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Kategorien > Tiere > Hunde

Ein vierbeiniges Leben

von Ursula Mertin

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Ein vierbeiniges Leben
Es war ein Mädchen, das wurde geboren, obwohl es niemand wollte. Schwarz mit braun war es, hatte vier kurze Beinchen und einen lustigen, halblangen Schwanz, aber das lustigste waren ihre Augen. Kohlschwarz und groß, flink und frech schaute sie, auch noch als sie erwachsen war, in die Welt. Sie war fest entschlossen alles zu lernen was es zu lernen gab und sich niemals unterkriegen zu lassen. Doch man wollte sie nicht haben und steckte sie in das Tierheim. Wochenlanges Entsetzen!! Dann aber hatte ein anderes Mädchen, mit zwei Beinen, Geburtstag, sie wurde 10 Jahre alt und wünschte sich ein Hündchen. Mama und Papa fuhren mit ihr los, zum Tierheim. Das Töchterchen durfte sich dort ein Hündchen aussuchen. Sie guckte und guckte, schaute aber immer wieder zu dem kleinen, schwarzen Pummelchen hin. Deren Haare waren inzwischen lang und seidig geworden, hingen ihr über die Augen, doch das gescheite Blitzen konnten sie nicht verbergen und auch nicht das: „Bitte, nimm doch mich!“ Tatsächlich, man nahm das Wollknäuel auf den Arm, schaute in seine Augen – und gab es nicht mehr zurück. Nun ging es nach dem neuen Zuhause. Oh, es war ein riesengroßes Haus, unendlich viele Zimmer, gleich hinter der Haustür war ein großes Raum. Da lebte Klein-Stupsi nun hauptsächlich. Es waren viele Sessel, Stühle, Couch und Bänke da- und vielen dazugehörigen Beine!! Die waren ganz sich für Stupsi Zähne angebracht. Sie arbeitet fleißig und erntete Schimpfe. Verstehen konnte Stupsi es nicht. Was sollte sie den ganzen Tag tun, wenn sie nicht schlief. Na ja, da waren auch noch Teppiche! So machte sie sich daran, die Blumen aus den Teppichen zu „pflücken“. Leicht war es nicht, doch so schnell gab Stupsi nicht auf - bis sie auch da weggejagt wurde. Sie verstand die Welt nicht mehr. Beleidigt verzog sie sich unter die Eckbank, grübelte und sinnierte, warum nur spielte niemand mit ihr? Alle redeten mit Leute. Aber halt, da waren ja noch die Fransen an dem Teppich, sicher, „begradigen und ausdünnen“. Ran ans Werk – und schon wieder wurde gezankt! Was soll sie hier nur tun? War sie lieb, schaute niemand nach ihr, suchte sie sich eine „Arbeit“ - setzte es sofort Klapse, aber immerhin schenkte man ihr dadurch Aufmerksamkeit. Gescheit, wie Stupsi war, suchte sie nach Erweiterung ihres Arbeitsfeldes. Diese viele Leute, welche von Herrchen und Frauchen so viel Aufmerksamkeit erhielten – mit ihnen wollte Stupsi sich anfreunden. Schuhe mit Bändern zum ziehen und knabbern, extra glänzende Schuhe mit Knöpfen und Schnallen. Wunderbar! Röcke, Kleider, Schals die auf dem Boden schleiften – alles Spielzeug. Selig knatschte sie auf einem Bändel herum, bis dieser Schuh ausfuhr und an ihr Köpfchen trat, das tat irre weh!! Sie jammerte auf, flitzte unter die Eckbank und dachte nach: „Vielleicht sind Schnallen besser, vielleicht mögen das komischen Leute lieber?“ Oh da war schon ein Schuh, lackglänzend mit Schnalle! Anschleichen, ablecken, probieren, vorsichtig – nix geschah! Prima, die mögen es und mutig knackte sie die Schnalle in der Gewissheit, die Leute sind erfreut. Da knallte der Schuh in ihr Geschichtchen, ihr wurde ganz übel, sie flog unter den nächsten Sessel und lag betäubt da. Gerade als sie wieder denken konnte, bewegte sich der Schuh wieder, bevor er sie trat, biss sie blitzschnell hinein. Die Besitzerin blökte laut auf, keifte und von Frauchen gab es einen harten Klaps, fürchterliches geschimpfte und Stupsi wurde ins Büro gesperrt. „Was ist das nun???