie plante. Sie ließ nicht zu, dass irgendetwas passiert.
Caleb seufzte und sah dann, dass ein kleiner Korb vor dem Beifahrersitz stand; darin befanden sich belegte Brötchen, ein Apfel und zwei Flaschen zu Trinken. Dankbar griff Caleb nach den Brötchen und dann zu einer der Flaschen. Etwas zaghaft betrachtete er die rote Flüssigkeit darin, dann öffnete er den Deckel und roch es.
„Scheiße, was soll das denn?“, rief Caleb und drehte schnell den Deckel auf die Flasche. „Du hast wohl vergessen, dass ich kein Vampir bin!“ Caleb spürte, wie die Brötchen in seinem Magen zu rumoren begannen, als sein Blick noch mal auf die Flasche mit dem Blut fiel.
Schnell konzentrierte er sich auf die Straße, die Landschaft schien nur so an ihm vorbei zufliegen.
Nach ein paar Stunden begann es zu dämmern und Caleb überlegte, was er als nächstes machen sollte. Sybilla hatte gesagt, dass er sich sofort in einen Wolf verwandeln sollte, wenn er konnte; das lag sicher daran, dass er schneller war als Wolf, sogar schneller als dieses Auto. Zudem war er noch stärker, als Mensch konnte Caleb nur auf die schwammigen Sinne eines Menschen zurückgreifen und er war weder stärker noch schneller als andere Menschen.
Wenn er ein Wolf war, dann konnte er kämpfen.
Caleb überlegte, ob Sybilla wohl noch Gefahr war für seine Familie. Sie war kein normaler Vampir, schaudernd sah er zu dem Blut, aber er konnte sich wirklich nicht mehr vorstellen, Sybilla zu töten. Ihre Angst schien echt gewesen zu sein; dies war keine Fahrt in eine Falle, sondern Flucht vor etwas Unbekannten.
Langsam begann es wirklich Dunkel zu werden und Caleb spürte, wie sein Wolfs-Gen erwachte, er beobachtete, wie der Mond sichtbar wurde. Da die Zeit jedoch noch nicht reif war, öffnete Caleb das Fenster und der Fahrtwind füllte das Auto mit klarer, frischer Luft; doch noch etwas anderes drang mit ihm ein. Caleb meinte diesen Geruch unter Millionen zu erkennen, ein zarter Duft nach Frühling und Wald.
Seine Finger umklammerten das Lenkrad und sein Herz machte einen Satz, als er sich immer sicherer wurde: Sybilla war hier gewesen.
Mit dieser Erkenntnis erwachte schließlich auch das Wolfs-Gen endgültig aus seinem täglichen Schlaf und Caleb fuhr an den Straßenrand; es tat ihm ein wenig Leid um das schöne Auto. Dann sprintete er jedoch in die Böschung und weiter auf ein weites Feld, während er sich schließlich mitten im Lauf verwandelte. Mit der körperlichen Veränderung ergaben sich nun auch die Möglichkeiten auf seine übernatürlich scharfen Sinne, die Kraft und Ausdauer eines Werwolfes zurückzugreifen.
Caleb erkannte augenblicklich in welche Richtung Sybilla gerannt war und welchen Strauch und Baum sie dabei gestreift hatte. Er roch sie so deutlich, dass sein Herz immer schneller schlug.
Plötzlich stand er auf einer Lichtung, der Mond strahlte die helle Gestalt im gegenüber an und Caleb blieb bewegungslos stehen.
„Caleb!“, sagte Sybilla leise und lief auf ihn zu, wie gerne hätte sie ich jetzt umarmt.
„Lief alles glatt? Gab es Zwischenfälle?“, fragte sie und blieb kurz vor ihm stehen, der Wolf schüttelte den Kopf; Caleb hasste es, dass er jetzt nicht mit Sybilla reden konnte.
„Es tut mir leid, dass ich so schnell weg war, aber ich musste mich entscheiden. Du bist mit dem Mercedes gekommen? Gut.“, Sybilla sah sich bei ihren Worten hektisch um. „Ich muss dir jetzt alles erzählen. Schnell.“
Caleb blieb gebannt stehen, er spürte Sybillas Angst und die drohende Gefahr.
„Ich wurde vor 40 Jahren verwandelt und ich kann mich noch genau erinnern, auch wenn ich es hasse daran zu denken. Er heißt Razvan und ist ein grausamer Vampir; jemand, der sich am Leid seiner Opfer ergötzt. Und auch am Leid von Vampiren. Nachdem er mich verwandelt hatte, wollte er scheußliche Experimente an mir ausprobieren, er wollte etwas erreichen, dass einfach unmöglich ist.“, Sybilla stockte und Caleb sah sie fragend an.
„Nachwuchs.“, Caleb knurrte und sein dunkles Fell sträubte sich, als Sybilla dieses Wort aussprach.
„Razvan hat es jahrelang versucht, er wollte nicht einfach irgendwelche Menschen zu Vampiren machen. Er wollte seine eigene Brut – Vampire, die wirklich treu sind!
Es war schrecklich, immer wieder versuchte er anhand von Maschinen, Strom, Blitz und Feuer, aber ein toter Körper kann kein Leben in sich bergen!“, Sybilla zeigte wütend auf ihren Bauch und sah dann beschämt zu Boden.
In Calebs Kopf entstanden währenddessen die schrecklichsten Bilder – Wie zeugen Vampire Nachwuchs? Hatte er Sybilla vergewaltigt? War diese ganze Geschichte überhaupt realistisch?
Caleb sah Sybilla vor sich, sie war nackt an ein Bett gefesselt und weinte, überall hatte sie blaue Flecken und blutete; Caleb wischte diese Gedanken schnell von sich, denn Sybilla war stark,
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Kommentare
Hunney schrieb am 2010-04-02 20:03:50:
Deine Geschichte ist einfach toll ich lese sie schon den ganzen Tag aber ich seh das du nur neun Kapitel hast und das ist ja vor einem halben jahr schon reingestellt worden... ich hoffe du schreibst weiter... ich würde mich echt riesig freuen :)
stormraven schrieb am 2009-12-07 20:24:44:
Sehr, sehr schön, die ganze Geschichte, aber wie geht's weiter? Erlöse Dein Publikum, bitte! :)
prinzessin schrieb am 2009-07-05 16:24:01:
bittebitte schreib schnell weiter...deine geschichte ist einfach DER hammer
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