Eine Fantasiegeschichte - Kapitel II
von
Julian Wust
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In den kommenden Tagen ist eigentlich nicht viel passiert. Doch, es ist etwas passiert. Ich glaube, dass ich zwei der beteiligten Personen gefunden habe, die an den Anschlägen beteiligt sind. Ich habe mich auch schon mit Mr. Coulot unterhalten, der mir zu meinem Tun gratuliert hat. Nun habe ich den Auftrag, die Personen ausfindig zu machen, und Sie ins "Kittchen" zu brigen. Wieder sitze ich da und überlege, wie man die besagten Personen am besten fassen kann. Ich habe zwar Steckbriefe von den Tätern, aber bis ich diese gefunden habe, ist bestimmt eine Ewigkeit vorbei und meine Zeit ist mir dafür eigentlich zu schade. Auf der anderen Seite ist es ja mein Job, die Täter zu suchen. Ich stehe von meinem Schreibtisch auf und begebe mich in das Büro von meinem Chef, Mr. Coulot.
Als ich dort ankomme, muss ich feststellen, dass sich Mr. Coulot in einer Besprechung befindet. "Gut", denke ich bei mir und gehe zurück in mein Büro, "dann musst du es eben später noch einmal versuchen!" Auf dem Weg zu meinem Büro schaue ich kurz in der Cafeteria vorbei und lasse mir von Klaus, dem neuen Aushilfskellner einen Kaffee einschenken. Langsam und gemütlich gehe ich den Weg zu meinem Büro zurück. Dort angekommen, merke ich, dass es allmählich unangenehm kalt wird. Schnell schließe ich mein Fenster und - ebenfalls die Tür.
Nachdem einige Minuten vergangen sind, greife ich zu meinem Telefon und betätige die Schnellwahltaste und habe wenige Minuten später meinen Schatz am Telefon. Die erste Frage, die ich zuerst stelle, ist, was sie denn so macht und - ob sie sich langweilt. Manchmal sagt sie, das sie sich sehr langweilgt, aber oft oder - meistens sagt sie, dass sie gerade am Bügeln ist oder fern sieht. Heute scheint es, so sagt sie, als würde die Zeit stillstehen. Sie habe schon Wäsche gebügelt, Eileens Wäasche gewaschen und Radio gehört. Doch das sei so langweilig gewesen, dass sie es nach wenigen Minuten wieder ausgemacht habe. Dann habe sie sich entscheiden, schon mal mit dem Kochen zu beginnen. Ich dürfe mich heute Abend auf einen Schweinebraten mit Preiselbeeren und Kartoffeln freuen. Jetzt fragt sie mich, was ich denn heute schon gemacht habe. Ich erzähle ihr, dass ich mich mit einem neuen Auftrag befasst habe und kurz vor der Auflösung stehe. Just in diesem Moment klingelt mein zweites Telefon. "Ich muss Schluss machen", sage ich zu Jacqueline und lege auf. Ich drehe mich um und greife nach dem Hörer den klingelnden Telefons. "Walker, Andrew, wer ist am Apparat?", melde ich mich höflich. Nichts. Ich höre nichts. Die Leitung scheint tod zu sein. Ich lege den Hörer auf. Nach wenigen Minuten wiederholt sich der Vorfall: Nur mit einem Unterschied: Man hört in der Leitung ein leises Lachen. Mit schüttelndem Kopf lege ich den Hörer auf und setze mich wieder an meine Arbeit. Kurze Zeit später klopft es wieder an der Tür. Ich stehe auf, gehe zur Tür und kurz darauf betritt Mrs. Stone mein Arbeitszimmer. "Guten Tag", begrüße ich sie und bitte sie in mein "Reich". Ich biete ihr den Platz meines Ledersessels an und kurz darauf sitzen wir uns gegenüber und unterhalten uns über den neuen Auftrag, den uns Mr. Coulot heute Morgen zugewiesen hat. "Ist Ihnen eigentlich schon dieses merkwürdige Verhalten an unserem Chef aufgefallen?", unterbricht sie das bisher ruhige Gespräch. "Ja, ich muss Ihnen zustimmen. Mir ist auch aufgefallen, dass er sich in letzter Zeit sehr seltsam mir gegenüber verhält. - Wann war das? Gestern Mittag, glaube ich, hat mich doch während der Arbeit gebeten, meine Arbeit zu unterbrechen und ihm in sein Büro zu folgen. Er hat mich auf einen Drink eingeladen. - Eine Eigenschaft, die man so von ihm gar nicht gewohnt ist. Woran ist es Ihnen aufgefallen, Mrs. Stone?", frage ich mit einem ersten Blick.
