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Kategorien > Humor > Seltsames

Eine aufregende Geschichte über ein sehr nettes Ei

von BIBÄR

Kapitel I: Alltagsgeschäfte

In einem dunklen Waldstück nahe der deutsch-polnischen Grenze lebte ein Eichhörnchen.
Es war ein glückliches Eichhörnchen, da es seinen eigenen Nussbaum besaß und somit immer gut genährt war. Jeden Tag tollte es in dem Wäldchen herum und erlebte allerlei spannende Abenteuer. So auch an diesem Tag...
Nachdem das Eichhörnchen seinen Baum verlassen hatte, wandte es sich in Richtung der großen Eiche um dort zu spielen: Zuerst untersuchte es einen großen Stein, wobei es ihn herumrollte und sich über ihn lustig machte,da er keine Beine hatte. Über diesen vortrefflichen Sachverhalt musste es laut lachen und bemerkte nicht,wie sich zwei schwarze Schatten aus dem Astgewirr der Eiche abhoben. Bei näherer Betrachtung wären einem stillen Beobachter zwei gelbe Augenpaare aufgefallen,die das kleine Tierchen fasziniert anstarrten.
Das Eichhörnchen wurde erst auf seine Beobachter aufmerksam,als sich durch eine Windböe eine Eichel löste und neben ihm aufschlug.Da Eichhörnchen einen siebten Sinn für Nüsse haben, konnte es sich einen Blick in die Baumkrone nicht verkneifen und entdeckte die Gestalten,die es anstarrten. Erfreut rief das Eichhörnchen:"Hi Freunde, kommt doch runter!". Zur Antwort erhielt es ein friedliches Gurren aus der Baumkrone und kurze Zeit später segelten zwei Eulen auf den blätterbedeckten Waldboden. Es begann ein angeregres Gespräch zwischen den Dreien. Da dies jedoch weitesgehend uninteressant war und für den Fortgang unserer Geschichte nicht relevant ist, lassen wir es aus.
Nach einigen Minuten trennte man sich mit dem Versprechen, sich am darauffolgenden Tag noch einmal an der selben Stelle zu treffen.
Vergnügt sah es den beiden Eulen nach,wie sie wieder auf dem Baum landeten und in der Baumkrone verschwanden.
Nun war unser Eichhörnchen wieder alleine und da es sich langweilte kam zu dem Entschluss den anderen Waldbewohnern einen Besuch abzustatten, denn neben seinen Nachbarn, den Eulen Flips und Flops gab es noch den einfältigen Frosch Quack und die Wühlmaus Jonny die sich mit dem Eichhörnchen angefreundet hatten.
Auf dem kurzen Wegstück zum Schlammloch des Frosches verspeiste das Eichhörnchen einige Nüsse und sprang von Baum zu Baum. Schon nach wenigen ereignislosen Minuten kam unser kleiner Nager zu dem schlammigen Loch; auch Schlammloch genannt. Schon von weitem konnte man den Frosch hören, wie er im schmutzigen Wasser badete und dabei sehr eigentümliche Geräusche hervorbrachte.
Als Quack das putzige Eichhörchen sah quackte er vergnügt:"Haaallllooooo, komm doch und nimm auch ein Baaaad;das Wasser ist heute seeeehr aaangenehm schlammig!"."Och heute lieber nicht, ich hab heute morgen schon geduscht.",erwiderte das Eichhörnchen. -"Duschen... IGITT daaaas ist ekelhaaaft!Komm morgen wieder,wenn du wieder dreckig bist"stellte der Frosch fest erbost und tauchte unter.
"Doofer Frosch, jetzt schmollt er wieder!"sagte das Eichhörnchen zu sich selbst, blieb noch einen Moment stehen und betrachtete die Luftblasen,welche im Schlammwasser nach oben stiegen und zerplatzten. Kopfschüttelnd wandte es sich ab und setzte sich auf einen nahegelegenen Stein."Immer das Selbe mit dieser Kröte,bei dem muss immer alles stinken...ach ich sollte ihm mal ein Stück Seife in den Tümpel werfen!"
Noch einige Minuten sinnierte unser kleiner Freund über die seltsame Kröte, bevor er schließlich beschloss, sich etwas anderem zu widmen. Also erinnerte sich das Eichhörnchen an seine Entscheidung, sich auf den rund 15-minütigen, und auch sehr ereignislosen Weg zu Jonnys Haus zu machen. Während dieser Zeit erinnerte es sich an die schönen Spiele, die sie immer zusammen spielten, wenn sie sich trafen. Ein Lächeln huschte ihm dabei übers Gesicht; ach was für tolle Dinge hatten sie zusammen erlebt...Weiter in Erinnnerungen schwelgend setzte es den Weg fort und erreichte bald darauf gut gelaunt die Lichtung.
Anstatt des ihm vertrauten Anblicks bot sich ihm jedoch nun ein schockierendes Bild:
Zuerst stand unser Eichhörnchen nur mit weit aufgerissenen Augen da und betrachtete die sich ihm bietende Szenerie: Der ehemals so schöne, mit Pilzen bewachsene Baumstumpf,der Jonny Wühlmaus als Behausung gedient hatte, war nun aus der Erde gerissen und lag kokelnd einige Meter von seinem ursprünglichen Standort entfernt im Gebüsch. Überall auf der Lichtung verteilt lagen Teile von Jonnys Inneneinrichtung:Der Tisch,an dem sie immer Karten gespielt hatten und Jonnys Lieblingsvasen lagen nun zerbrochen im Gras."Oh mein Gott,was ist denn hier passiert?",fragt es sich,"Jonny wo bist du?". Unter Schock stehend begann das Eichhörnchen die Trümmer zu durchforsten,fand jedoch keine Spur von Jonny."Nichts...garnichts,nicht mal ein Anhaltspunkt!"rief es nun aus purer Verzweiflung und betrachtete die Verwüstung.Da fiel sein Blick auf einen Benzinkanister,welcher im Gebüsch lag und unzweifelhaft für die Zerstörung der Wühlmausbehausung verwendet worden war. Undeutlich,aber dennoch lesbar waren die Initialen eines dem Eichhörnchen nur zu gut bekannten Igels eingeritzt:J.R. gleichbedeutend für James Right.
Erst jetzt begann das Eichhörnchen zu begreifen: Jonny war verschleppt worden! Der immer freundliche Jonny!Oh nein! Konnte das denn sein?

