Ein weiterer Anruf
von
Alex Schmelzer
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Ein weiterer Anruf. Wieder mal kein Wort, dass mir über die Lippen kommt, sobald sie abnimmt. Sie würde sagen: Nichts hat sich geändert. Bei Dir. Und sie würde Recht haben. Letztlich bin ich immer der geblieben, der ich war. So sehr ich auch versucht hab mich zu ändern. So sehr ich es immer noch versuche.
Und so sitz ich zwischen den Wänden, die sie noch kennen und sie zweifellos vermissen. Schlussendlich hab ich die Bilder von ihr abgenommen. Um wenigstens der Zeit die Chance zu geben die Wunden zu heilen. Die leeren Flecken hab ich mit neuen Erinnerungen gefüllt. Nur leider sind die nicht im Stande sie aus meinem Kopf zu verdrängen. Sollen sie vielleicht auch gar nicht. Es sind eine Menge schöne dabei. Aber da sind wir wieder beim Problem: Obwohl die Welt sich weiterdreht, und ich ihr auch vormachen kann, dass mit ihr drehe, bin ich immer noch der, der ich war. Nur die Maske ist eine Neue.
So betrachte ich die Stühle die mir meine Seele anbietet: Die Vernunft, die mir sagt, dass es Zeit für was Neues wird und dass nur eine Änderung hilft. Und das Herz, das immer noch an ihr hängt und sich gar nicht ändern will, vielleicht weil es das nicht kann. So stehen die Stühle vor mir und ich setz mich dazwischen. Ich nehme das Telefon und rufe sie an. Und führe wieder nur ein wortloses Gespräch mit ihr. Unfähig zu entscheiden, ob ich sie hinter mir lassen soll, oder ob ich sie vor mir will. Gefangen im Raum zwischen Herz und Hirn. Ich schweige, weil jedes Wort etwas ändern würde. Nur wahrscheinlich nicht zum Guten, wie meine Vernunft mir sagt. Aber wie kann ich das wissen, fragt mich mein Herz.
Ich habe mich wohl eingerichtet in dem Raum zwischen den Stühlen, weil da zumindest die Hoffnung noch besteht. Zumindest solange, wie ich nichts sage.
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