“ Sie kauerte unter dem Schreibtisch und weinte vor sich hin. Nach einiger Zeit ging die Tür auf, Stupsi sah die Beine mit Schuhen, der Rest setzte sich an den Schreibtisch und die Schuhe wischten gefährlich nahe an ihrem Schnäuzen vorbei. „Das gibt wieder eine Tritt!“, dachte Stupsi und biss sekundenschnell zu. Schon wieder Geplärre! Stupsi fegte aus dem Büro hinaus, unter einen Sessel. Sie rührte sich nicht und niemand fand sie. Lange lag sie so, hatte Angst, wieder etwas falsches zu machen. Mit der Zeit schlief sie ein, entspannt lag sie auf der Seite und träumte von einem Menschen der nur sie alleine liebte, für den sie alles war. Ein schriller Schmerz am Schwänzchen weckte sie auf, Wahnsinn!! Au-Aua!! Jemand hatte ihr hirnlos mit dem Absatz darauf getreten und sie konnte das Schwänzchen nicht darunter hervor ziehen. Lange Sekunden vergingen, bis der schwere Mann seinen Fuß anhob. Stupsi flüchtete unter die Eckbank und jeden der sie herausholen wollte, faucht sie an. Nur das Mädchen und ihr Papa gaben sich anfangs am Abend etwas mehr mit ihr ab, aber da war sie dann vom Tag so verstört, dass sie nichts begriff und sich nichts traute – und niemandem traute. Nach Jahren verschwand das Mädchen aus dem Hause, aber schon lange vorher galt sie ihr Stupsi nur noch wenig. Nun blieb nur noch Papa. Er nahm sie bei seinen Gängen mit, Stupsi lief gerne mit ihm, folgte ihm ohne Leine und manchmal hatte sie das Gefühl, er liebe sie. Hatte er doch durchgesetzt, dass sie in seinem Bett mit ihm schlafen durfte; aber Frauchen lies dies Stupsi spüren. Sie war überhaupt nicht damit einverstanden – eigentlich mit der ganzen Stupsi nicht.
Als sie 6 Jahre alt war, wurde Papa sehr krank, er war lange nicht da, dann mal wieder zu Hause – wieder weg. Und Stupsi war einsam! Gut, sie bekam Essen, manchmal ging Frauchen mit der Freundin spazieren und sie durfte mit.Sie wurde auch zum Friseur gebracht,weil ihre schönen Haare total verfilzt waren. Die Friseurfrau war eigentlich ganz nett.Sie verstand Stupsis Sprache und konnte so reden,dass Stupsi sie verstand.Sie durfte rupfen und zupfen,baden und schneiden,sogar Stupsis Füßchen anfassen,diese zierlichen ,feinen Füßchen. Es gab auch kleine ,flinke Küsschen auf Stupsis Lacknäschen. Manchmal küsste sie Stupsis wunderschöne Augen,da wurde es Stupsi ganz sonderbar ums Herz.Diese langsamen,kaum spürbaren Küsse auf die Augen,fast ganz ohne Druck---Stupsi war hingerissen!War sie dann sauber und schön frisiert, halb medizinisch versorgt, nahm die Friseurfrau sie auf die Arme,trug sie herum und sagte ihr lauter schöne Worte ins Ohr. Stupsi lag entspannt in den Armen der Frau und dachte,dies sei der Himmel.Die Friseurfrau Man war sich einig.Holte Papa sie ab,ging sie freudig mit ,kam Frauchen,na,sie ging mit.Die Friseurfrau machte sich ihre eigenen Gedanken. Mit Papa ging es lange Zeit gut,er lachte wieder und liebte seine Stupsi,die inzwischen ein älteres Mädchen geworden war.Ihre Erfahrungen haben sie nachhaltig geprägt –leicht zu handhaben war sie nicht,doch sie war klug und im tiefsten Herzen willig,zärtlich und anpassungsfähig. Daraus ergab sich,dass sie alles sofort ahndete,was sich in ihrer Erfahrungswelt als ungut erwiesen hat.Die meisten Menschen können Stupsi nicht verstehen,weil sie sich nicht die Mühe machen,hinter die Gegebenheiten zu sehen.Kurz und gut,als die Friseurfrau keinen Hund mehr hatte,bot sie manchen Leuten an ,ihren Hund in Pflege zu nehmen,so auch Stupsis Frauchen. Und Stupsi kam und war die

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