Kapitel II: Heute geh ich einkaufen

Es waren zwar erst einige Minuten seit seiner Ankunft auf der Lichtung vergangen, was unseren Freund aber nicht daran hinderte,sich in einen immer schlimmer werdenden Ausbruch bestehend aus Flüchen und Verwünschungen zu steigern.
"James Right...dieses Scheusal!",fluchte das Eichhörnchen"Warum tut er sowas? Entführt einfach so meinen Freund ... wenn ich den in die Finger kriege,dann..."(es folgten einige nicht jugendfreie Flüche)
Mit der Zeit fing es an zu schreien, wobei ihm die Blutadern bedenklich aus dem Hals hervortraten. Ebenfalls schienen sich seine Augen auf eine seltsame Art und Weise zu verformen; was zunächst aussah, wie ein normaler Wutausbruch eines kleinen Nagers, entwickelte sich schnell zu einer äußerst bedenklichen Veränderung im Aussehen des Tiers.
Die aufkeimende Wut hatte zu einer sehr bizarr wirkenden Verwandlung geführt: Dem niedlichen Eichhörnchen wuchs ein zusätzliches Augenpaar,sein Fell färbte sich schwarz und aus seinen Pfoten wurden lange gekrümmte Finger. Es hatte sich in Super-Willi, das Atomwiesel, den Hüter des Waldes und Vorstand der Rentnervereinigung verwandelt; eine Verwandlung, die bei einem Eichhörnchen durchaus einmal vorkommen kann.
-Hier unterbrechen wir unsere Geschichte für eine kleine Analyse der Geschehnisse: Lieber Leser,wie Sie vielleicht schon gemerkt haben, kam es soeben zu sehr seltamen Vorkommnissen. Durch wissen- schaftliche Untersuchungen wurde bestätigt,dass eine solche Mutation in Wirklichkeit überhaupt nicht möglich ist.Nichtsdestotrotz sollten Sie dies aber nicht zum Anlass nehmen, diese aufregende und überaus ereignisreiche Geschichte nun aus den Händen zu legen, denn im nun folgenden Teil überschlagen sich die Ereignisse und eine schicksalhafte Begegnung macht unserem Titelhelden zu schaffen.-Doch lesen sie selbst:
Völlig außer Atmen kam unser Titelheld zu sich..."Man was für eine lange Vorgeschichte!"bemerkte er knapp und vollführte einige sehr hübsche Kunststücke, um sich aufzuwärmen."So was hätten wir denn da? - Eine Entführung...Mhhh mal überlegen; was macht man da doch gleich?...Ahh, genau jetzt hab ichs: Zuerst die Spur des Entführers suchen und ihn dann umbringen!","NICHT UMBRINGEN!"ertönte eine Stimme.""Hä??Was war denn das?-Oh ,na klar, jetzt weiß ichs wieder: Ich darf hier ja niemanden umbringen, weil dies ja eine friedliche Geschichte ist!".
-Da hatte Super-Willi vollkommen recht, denn jeglicher Gebrauch von unnötiger Gewalt ist hier untersagt. Ebenfalls wurden brutalere Szenen von der Redaktion durch den Einsatz von friedlichen Wörtern wie 'Blumen' ,'Käfer' ,'Bienen' und 'Honig' entschärft. Doch nun weiter im Text.-
"So, dann mal los! Also wenn ich das hier richtig verstanden habe, müsste hier irgendwo eine Spur sein....ah genau, der Kanister! Was steht denn da drauf? Mhh...JR....James Right, mein alter Erzfeind also! Dann mal auf zu seinem Versteck!"
