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Kategorien > Satire >

Einblick in die Großstadt

von David Fernandez



Es ist ein wunderschöner Samstagmorgen. In wie fern man dies als schön bezeichnen kann. Obwohl für diese Gegenden ist es schon ein wunderschöner Tag. Die Sonne kämpft, wie jeden Morgen, mit dem Ruß und Rauchwolken der Autos und Fabriken die ununterbrochen den treuen Dienst für ihren Erschaffer leisten, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden einmal Pause zu machen. Selbst wenn die Ölpreise ins Unbezahlbare steigen und durchschnittlich vier Menschen für ein Liter drauf gehen würden. Es wird sie nicht bremsen ihr Wahnsinnstempo fortzusetzen irgend welchen Schrott zu produzieren, den kein gesunder Mensch haben will. Die Betonung lag auf "gesunder". Hier ist natürlich kein Mensch gesund. Deshalb kaufen sie auch das Zeug. Das wirkt sich dann natürlich auch wiederrum auf das Fernsehverhalten aus. Sonst hätten sogenannte Shows wie "Deutschland sucht den Superstar" keine Chance. Aber wir waren gerade bei dem Ursprung des ganzen Problems. Bei den Maschinen und ihrer Geschwindigkeit den Alttagsmist zu produzieren. Eventuell werden sie es sogar noch steigern. Bis ins unermessliche. Bis man irgendwann nicht mehr merkt ob man von dem Ruß oder von den Produkten erdrückt wird, und wir nie mehr die Sonne zu Gesicht bekommen. Ach ja, zurück zum Thema. Wir befinden uns immer noch in meinem Schlafzimmer, wo ich versuche das System in dem wir leben zu verstehen. Auch wenn ich es wahrscheinlich nicht schaffen werde all diese tiefsinnigen Dinge zu analysieren, zu durchdenken und meine Meinung dazu zu äußern. Weil dieses ganze Thema so tiefsinnig ist, dass selbst ein Tiefseetaucher Probleme hätte den Grund zu erspähen.
Wir waren bei der Sonne. Selbst wenn sie es schafft durch diese schier undurchdringbare Masse von Rauch zu kommen(was natürlich unmöglich ist), hält sie ja immer noch die zwei cm dicke Staubschicht an der Außenseite des Fensters davon ab die Zimmerpflanze, die möglicher weise das letzte Grün in dieser Gottverdammten Stadt ist, mit ihren durch den Citysmog noch weiter aufgewärmten Strahlen zu streicheln. Wobei die Staubschicht auch ihr Gutes hat. Sie isoliert im Winter sehr gut.. Man kann bis zur Hälfte der Heizkosten einsparen. Jetzt könnte ein unwissender Landmensch wie Sie natürlich behaupten, dass ich einfach das Fenster reinigen soll. Gute Idee, wenn da nicht die Autos und Fabriken wären. Diese machen es nämlich bekanntermaßen unmöglich das Fenster länger als drei Minuten sauber zu halten. Nach dem ersten mal putzen scheint es einem eventuell noch lustig, weil man sich wie in dem Film "und täglich grüßt das Murmeltier" fühlt. Man putzt das eine Fenster drei, vier Stunden lang, will sich noch mal vergewissern ob es sich gelohnt hat, all die in jahrelanger Schwerstarbeit errungenen Freistunden für einen Fensterputztag zu opfern und sich frei zunehmen, guckt sich das Resultat an und...... es sieht schon wieder aus wie vorher. Manche Leute wollen das nicht wahrhaben. Fangen wieder an das Fenster zu putzen. Immer und immer wieder. Bis sie irgendwann die Zeit vergessen und eine ganze Woche ununterbrochen das selbe Fenster putzen. Das Ergebnis ist, man wird gefeuert, weil man nicht mehr bei der Arbeit erschienen ist. Die einzige Möglichkeit aus diesem Bann raus zu kommen ist die Hoffnung, dass der Vermieter einen wegen Zahlungsunfähigkeit aus der Wohnung schmeißt und man von da an auf der Straße lebt. Dann hätte man das Problem mit den Fensterputzen auch nicht mehr. Also, Sie sehen, das mit den Putzen ist sinnlos. Ich für meinen Teil habe es schon vor langer Zeit aufgegeben. Ich habe mich damit abgefunden jeden Samstagmittag mit der Pflanze unterm Arm zum Sonnenstudio zu laufen und mich mit ihr für eine Stunde unter grell leuchtende Sonnenersatzneonbirnen zu legen um wenigstens annähernd das Grün auf der Pflanze erkennen zu können.
Eigentlich freue ich mich immer auf den Samstagmittag. Wenn ich dann mit meiner Pflanze durch die Menschengefüllten Straßen gehe, werde ich immer ganz neidisch angeguckt. Und die Frauen sagen: "Die ist ja süß, darf ich die mal streicheln?" Ich muss die schönen Frauen zwar dann immer drauf hinweisen das meine Pflanze männlich ist, aber das macht nichts. Es ist immer noch die einfachste Art hier in der Großstadt eine Frau kennen zu lernen. Ich hab zwar einen Freund der meint, dass die Frauen bei einem kleinen Hund viel mehr auf einen zu gehen würden, aber das glaube ich nicht. Das hat eventuell vor 20 Jahren noch geklappt aber heute? Welche Frau geht schon auf einen Mann mit einem, einem Hund ähnelnden Geschöpf, dass durch ein Sauerstoffgerät am Leben erhalten wird, zu?
Wenn Sie jetzt als unwissender Landmensch sich fragen: "Wozu ist das Sauerstoffgerät da?" Dann waren sie noch nie in einer Großstadt. Tiere haben bekanntermaßen ein sensibleres Atemsystem. Durch diese schwerwiegende Behinderung sind sie nicht in der Lage ohne künstliche Beatmung zu überleben. Die Tierhandlungen mussten sich natürlich den neuen Umständen anpassen. Also gibt es beim Winterschlussverkauf der Tierhandlungen, das Tier plus das Gerät zu einem Preis.
So Sie Landmensch, jetzt haben sie einen kleinen Eindruck von der Großstadt bekommen. Mit ihren Vor- und Nachteilen. Das ist natürlich nicht alles was die Großstadt zu bieten hat. Das Spektrum weitet sich noch endlos aus. Aber ich glaube das reicht ihnen bereits um sicher sagen zu können: "Ich möchte nie in einer Großstadt leben!"


Kommentare

scratch@aol.com schrieb:
ja drogen for life yeah! kiss an alle mädels piece!
moxmoneybox@aol.com schrieb:
ja wow noch ne breite seite yeah was geht leude?! alles ist so super GRÜN wie GRAS jaaaaa kiffen!
nadine88@aol.com schrieb:
ich finde es so schön was du geschrieben hast; über die liebe und den toten ratten. aber ich KIFFE JAAAA!
deine nadine

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