Ein ungewöhnlicher Wunsch Teil 8
von
malli
1
2
Caleb und sie gingen langsam mit dem Körper zu der Lichtung zurück, wo der Kampf statt gefunden hatte. Dann sammelte Sybilla rasch Holz, um die Körper der Vampire zu verbrennen. Sybilla rannte los und klaute ein Feuerzeug und ließ Caleb bei den Körpern zurück. Er dachte über den Kampf nach und schleckte sich dabei die Wunden, denn die Angriffe Avidans waren nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. Die kleinen Kratzer taten sehr weh, Caleb verglich diesen Schmerz mit Verbrennungen.
Der große Wolf sah auf, als Sybilla wieder auftauchte und die Körper zu einem kleinen Berg aufhäufte. Sie steckte ihn an und er fing sofort Feuer, ein widerlicher Geruch von altem Fleisch strömte aus und ein rötlicher Rauch stieg auf.
Sybilla rümpfte die Nase und kam dann zu Caleb, sie setzte sich neben ihn und sah ihn dankbar an.
„Du glaubst gar nicht wie glücklich ich jetzt bin.“, sagte sie und wusste, dass sie weinen würde, wenn sie noch ein Mensch wäre.
Der Wolf nickte und sah dann ins Feuer.
„Es tut mir so leid, dass ich dich da mit hinein gezogen habe. Kannst du mir vergeben?“, fragte Sybilla und kniete sich jetzt hin.
Caleb sah sie an – Ein Vampir, der um Vergebung bittet?
Der Wolf nickte und schob eine seiner großen Pfoten zu Sybilla herüber, sie ergriff die warme Pfote und schaute dann auf den roten Pfaden, der sich darüber zog.
„Du bist verletzt! Tut es sehr weh? Kann ich etwas dagegen machen?“, Sybillas Finger fuhren jetzt über das wuschlige Fell des Wolfes, dem daraufhin ein warmer Schauer über den Rücken fuhr. Sybilla verbarg das Gesicht in den Händen: „Jetzt hast du sicher Schmerzen und das wegen mir.“
Der Wolf stupste Sybilla mit seiner Schulter an und Caleb versuchte aufmunternd zu gucken; er wusste, dass die Schmerzen geringer werden würden, wenn er sich verwandeln würde.
Hoffnungsvoll sah Caleb an den Himmel und bemerkte, dass der Sonnenaufgang nicht mehr lange auf sich warten lassen würde.
Sybilla sah jetzt auch in den brennenden Haufen, doch dann sprang sie plötzlich auf.
„Komm wir müssen hier weg, die Menschen werden dieses Rauch sicher nicht lange übersehen und dann gibt es ein riesiges Spektakel. Jetzt wo die beiden tot sind, unterscheiden sie sich zum Glück nicht mehr von ganz normalen Leichen, aber es wäre besser, wenn man uns nicht in der Nähe sehen würde.“
Die beiden rannten in voller Geschwindigkeit wieder Richtung Norden; sie konnten nun ihren Gedanken hinterher hängen und ließen sogar das teure Auto stehen, dass immer noch am Straßenrand stand.
Als schließlich die Sonne aufging, verbargen sich die beiden in einem kleinen Wäldchen. Die Verwandlung von Werwolf zu Vampir ging jedoch so schnell von statten, dass ein Mensch diesen Vorgang überhaupt nicht realisiert hatte.
Sybilla freute sich, als Caleb wieder in normaler Gestalt vor ihr stand; der junge Mann zog sein T-Shirt aus und inspizierte seine Wunden. Caleb hatte einen Riss am Unterarm und einmal quer über den Rücken, die Kratzer an Hals, Oberschenkel und den Händen schmerzten kaum mehr.
Mit großen Augen starrte Sybilla Caleb an: „Das sieht nicht gut aus.“
Caleb zuckte mit den Schultern: „Das wird schon wieder verheilen, Sybilla.“
Lächelnd sah Sybilla zu Boden, es hörte sich schön an, wenn er ihren Namen sagte und Sybilla hatte plötzlich bemerkt, dass Caleb es vielleicht unangenehm fand, wenn sie seinen Oberkörper anstierte.
„Alles okay?“, fragte Caleb aufmerksam, als er Sybilla einen Blick zu warf und sie sich von ihm abwandte. „Hast du dir nicht wehgetan?“
Sybilla schüttelte den Kopf: „Ich bin ein Vampir, man kann uns quasi nicht verwunden.“
„Werwölfe schon.“, fügte Caleb zu und dachte nicht nur an die Nordkriege, sondern auch an Avidan, dessen Wunden ebenso gebrannt hatten, wie Calebs in diesem Moment.