Und so machte sich Willi zum Abflug bereit und hob wenige Sekunden später ab. (Vielleicht werden sich jetzt einige von euch gewundert haben,warum ein Wiesel fliegen kann.-Eigentlich kann es das auch gar nicht, doch in diesem Zusammenhang hört sich ' fliegen' einfach besser an; denn in Wirklich-keit rannte Willi nur mit zweifacher Lichtgeschwindigkeit durch den Wald.)
Da er während seines Fluges genügend Zeit hatte, dachte er über viele interessante Ding nach. So bemerkte er auch nach kurzer Zeit ,dass er total vergessen hatte, wo sich das Geheimversteck seines Erzfeindes befand."Mist!",rief Willi und landete neben einen großen Ameisenhaufen, um nach dem Weg zu fragen.
Schon einige Sekunden nach der Landung erschien eine gewaltige Anzahl von Ameisen, die sich rund um Super-Willi postierten und ihn grimmig ansahen. Eine einzelne, etwas größere Ameise trat vor und sprach mit schriller Stimme : "Wer bist du Fremder, der du es wagst so tief in das Reich der Riesenameisen vorzudringen?","So groß seht ihr aber gar nicht aus!"gab Willi zu verstehen und stampfte unbewusst mit dem Fuß auf. "Schweig, du großer Schwachkopf!"forderte ihn der Anführer auf. "Sorry Jungs ich wollte eigentlich nur..."-"Sei ruhig, einfälltiger Riese! Verschwinde aus unserem Reich!"befahl die Ameise nun mit etwas lauter Piepsstimme."Hey jetzt mal ganz ruhig,",sagte Willi gelassen,"ich wollte hier nur mal schnell aufs Klo gehen und mich nach dem Weg zu James Rights Geheimversteck erkundigen."
Bei Erwähnung dieses Namens ging ein Raunen durch die versammelten Ameisen: Köpfe hoben sich und man tuschelte hinter vorgehaltener Hand. Unser Held beobachtet die Menge, wobei er versehentlich über einen Zweig stolperte."Den Geräuschen nach zu urteilen wisst ihr also von wem ich spreche,oder?", fragt er. "Ja,natürlich kennen wir ihn! Dieser Drecksack hat uns minderwertiges Opium verkauft und jetzt sitzt er in seiner schwerbewachten Festung und lacht sich tot!"-" Tja, das ist schlecht. Beim Opiumhandel muss man heutzutage aufpassen, mit wem man sich einlässt. Da gibt es viele schwarze Schafe; seriöse Händler sind selten geworden. Doch sagt mir jetzt, wo sich sein Versteck befindet, dann kann ich ihn vielleicht 'überreden' euch in Zukunft richtiges Opium zu verkaufen!"
"Na schön wir sagen es dir, wenn du dann endlich verschwindest!"Es folgte eine überaus umfangreiche Wegbeschreibung seitens der Ameise. Anschließend verabschiedete man sich,wobei sich Willi für den versehentlichen Tod von 4306 Ameisen entschuldigte, die er mit seinen Schuhen zerquetscht hatte.
Bald darauf befand sich das Wiesel wieder in der Luft und setzte seinen Weg fort.
Dank der überaus präzisen Wegbeschreibung fand Willi auch bald James Rights geheimes Versteck: eine alte Spülmaschinenfabrik am Waldesrand. Voller Tatendrang machte er sich nun daran, seinen Freund zu befreien...

