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Kategorien > Hoffnung > Liebe

Eine Umarmung

von Hemera

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Eine Umarmung

Der Zug fährt los. Alleine sitze ich da und lasse meinen Gedanken freien Lauf. Ich denke mich zurück an jenen Tag als du mir deine Liebe gestanden hast. An alles was ich gefühlt hab. An alles was ich gedacht hab. Ich machte mir Gedanken darüber wie ich dir gegenüber treten soll. Was ich sagen soll. Was ich machen soll. Nehm ich dich in den Arm? Küsse ich dich vielleicht sogar schon? Wie wirst du reagieren? Wirst du schon auf mich warten? Wirst du mich in den Arm nehmen? Machst du dir auch so viele Gedanken darüber wie ich?
Ich schließe die Augen und stelle mir alles vor. Ich steige aus dem Zug aus. Gehe den Bahnsteig entlang, die Treppe runter und da stehst du schon. Du lächelst mich an. Mein Herz beginnt bei der Vorstellung zu rasen das es schmerzt. Ich nehme die letzte Stufe, gehe die letzten Schritte auf dich zu, schlinge meine Arme um deinen Körper und spüre wie du auch deine Arme um mich legst. Ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit breitet sich in mir aus. Ich atme deinen Geruch ein. Lege meinen Kopf an deine Brust. Wir stehen im Bahnhof vor der Treppe zum Gleis…

Der Zug beginnt sein Tempo zu drosseln und von Sekunde zu Sekunde wird mir bewusster was ich da gerade eigentlich mache. Nach Jahren der Stille zwischen uns. Nachdem was geschehen ist vor der Stille. Diese Einsamkeit. Nachdem was du mir gestanden hast. Nachdem wir uns so lange kannten haben und nebeneinander Einsam waren. Gleich und doch so verschieden. So verbunden und doch nie geredet haben. Nach alle dem, sitze ich im Zug zu dir. Unschlüssig darüber, was ich tun soll. Was ich fühle. Nur eins ist klar. Ich fühle.
Der Zug hält und ich steige aus. Langsam gehe ich den Bahnsteig entlang. Noch kann ich umkehren. Noch kann ich es unterlassen die Treppe hinab zu gehen und auf dich zu Treffen. Meine Gedanken spielen verrückt. Mit jedem Schritt steigert sich das Tempo meines Herzschlages. Mit jedem Schritt nähere ich mich den Stufen. Ein letztes Mal denke ich daran umzudrehen, dann betrete ich die erste Stufe. Die Zweite und immer weiter hinab.
Unten angekommen bist du noch nicht da. Ich gehe Richtung Ausgang, darauf bedacht normal ein und aus zu atmen. Massen an Menschen kommen mir entgegen und ich halte nach dir Ausschau. Die Masse lichtet sich und auf der anderen Seite des Tunnels erkenne ich dich. Mein Herz fühlt sich an als hätte es zu schlagen vergessen und meinem Kopf dreht sich alles. Ich bin überwältigt von Gefühlen und beschleunige meine Schritte in deine Richtung. Dein Blick findet den meinen und auch über deine Züge breitet sich ein Lächeln aus. Ohne zu Zögern nehme ich dich in den Arm. So lange wollte ich es tun. Und ich Spüre deine Arme um meinen Körper. Ich schmiege mein Gesicht an deine Brust. Du bist so viel größer als ich. Ich atme deinen Geruch ein. Nie zuvor wurde mir dieses Privileg zu teil. Eine Gefühlte Ewigkeit stehen wir da. Aneinander geschmiegt. Uns bewusst, dass wir uns doch loslassen müssen. Der Moment naht und wir lassen voneinander ab. Kein Kuss. Dafür ist es zu früh. Wir stehen uns gegenüber. Unschlüssig was wir sagen sollen. Nur am Lächeln. Nach all den Jahren, haben wir es geschafft. Eine Umarmung. Und was für eine…

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