„Vermutlich ist es die Gegensätzlichkeit, die zwischen uns besteht. Ihr seid die einzigen, die meines gleichen gefährlich werden können, unsere natürlichen Feinde.“, Sybillas Augen glitzerten, denn ihr wurde die unüberwindbare Grenze zwischen Werwolf und Vampir immer mehr bewusst.
Caleb murmelte etwas Unverständliches vor sich hin und hob dann den Kopf, als er in der Ferne Sirenen hörten; auch Sybilla hörte es und wandte den Kopf Richtung Süden. Der Ort des Kampfes war schon sehr weit entfernt, aber das gute Gehör der beiden versetzte se Stunden zurück in den dunklen Wald.
„Hast du noch irgendwelche Feinde?“, Caleb schmunzelte, „Die können wir uns eigentlich auch gleich vornehmen. Wir sind ja grade so gut in Schwung.“ Er zog sein T-Shirt wieder an und verzog das Gesicht, als er seinen Arm streckte.
„Meinst du es geht wieder?“, Sybilla streckte sich und sah dann an sich herunter. Ihre Jeans und das T-Shirt hingen in Fetzten an ihr herunter und sie zog gedankenverloren an dem zerrissenen T-Shirt.
Caleb musterte Sybillas schmalen Körper, dann sah er schnell weg und wurde ein wenig rot; er zwirbelte an seine Haaren. „Und jetzt?“
Sybilla sah auf: „Ich weiß nicht.“
Es entstand eine angespannte Stille und beide wussten nicht, was sie jetzt als nächstes tun sollten. Wäre es besser sich jetzt sofort zu trennen und getrennte Wege zu gehen? Sollten sie zusammen zu Calebs Stadt zurückkehren? Konnten Werwolf und Vampir Freunde werden? Würden se sich wieder sehen? Was dachte der andere?
Sybilla glaubte, dass ihr Herz schneller schlug, als sie an Trennung dachte, aber sie wusste, dass es nur Einbildung war. Kurz sah sie zu Caleb herüber, dessen Stirn in Falten lag. Sybilla war sich ganz sicher, dass sie ihn jetzt noch nicht alleine lassen wollte. Sie konnte nach diesem Vorfall unmöglich so weiter machen wie bisher. Ihr wurde auf einmal klar, dass ihr das Leben als Vampir nicht mehr so lieb war wie früher. Sie hatte es geliebt, die Luft, die Wälder und Felder und vor allem die Freiheit; sie hatte ihren Instinkten freien Lauf gelassen, aber Sybilla spürte auf einmal, dass es mehr gab im Leben. Es gab etwas, das mehr bedeutete als Leben und Freiheit.
Sybilla machte die Augen zu und verzog ihr Gesicht.
Caleb ließ Sybilla nicht aus den Augen; sein Blick ruhte auf ihrem Profil und auch er dachte nach, darüber vergaß er sogar den Schmerz. Vom ersten Moment war Caleb klar gewesen, dass Sybilla anders war als andere Vampire; sie war wild und frei und nicht besessen von Blut und Krieg. Dieser Vampir liebte die Sonne und den Wind, sie schwamm in der Zeit, wie ein Blatt, das sich treiben lässt. Caleb wusste, dass sein Wolfs-Gen anders auf Sybilla reagierte, aber noch etwas anderes, ging in ihm vor. Er begann Sybilla nicht als Vampir zu sehen, sondern als einen Menschen. Caleb war fasziniert von Sybillas Menschlichkeit und übersah ihre katzenartigen, oftmals zu schnellen Bewegungen; er achtete nicht mehr auf ihre schwarzen Augen und vergaß ihren Blutdurst.
Caleb hörte auf, Sybillas Gefährlichkeit abzuwiegen; wichtig waren für ihn, dass Sybilla intelligent, wild, ungezwungen und wunderschön war.
Der junge Mann schüttelte den Kopf, als er daran dachte sie nie wieder zu
1
2
Kommentare
Laura.w.@web.de schrieb am 2011-03-06 20:54:42:
Mehr, mehr, mehr!
thrustworthy schrieb am 2010-05-04 22:49:56:
mann, mein herz blutet... so traurig... sehr ungewöhnlich und sehr interessant zu lesen! würde gerne mehr lesen^^
jenny schrieb am 2010-01-24 14:06:09:
schnell weiter schreiben. die story ist echt toll=) du machst das super!! weiter so.
lg
faraday schrieb am 2010-01-13 17:41:06:
schnell weiter....
ich lese das total gerne...
macht richtig spaß und ist sehr fesselnd....
lg fara
Kommentar hinzufügen