Kapitel III: Oje jetzt ist meine Uhr kaputt

Eigentlich wollte Super-Willi die Wachen überrumpeln, schnell seinen Freund herausholen und bis 5 Uhr wieder zu Hause sein. Doch leichter gesagt als getan: Wie sich das nun mal für einen richtigen Ganoven gehört, war J.R.s Geheimversteck schwer bewacht: Überall gab es Wachtürme, Stacheldrahtzäune und tollwütige Schafe. Also musste Willi einen Plan entwickeln, um unbemerkt in die Basis zu gelangen.
Aus diesem Grund legte er sich auf die Lauer und suchte nach einer Möglichkeit ins Gebäudeinnere zu gelangen. Hierbei tarnte er sich durch Zuhilfenahme eines kleinen Zweiges als Baum.
So vergingen einige Minuten. Während dieser Zeit beobachtete er sehr aufmerksam die über das gesamte Gebiet verteilten Wachposten. Dank seiner genialen Tarnung war er nahezu unsichtbar für die feindlichen Soldaten und hatte unbeschränkte Sicht auf das gesamte Terrain.
Irgendwie konnte er jedoch keine ungeschützte Stelle finden, durch die er sich ungesehen ins Innere hätte schleichen können."Mist! Was mach ich jetzt?", sinnierte er resignierend, wobei er zuerst nicht die kleine graue Gestalt bemerkte, welche an sein Bein pisste. Erst als die warme Flüssigkeit an seinem Bein hinabfloss bemerkte er, was vorgefallen war und rief: "Hey! Was soll das? Du kannst mir doch nicht einfach ans Bein pinkeln! Bist du nicht zivilisiert? Für sowas hat man Toiletten und Schwimmbäder erfunden. Warum pisst du dann mein Bein? "-"Oh, entschuldigen Sie werter Herr; ich hielt sie für einen Baum!" kam es mit viel zu hoher Stimme aus einer tieferen Ebene des Bewusstseins...ähh von dem kleinen Wesen am Boden her."Nagut ich verzeihe dir; ich war einfach zu gut getarnt. Aber sag mir, wer bist du und was machst du hier überhaupt?"fragte das Wiesel. "Ich bin Eggi, ein Unterhosenwichtel und war gerade auf dem Weg hinein in diese alte Fabrik. Da drin gibt es große Vorkommen an Pelluzinit, oder wie du sagen würdest: 'Unterhosen'. Die bauen wir Wichtel ab, um sie gewinnbringend an Wale zu verkaufen. Und so wie du aussiehst, willst du bestimmt auch dort rein. Gegen eine kleine Spende kann ich dich dort unbemerkt einschleusen."-"Was für eine Spende?"-"Deine Unterhosen natürlich!", gab der Wichtel an. "Da muss ich dich leider enttäuschen, denn wir Superhelden tragen keine Unterhosen. Als Superheld hat man gewisse Privilegien, wie zum Beispiel freien Eintritt in Schwulenbars oder gratis Seidenstrümpfe und eben, dass wir keine Unterhosen tragen müssen. Vielleicht kann ich dir anderweitig behilflich sein?"-"Tja ,da gäbe es schon etwas...",flüsterte der Wichtel geheimnisvoll und äußerte seine Bitte: Unser Held sollte Eggis Großmutter baden. Ein fürchterlicher Gedanke, aber was macht ein Superheld nicht alles für seine Freunde.
Super-Willi willigte ein und so machten sie sich auf, die Festung zu infiltrieren.
Dies war leichter gesagt als getan. Der Wichtel hatte nämlich einen Weg eingeschlagen, der nun wirklich keinem gefallen haben dürfte: Den berüchtigten Abwasserkanal von Dol Gusal. Naja, eigentlich war es ein ganz normaler Abwasserkanal mit den üblichen Ratten, Spinnen und Riesenbabies. Das einzig ungewöhnliche an diesem Kanal war sein Gestank.
Sie traten ein und durchschritten das knöcheltiefe Abwasser, immer darauf bedacht nicht hineinzufallen.
Nach zwei Minuten war es waren sie schon am Ziel und der Wichtel deutete auf eine in der Decke eingelassene Luke. "Da oben ist es!"sagte der Zwerg mit einem breiten Grinsen und merkte nicht wie sich sein Bart in der Kloake vollsog. "Du wirst schön stinken, wenn du wieder oben bist!" dachte das Wiesel und musste sich ein Lachen verkneifen. Anschließend verkündete er: "Ich gehe vor!"
Unser Held kletterte nach oben und öffnete den Kanaldeckel. Jetzt war es nur noch ein kleines Stück bis zum Eingang des Fabrikgebäudes.
Glücklicherweise sah keiner der Wachen, wie sich Willi geduckt auf den Eingang zubewegte und darin verschwand; Eggi folgte ihm in einigem Abstand.
Der Wichtel hatte weniger Glück: Aufgrund seines unangenehmen Geruchs entdeckten ihn die Wachen und erschossen ihn. -Tja Körperhygiene sag ich nur!-
Willi lugte durch einen Spalt in der Tür nach draußen."War doch ganz einfach!",stellte er fest und warf einen Blick auf die Umgebung: Alle Wachen waren tot; aller Wahrscheinlichkeit nach starben sie durch...ähhh... nunja sagen wir sie fielen einer plötzlichen Fügung des Schicksals zum Opfer.
"Naja, jetzt ist es auch egal!" bemerkte das Atomwiesel gleichgültig und verschwand im Inneren des Gebäudes...

