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Kategorien > Avantgarde > Bewußtsein

Eine Nacht

von Martin Wiesengrund

Weiterzuschreiben ist schwer, wenn man müde ist, es ist wie ein Schleier der das Bewusstsein umnachtet, ständig dumpfe Kritik am eigenen Hervorbringt. Zu groß war die Faszination für den Adorno, die sein Menschsein einlullte. Er spürte nicht die Wahrheit zu schreiben, nur dem Augenblick der euphorischen Begeisterung für seinen neuen Helden, wieder einmal drang das Gefühl eines der Mattheit in seinen Kopf, er konstruierte wieder eine neue Welt, zwischen Liebe und negativer Dialektik. Zwischen dem Zwang eines Versprechens eine Kindergeschichte zu schreiben und dem Gefühl der Unfähigkeit und Unwertigkeit jedes Ausdruckes. Immer wieder schreiben um es endlich zu lernen ist wie ein kranker Krampf, ein unleidliches immer wiederkehrendes Problem. Dem Gedanken, den man er als sein höchstes Gut ansieht Form zu verleihen, aufzusteigen zu einem Held wie sein Held ein Held für ihn war. Immer und immer wieder das selbe. Jeder kurze Text wie Schlag ins Gesicht, er offenbart mangelnde Fähigkeit, die in immerwährender Selbstreflexion nur scheinbar schwächer scheint. Unmöglich ist es nicht wegen Auschwitz Kunst zu schaffen, vielmehr ist Unfähigkeit und Mittelmaß ein Grund dafür. Mittelmäßig zu sein und es erkannt zu haben ist furchtbar. Immer wieder drängt sich Objektivierung auf , die alles zu zerfressen vermag. Sie hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack , der nicht weggedacht werden kann. Immerzu aufs neue. Selbstmitleid ist keine Konsequenz, antwortete er. Suchen immerzu neues Suchen. Die Welt als Aufgabe ist eine Hölle, Momente der Freiheit, verlegen die Aufgabe dorthin wo der eigene Wille ist. Man fühlt sich als bitterer Kopist, nicht weil als schon geschrieben, es ist mehr das Gefühl stillos zu sein, zu wabern mit und doch ohne Worte, und doch nur sagen was ohnehin klar. Die Müdigkeit ist nicht überwunden, morgen wird der Text wieder verschwinden, er hat keine Berechtigung. Kein Text hat eine Berechtigung im eigenen Morgen. Er wird wieder leer sein, im eigenen Narzissmus wird ein neuer entstehen. So wird nie ein Werk geschaffen, was das wahre Ziel. Noch lange wird die Nacht sein, und doch immer ohne Befriedung, weil das Wort das nicht vermag. Es enthüllt immer die eigene Unfähigkeit, entlarvt die die Hypostase des eigenen Denken. Es gibt keine Überlegenheit. Er hat sie sich einfach erdacht, so wie die Menschen sich selbst entwerfen zu pflegen. Denn ohne Objektivierung keine Bestätigung, und die objektivierte Bestätigung entlarvt sich immer zu. Fragen drängen sich ihm auf, die Müdigkeit geht, noch ein halbe Stunde Marathon, dann den Text sein lassen, warten auf das Moment der Erleuchtung, dass Wahrheit spricht und sich deswegen nie zeigt. Er fühlt den Pathos dieser Sätze, doch er versucht sich nicht einmal zu entziehen, alles entspringt dem eigenen Bewusstsein, dessen ist er sich bewusst. Er wird keine Antwort finden, endlich die erste Seite ist vollbracht. Doch es geht weiter, er schöpft Hoffnung, nicht auf Erfolg freilich. Er ließt diese Sätze, und weiß nichts mit ihnen anzufangen, immer wieder müssten sie geschrieben werden um endlich rein zu sein. Nichts zu sagen haben die Menschen denkt er immer aufs neue, sein Held vielleicht, sonst wäre er kein Held. Doch auch dieser alter Mann wird objektiviert. Er spürt es ist Zeit den Stil zu wechseln, aber wie? Die elektronische Feder gleitet zahm dahin, sein Geist ist nicht flexibel genug für eine gute Geschichte. Ist er zu jung? Nein, das kann nicht sein, schreiben will gelernt sein. Zu psychoanalytisches Studien lädt sein Text nicht ein. Oder doch? Ist nicht die Psychoanalyse die letzte wunderbare Objektivierung, die ihm doch Rechtfertigung geben kann. Nein nur sein Genie könnte das, wäre es seiendes. Es ist nicht. Immer wieder Pathos ist die traurige Erkenntnis, die sich in eingehüllt in ihn selbst zeigt. Es ist ja nicht mal Hoffnungslosigkeit denkt er, sondern nur nichtig. Kein Worte bleiben mehr für diese Empfindung, ohne das sie Wert hätte ausgedrückt zu werden, hoffentlich werden die Finger bald warm. Vielleicht entsteht doch noch etwas von Wert. Wie viele Worte hat eine Seite, er kann es nicht sagen.. Wieso auch, Worte