Mrs. Stone überlegt kurz, dann erzählt sie mir, dass ihr Mr. Coulot eine Lohnerhöhung von fünfhundert Dollar zugesichert hat. So etwas komme nur dann vor, wenn der Lohntag kurz bevorstehe oder etwas Außergewöhnliches passiert sei. Aber was soll das denn gewesen sein? Langes Schweigen. Ich glaube, dass es Mrs. Stone genauso geht wie mir: Sie möchte wie ich nicht etwas sagen, worüber nachher nur gelästert wird.
Dann aber, nach ungefähr fünf Minuten steht sie auf, verabschiedet sich freundlich, bedankt sich für den Sprudel und verlässt wenige Minuten später mein Büro. Nun sitze ich wieder alleine in meinem Büro. Totenstille. ich sehe auf die Uhr: 10.56 a.m.! Noch fünf Stunden und vier Mintuen, dann habe ich endlich frei! Doch bis dahin gibt es noch viel zu erledigen. Unter anderem die Aufträge vom Vortrag; nein, es ist nur ein Teil. Den größten Haufen konnte ich gestern Nachmittag zu Hause noch erledigen. Jetzt sind es noch ein paar Formulare, die noch fertig ausgefüllt werden und dann noch am PC getippt werden müssen. Zum Glück fällt mir nur der eine Teil der Arbeit zu; nümlich das Ausfüllen. Ich setze mich an meinen Schreibtisch und beginne mit dem ersten Blatt. Ich überfliege kurz den Text und sehe ihn nach eventuellen Schreibfehlern durch. Hier und da, an einigen Stellen wurden unter anderem ein Komma und ein Punkt vergessen. Aber im großen und Ganzen war das erste Formular gut ausgefüllt. Ich greife zuerst zu meinem Rotstift und verbessere die Stellen im Text, an denen ich eine Verbesserung wünsche. Dann nehme ich den Kugelschreiben und unterzeichne das Formular mit meiner Unterschrift: A. Walker.
Ich lege das berichtigte Formular auf Seite, denn ich möchte mir von einigen, nicht von allen, eine Kopie für meine Ablage anfertigen. Jetzt nehme ich mir das nächste vor: Es ist ein Formular, dass am 21.11.2031 ausgefüllt wurde, aber wie: von Hand, mit Bleistift und mit einem Eselsohr an der rechten unteren Ecke. Irgendwie habe ich Lust, dieses Formular auf dem schnellsten Weg in den Abfalleimer zu befördern. Aber da ich jedes Formular gleich behandeln muss, lege ich dieses auf einen neuen Stapel: der Stapel der "zu entsorgenden" Formulare. Dann greife ich das nächste Formular, beginne es zu lesen, lege es aber wieder auf Seite, da ich merke, dass ich Kopfschmerzen bekomme. An dieser Stelle beende ich meine Arbeit und bege mich in das Büro meines Chefs. Als ich dort ankomme, klpfe ich an der Tür. Mr. Coulot ruft laut und vernehmlich: "Herein." Ich öffne die Tür und betrete das Zimmer meines Chefs. Er fragt mich, was denn los sei. Ich erzähle ihm, dass ich mit der Korrektur der Formulare begonnen habe, aber zwischendurch etwas Kopfschmerzen bekommen habe. "Ob ich wohl für einen Moment nach draußen an die frische Luft gehen dürfe", frage ich ihn. Ich bedanke mich und verlasse das Büro meines Chefs. Ich lenke meine Schritte zum Treppenhaus, die zum Ausgang des Gebäudes führt, hinunter und gehe ins Freie. Fest entschlossen gehe ich in den nahe gelegenen Park, um mich dort auf eine Bank zu setzen. Es ist nicht irgendeine Bank, nein, es ist die Bankd, auf der Jacquelien und ich uns kennen gelernt haben. Es war ein warmer Sommermogen, an dem ich auch wie heute in
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