Kapitel IV: Wo sind hier die Toiletten?

Super-Willi durchschritt die leeren Gänge der Fabrik auf der Suche nach seinem Freund. Seltsamerweise gab es hier keine Wachen mehr. Bestätigung für diese Tatsache fand er darin, dass nirgendwo in der dicken Staubschicht auf dem Boden Fußspuren zu sehen waren. Alles erweckte den Eindruck ,als dass die Fabrik schon lange Zeit verlassen worden war. Nichts Außergewöhnkiches gab es hier: Überall verrostete Rohre, einige dreckige Fenster, hier und da mal eine Maus,die über den Boden huschte; das Übliche eben. Doch da war noch etwas:ein Geräusch. Zuerst hatte er es gar nicht wahrgenommen, doch jetzt,da er sich einer großen Tür am Ende des Gangs näherte, wurde es immer lauter. "Mhhh...hört sich nach Stimmen an!"dachte Willi. Und tatsächlich waren es Stimmen, die er da vernahm. "Jetzt hab ich dich!"sagte er leise zu sich selbst. Daraufhin rannte auf die Tür zu und warf sich mit voller Wucht dagegen, sodass sie aus den Angeln sprang und den Weg in einen dunklen Raum freigab.
"Gib auf, es gibt kein Entrinnen!"rief unser Held als er in den Raum stürmte. Doch auf das, was ihn dort erwartete war selbst das Atomwiesel nicht vorbereitet: Eine untersetzte Gestalt kam auf ihn zugewankt und sprach:"Hey Mann was issn los? Bist wohl auf nem autoritören Trip! Lasses doch mal ruhig angehn! Nimm nen Zug hiervon, dann wird alles ganz easy!"; ihm wurde ein Joint gereicht. Nun da sich seine Augen an das Dunkel gewöhnt hatten, konnte er drei zugedröhnte Siebenschläfer erkennen, die sich wohl erst kurze Zeit zuvor ihrer Sucht hingegeben hatten.
"Sorry Jungs, ich wollte euch nicht stören! Habt ihr hier vielleicht etwas ungewöhnliches gesehn? Ich suche nämlich den Entführer meines Freundes." gab ihnen Willi, immernoch überrascht von dieser unerwarteten Begegnung zu verstehen."He, find ich gut, dass ihr Schwulen zusammenhaltet!"- "Öhh...schwul? Ich bin nicht schwul, er...ähhh schuldet mir Geld!"empörte er sich."Is schon gut Alter, wenn du nicht darüber reden willst, dann verstehn wir das."-"Bitte sag mir,ob du etwas weißt und misch dich nicht in meine Privatangelegenheiten ein!"-"Ok, iss schon gut, reg dich ab Alter!",beschwichtigte ihn der Siebenschläfer und gab ihm die nötigen Auskünfte: Jonny war also in einem Raum am anderen Ende des Fabrikgebäudes mit weiteren Gefangenen untergebracht; J.R. befand sich in einem nähergelegen Raum. Aufgrund dieser Tatsache beschloss Willi zuerst seinem Erzfeind einen Besuch abzustatten und anschließend Jonny zu befreien.
Am verabschiedete sich und unser Titelheld machte sich auf den Weg zu J.R.
Kurze Zeit später fand unser Held die besagte Tür. "Na endlich! Jetzt hab ich dich aber!"sagte das er zuversichtlich, als er sie öffnete und in die hell erleuchtete Fabrikhalle eintrat.