allein machen keinen Werk, es ist die Schwingung, die es ihm nie gelingt zu erzeugen. Aber er schreibt für sich, nicht für Welt und lügt. Niemand schreibt für sich, wer schreibt strebt heimlich nach Entdeckung , sucht Wertigkeit in seinen Worten. Redet sie sich selbst sein, sonst würde er Ermatten. Folter, blanke Folter. Weh mir, dachte er, weh mir. Alles unwahr denkt er nun. Nein, er schreibt nicht Wahrheit. Aber das ist nicht von Belang, von Belang ist einzig, das was steht, nun unveränderbar. Keine Herleitung keine Erklärung, alles momentane Worte. Nicht wieder abheben auf die Sinnlosigkeit will er, er hat sie schon zu oft betont. Vielleicht sollte er sich auf etwas richten, es ausquetschen es endlich zum Gegenstand machen, seine eigenes Gekrieche beenden. Aber er erspart es sich nicht, und leidet weiter. Zum leiden dessen der sein Leiden betrachten soll. Wer schreibt verliert, soviel ist klar Zeit und leben. Konzentration ist erbärmlich, der Unfähige der all seine Unfähigkeit auf etwas richtet, wird dadurch nicht zum Befähigt. Nur ist die Zeit für eine Pause gekommen, er lehnt sich zurück unwissend und unbefriedigt mit dem was war. Die Faszination am eigenen treibt ihn doch noch weiter, nein nicht zurücklehnen. Er denkt, zögert eine Sekunde sieht Momente ungelöster Spannung vor sich und möchte doch ein Kind sein, sich geliebt wissen. Doch ist kein Kind geliebt, welch seltsames Paradox. Hatte sein Held nicht solches geschrieben. Was ist Liebe. Kein Bedürfnis nach altklugen Antworten, oder seltsamer Philosophie. Wäre er nicht abgestumpft, würde er diese Zeile hassen. Die ewige Wiederkehr immer des selben Gejammers, bald hat er alle seine Worte verbraucht. Doch er wird nicht aufhören. Tatsächlich bleibt er stumm, es ist schon wieder viel Zeit vergangen. Leider. Er könnte nichts besseres tun, freilich nicht schlechteres. Wiederum richtet er den Gedanken auf sich, in einem letzten Versuch auswegloser Selbstreflexion erkennt er nur das ihm nichts mehr zu schreiben bleibt. Und doch ist das kein geniales Moment ungelöster Spannung nachdem das er kennt, sondern seine infantile Nichtigkeit. Bitte kein Mitleid, bitte keine Verachtung, keine Kritik, keine Objektivierung. Versteht mich, denkt er und hofft, dass es doch niemand tut. Vielleicht hat er die Einheit erreicht, er kann nicht mehr auf sich rekurrieren. Nein alles bloße selbst Suggestion. Nicht neues. So etwas wird hier nicht finden. Nein Bewusstseinspornographie ist das nicht, leider denkt er, den Pornographie hat wenigstens den Wert von reiner Präsenz, purer Plattheit. Von Moral, will er nicht auch noch anfangen zu sprechen, sein Analytiker hat ihm das verboten. Moral macht Leer, noch mehr Leere ist nicht gut. Sich selbst zu vernichten weiß er, alles zu offenbaren macht den Text nicht besser. Kurze Ruhe. Nichtigkeit. Diese freie Gehen lassen war ihm zutiefst zuwider, doch vermochte es nicht sein zu lassen. Es geht weiter, eigentlich ein euphorischer Tag, denkt er. In Euphorie zu schreiben geziemt sich nicht, kein Ergebnis wird dies haben, soviel ist klar. Aber die Müdigkeit ist wieder da, ist sie eine Blockade? Zeit vergeht im Fluge. Lieber doch Steppenwolf, als weitere Zeilen. Soviel wird klar.

Kommentare

lena schrieb am 2006-12-07 15:39:02:
salut.
mir gefällt, was du da schriebst. und auch wie. absatzlos ist ja auch ne form.
aber um zum punkt zu kommen: ich suche ne story / storyline / drehbuch für mein abschluss-projekt
studiere digital film & animation
möchte ne art experimentellen kurzfilm drehen ....
schreib dir mal näheres über ne mail
trullali schrieb am 2006-03-11 22:53:54:
vielleicht ist die geschichte ja gar nicht so schleckt- kann ich nicht sagen,
weil mich das äußere schon so abgeschreckt hat, dass ich nicht wirklich viel vom text gelesen habe.
vielleicht soll es ja ein stilmittel sein, mir gefällt es allerdings eher weniger
Mach doch mal nen Absatz!
polche@mail.ru schrieb:
so gut, dass man davon Kopfschmerzen bekommt und den Geschmack von Kaffee und Zigarette spueren kann.
lovely schrieb:
so eine scheiße soger mein hund würde vor lange weile sterben idiot
oiu@edrft.de schrieb:
die geschichte ist nicht schlecht.

Head UP!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!11

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