"So sehen wir uns also wieder, mein alter Kumpel...ähh...Erzfeind!",begrüßte Willi den Entführer der in der Raummitte neben einer alten Maschine stand."Erzfeind? Ich soll dein Erzfeind sein? Da muss ich doch laut und ausgiebig lachen...HA...!","Aber wir sind doch schon lange verfeindet! Erinnerst du dich nicht an die vielen Attentate,die du mir anhängen wolltest oder an deine selbstgebastelte Bombe?"-"Man was erzählst du da denn für einen Schrott? Du warst doch immer der Bösewicht!"-"Ist doch überhaupt nicht wahr; ich bin der Gute in dieser Geschichte! Du hast wohl mal wieder deinen Text vergessen, nicht wahr?"-"Ohh...Moment...kann gut sein, dass ich hier was falsch verstanden habe..."-Lieber Leser! Wenn Sie sich nun fragen, was dieser ganze Mist hier soll, sind Sie nicht alleine. Die Redaktion ist der Meinung, dass mindestens eine der Hauptfiguren zu diesem Zeitpunkt unter starkem Drogeneinfluss gestanden habt oder dass der Autor wohl nicht ganz bei Sinnen war.( Wir tendieren zu letzterem!) Am besten wird es wohl sein, wenn wir diesen bedauerlichen Vorfall einfach vergessen, dieses langweilige Gespräch überspringen und mit etwas Action fortfahren:
Super-Willi hatte im Verlauf dieses Gespräches nicht bemerkt, wie Mr. Right eine riesige Waffe aus seiner Unterhose gezogen hatte und nun auf ihn zielte."Mhhh...lecker Brathähnchen!"dachte der Bösewicht, als er unseren Helden im Visier hatte und grinsend den Abzug betätigte. Das 45mm Projektil verließ den Lauf und bohrte sich daraufhin tief ins Bein seines Opfers.
Ein lauter Schrei hallte durch die große Halle, als Mr. Right realisierte, was er getroffen hatte. "Scheisse! Immer diese billige Importware aus Thailand! Ahhh tut das Weh!" fluchte er und warf die Waffe beiseite um sich sein verletztes Bein mit etwas Tippex zu verbinden.
Unser Held hatte von alldem seltsamerweise nichts mitbekommen: Ungerührt stand er in einer Ecke des Raumes und starrte an die Decke. Erst die Rufe seines Erzfeindes holten ihn wieder zurück in die Realität: "Hey Hohlbirne! Hier bin ich; fang mich doch!" spottete James Right und rannte wie wild herum. "Ich hab dich doch aber schon!" sagte Willi gelassen zu dem Bösewicht, der aus unerfindlichen Gründen in einem Käfig saß. "Huch, wie geht denn das?" fragte James erstaunt. "Keine Ahnung." gab ihm Willi zu verstehen.
"Naja ist mir auch irgendwie egal; du kannst mich zwar einsperren, aber festhalten kannst du mich nicht!"rief Mr.Right und verschwand einer Nebelwolke.
Jetzt war Willi überrascht, denn als sich der grünliche Nebel verzogen hatte war er umringt von Wachen. Niemand konnte sagen, woher sie gekommen waren - noch nicht einmal die Wachen selbst. Unser Held fasste sich jedoch wieder und zog seine patentierte Schweizer Taschenkettensäge aus der Hosentasche. "Kommt nur her, wenn ihr euch traut!"drohte er ihnen. Zögerlich wichen die Wachen einige Schritte zurück, blickten ihn aber immernoch mit vor Zorn funkelnden Augen an. "Na also, geht doch! So...bevor wir hier weitermachen hätte ich einen Vorschlag: Wie wärs, wenn wir zusammen ein Stück Kuchen essen würden, bevor wir uns gegenseitig zusammenschlagen?"
Die Wachen schienen mit diesem Vorschlag einverstanden zu sein, denn sie hatten auch schon lange nichts mehr gegessen. Also ging man gemeinsam in Richtung Kantine und verspeiste dort genüsslich einige große Torten. Es wäre ein ganz normales Kuchenessen gewesen, hätte unser Held nicht vergessen seine Kettensäge auszustellen: Zwar wollte er noch den Notausschalter betätigen, aber da war es auch schon geschehen: Die handliche Kettensäge flog quer durch den Raum und verursachte dabei ein heilloses Chaos: Bienen und Käfer flogen wie Konfetti durch die Luft und aus allen Blumen tropfte der Honig, sodass sich ein wahrer Honigsee auf dem Boden bildete. Klebrige Leiber wanden sich auf dem Boden und kreischten vor Schmerzen. "Oh sorry Leute wollte ich nicht. Naja, auch egal...dann haben wir das zumindest für später gespart.",entschuldigte sich das Wiesel und verließ achselzuckend die Kantine, um sich wichtigerem zuzuwenden : einem übersimensionalen dreiradfahrenden Hamster und natürlich der Befreiung von Jonny.
Willi traf nun auf keinen nennenswerten Widerstand mehr und fand so schon bald den dreckigen Zellenblock, in welchem die Gefangen untergebracht waren. Schnell hatte er auch die richtige Zelle gefunden.
Er hob die verrostete Tür aus den Angeln,warf sie beiseite und da war Jonny. Er sah zwar ziemlich fertig und dreckig aus, aber das störte Willi nicht. Vor Freude umarmten sie sich. Das Wiesel erzählte ihm, was es auf dem Weg hierher alles erlebt hatte und die Wühlmaus erläuterte ihrerseits die Umstände ihrer Gefangennahme. Ebenfalls erfuhr unser Titelheld ,warum sein Erzfeind soviele Sklaven brauchte, denn Jonny war nicht der einzige Gefangene: Neben ihm waren da noch ungefähr zwangig andere Geschöpfe, so beispielsweise einige Hamster, Ziegen, Amöben und ein vollgesiffter Schuh. -Moment ein Schuh? Ja, Sie haben richtig verstanden: ein Schuh! Doch es kein gewöhnlicher Schuh, sondern
Eddi der Schuh, Star eines zukünftigen Hollywood-Blockbusters.Doch nun genug der Erläuterungen.-
Fast alle Gefangenen waren froh über ihrer Befreiung und dementsprechend schnell auf den Beinen, um ihre Flucht anzutreten: So rannten sie auf diejenige Tür zu, durch die unser Held einige Minuten zuvor den Zellenblock betreten hatte. Willi streckte seine Hand nach der Türklinke aus, doch als er diese berührte zerfiel sie zu Staub."Boah was soll diese Scheisse!", empörte er sich.
"Du hast diese Geschöpfe also befreit und herausgefunden, warum ich sie entführt habe!Doch so leicht entkommt ihr mir nicht!", ertönte J.R.s Stimme durch einen Lautsprecher.
"Dich zu durchschauen war ja nicht besonders schwer! So wie's aussieht betreibst du hier eine illegale Unterhosenfabrik und benötigst dafür willige Arbeitssklaven!", sagte Willi ins Leere."Oh Mann, wie kommst du bloß auf so eine Vogelkacke! Eigentlich wollte ich nur eine Armee von Zombies erschaffen und sie meine Lieblingshorrorfilme nachspielen lassen. Aber du hast alles zerstört! Jetzt werdet ihr sterben!"
Bei diesen Worten öffnete sich ein riesiges Tor und allen Anwesenden stand bei dem, was sie dort erblickten das Entsetzten ins Gesicht geschrieben.
War dies das Ende?

Kapitel V: Ah, endlich ein normales Monster

Licht durchflutete den Raum. Keiner von ihnen konnte einen klaren Gedanken fassen. Unverändert starrten alle auf die Monster, die im Begriff waren sie anzugreifen. Willi war der Erste, der wieder zu sich kam. "Schnell zurück auf die andere Seite! Probieren wir es mit der anderen Tür!"
Nun rannten alle Anwesenden von den Monster verfolgt auf die andere Seite. "Was sind das für Viehcher?", fragte der Schuh. "Sieht aus wie genmanipulierte Spülmaschinen!", erkannte Willi. -Kurze Erläuterung am Rande: Genmanipulierte Spülmaschinen sind eine seltene Fügung der Natur und entstehen durch die Kreuzung von Koalabären mit Waschmaschinen.-
Auf der gegenüberliegenden Seite angekommen stellten sie fest, dass diese Tür auch verschlossen war. Nun gab es kein Entkommen mehr: Zusammengepfercht und umzingelt von Feinden stand die Gruppe an der Wand. Eine ausweglose Situation also; oder doch nicht? Schließlich gab es da noch Willi und Superhelden haben normalerweise immer eine rettende Idee:
Voller Zuversicht rief unser Held: "Wir werden alle sterben! Werft euch ihnen entgegen!" Hierbei schleuderte er den neben ihm stehenden Schuh in eine große Öffnung im Bauch des Monster, worauf dieses vor Schmerzen schreien qualvoll verendete. Kurze Zeit später wiederfuhr auch den übrigen Monstern ohne weiteres Zutun das gleiche Schicksal. -Grund genug für eine kleine wissenschaftliche Analyse: Da Spülmaschinen sehr hygienebewusste Wesen sind, und der Schuh nunmal mehr als nur dreckig war, starben sie an innerer Verschmutzung. Ihr kollektives Nervensystem übertrug diesen Effekt auf die anderen Geschöpfe und so wurden sie alle vernichtet.-
"Du hast sie vernichtet Willi! Du bist ein wahrer Held!", rief Jonny und auch die anderen stimmten dem zu. "Gut, im Angesicht einer solchen Gefahr war der Schuh nur ein kleiner Verlust. Lasst uns nun von hier verschwinden!"rechtfertigte Willi seine Tat. "Hallo, hört mich jemand? Ich bin noch nicht tot! Holt mich bitte hier raus!"ertönte es aus einem der Kadaver. "Was war das?" fragte eine Ziege. "Bestimmt nur Blähungen; kommt bei Leichen gelegentlich vor!",erklärte das Atom-Wiesel. "Nein ich bins, der Schuh! Ich ersticke; hier drin riechts nach toter Katze! Bitte!",bettelte der Schuh. "Verfluchte Blähungen, das ist ja ekelhaft! Schnell raus hier, bevor das Ding noch explodiert!"Und so machten sie sich auf die Suche nach dem Ausgang.
Wider Erwarten kam es zu keiner weiteren Zusammenkunft zwischen Helden und Bösewicht. Willi fand auf dem Weg nach draußen auch keinen Hinweis auf den Verbleib seines Erzfeindes und so machten sie sich auf den Heimweg.
Nachdem sie das Fabrikgelände hinter sich gelassen hatten, hörten sie eine Explosion und sahen J.R.s Geheimversteck zusammenbrechen. Warum das Gebäude zersört wurde, blieb ungeklärt; einige der Gefangenen berichteten von einer automatischen Selbstzerstörung, doch niemand konnte dieses Gerücht bestätigen.
Spät am Abend kehrten alle Gefangenen nach Hause zurück und lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
Super-Willi verwandelte sich wieder zurück in das putzige schwule Eichhörnchen und heiratete seinen Freund Jonny. Zusammen verbrachten sie viele glückliche Tage und hatten eine Menge Kinder.

Kommentare

gghh10@web.de schrieb am 2009-09-08 16:50:57:
he ,,mehr Geschichten
Spieschen@yahoo.de schrieb:
die geschiche erinnert mich irgendwie an einen freund von mir, der auch solche fantasiereichen geschichten kreiert und seinem wahnsinn freien lauf lässt, man kennt ihn unter dem pseudonym medi-kobold und er hat schon einen schlacht-plan ausgeheckt, auf die umsetzung bin ich sehr gespannt
mfg das erste opfer
garten@stuhl.de schrieb:
Mir hat die Geschichte ganz gut gefallen, war recht amüsant (oder wie man das scheib...)Etwas absurt ist sie schon, aber so was mag ich!

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