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Kategorien > Fantasy > Action

Eine irrwitzige Geschichte über Größenwahn Ch1

von Lurz

1

Arundau war eine seltsame Welt. Von Frühmorgens bis Spätabends passierte dort allerlei Unerklärliches, und was vor den frühen Morgenstunden und nach den späten Abendstunden geschah, war mindestens so bizarr.
Doch, was auch Seltsames auf den Ländern dieser Welt wandelte, seien es nun die kleinwüchsigen Kobolde, die in den sicheren Tod rannten, bis zuletzt nichts von der Gefahr ahnend, oder die Vögel Sanar, die, einem Perpetomobile gleich, nur von dem lebten, was ihr Körper produzierte, oder aber die Elfen, deren einziges Bestreben darin bestand, etwas zu finden, in dem sie sich spiegeln können, das alles ist noch normal im Gegensatz zu der hirnerweichend fremdartigen Spezies, die der Mensch doch war.
Mit einem Zerstörungstrieb gesegnet, die dem der Orks gleichkommt, aber trotzdem mit schwächlichen Muskeln ausgestattet, mit einigen klugen Köpfen in ihren Völkern bestückt, die allerdings von der erdrückenden Masse im Zaum gehalten werden. Ihre Machtgeilheit stach sich mit ihrer Harmoniesucht, ein Land unter menschlicher Kontrolle wird von ihnen in seine Grenzen eingeschnürt, was beinahe immer einen Bürgerkrieg nach sich zieht. Ihre größte Angst gilt dem Tod, lustigerweise einem Ding, das absolut unausweichlich ist, und das, obwohl verhasst für diese seltsame Wesen das faszinierendste ist, das sich zu erforschen lohnt. Trotzdem bleibt die Angst, warum auch immer, bestehen.
Sie sind… Dämlich. Absolut dämlich, und doch gehen sie nicht unter. Im Gegenteil. Sie arbeiten sich ab und an sogar auf extrem hohe Stellungen. Sachen gibt’s…

In eine sehr hohe Stellung hatte sich auch Frederik gearbeitet. Ich werde wahrscheinlich Ärger mit ihm bekommen, weil ich ihn bei seinem bürgerlichen Namen nenne, doch ich empfinde seinen Künstlernamen als dermaßen lächerlich, dass... Nun gut… Töter… Also, nein Töter, ich weigere mich einen Charakter so zu nennen… Gut, bleiben wir bei Töter.
Frederik, also Töter(MEIN GOTT, WAS FÜR EIN BLÖDER NAME) war General der vierten Kompanie der Schlachtendrifter, jener nationenlosen Armee, die ihre Leute mit der Kriegsbeute lockte, die sie zufällig ausgewählten Zielen abknöpfte, und deren Ziel es war zufällig ausgewählten Zielen Kriegsbeute abzuknöpfen, um es ihren Leuten zu geben. Eine absolut sinnvolle und logische Institution, die zur eigenen Erhaltung arbeitete.
Trotz dieser absolut zwingenden Logik wollte Frederik, und ja ich werde ihn immer Frederik nennen, neue Ziele stecken, einen Staat kreieren und alle Völker in Frieden unter sein Banner vereinen. Wie so oft hatte er diesen Vorschlag am Tisch der Kompanien unterbreitet, und wie immer brüllte der große, von Schmuckringen zerstochene, ganz in eine schwarze, eingefettete, und mit allerlei Kriegsbeute bestückten Rüstung gehüllt Ork seinen Unmut über diese Ideen frei heraus. Ein angestellter Kobold, der trotz der gezogenen Axt, die passenderweise mit Koboldköpfen geschmückt war nicht die geringste Gefahr witterte, eilte munter und voller unangebrachten Arbeitseifer heran, um den dramatisch umgeworfenen Stuhl des Oberkommandierenden wieder aufzustellen. Ein zweiter Bediensteter der herangeeilt war, um die Leiche seines Vorgängers wegzuräumen, die beiläufig zerquetscht worden war, konnte nur mit Mühe von zwei Orkwachen vorm sicheren Tot gerettet werden, indem sie in an Ohren und Füßen packten, und ihn in dieser Pose zappeln ließen. Ein weiterer Diener wuselte heran, rannte aber dann vor einem rollenden Weinglas davon, weil er völlig grundlos um sein Leben fürchtete.
„Frieden? Du willst Frieden? Sag mir, Töter, was sollen unsere Leute töten, wenn sie keine Feinde mehr haben? Und wenn wir einen Staat erbauen wollen, hieße das dann nicht, Zivilisten zu unterwerfen? SIE AM LEBEN ZU LASSEN?“
Zustimmendes Murren kam von allen Seiten des Tisches, und der einzige Guhl unter den Kompaniegeneralen röchelte verheißungsvoll.
Frederik versuchte verzweifelt seinen Standpunkt darzulegen: „Aber Meister, ihr könntet mächtiger werden als irgendein Anderer vor euch, ihr könntet eure Regeln in der ganzen Welt gültig machen!“
„Was nützt es mir, dass irgendein Imp am anderen Ende der Welt tut was ich sage? Wieso sollte ich das wollen? Und die Macht… Was merke ich von solch einer Macht? Nur Verantwortung! Schließlich dürfte ich meine Untertanen nicht allesamt exikutieren, wenn ich ein Land gründen würde, wie du es sagst? Ich habe nicht mehr von der Macht, als ich jetzt ohnehin in der Armee habe!“
Frederik war verzweifelt. Verstand denn niemand in diesem Saal was er meinte? Er wollte die absolute Macht geben, jedes Wesen seine Vorstellungen leben lassen, wenn Nötig mit Gewalt. Die Gründe waren doch offensichtlich. Fand er. Er konnte sie seltsamerweise trotzdem nicht nennen.
Entnervt stand er auf und stürmte, zusammen mit seinen Ogerleibwächtern und Elfenbediensteten aus dem Saal.
Hinter dem, mit Knochen absolut asymmetrisch verzierten Tor kam er gleich auf eine, etwa sechs Meter breite, überdachte Brücke, die die Sicht auf ein totes, karges Gebirge freigab, aus dessen Bergen unzählige rauchende Schornsteine ragten, auf dessen Klippenvorsprünge viele hundert kleine und große Festungen ragten und in dessen Tälern die Wohnstätten von grauenhaften (und auch vielen weniger grauenhaften, aber nicht so erwähnenswerten wie die grauenhaften) Kreaturen. Am Himmel zuckten Blitze, und einige waren sicherlich dem Stab eines der Schwarzmagier entsprungen, die auf den höchsten Gipfeln ihre Türme hatten.
Doch dieses Gewirr aus riesigen Bauwerken war nichts gegen dass, worum sie (absolut unordentlich) angeordnet waren. Die Driftenfeste. Jene, auf den zwei gigantischsten Bergen stehende Festung, deren Zinnen oft Mannshoch waren, deren Verteidigungsanlagen unter anderem Drachen beherbergten, und die Wohnsitz für den großen Golgurk, dem Oberkommandierenden der Schlachtendrifter.
Die Brücke des Todes war die Verbindung zwischen der, vom Land aus begehbaren Vorburg, die den kleineren Berg komplett umschloss, und deren ungemein breiten Mauern vor patrouillierenden Truppen nur so strotzten, und dem dünneren, aber umso höheren, mit Blut rot gefärbten Hauptturm, der Blutnadel, die Golgurk beherbergte, wenn er gerade Pause zwischen den Schlachten machte.
Verärgert schnippte Frederik einen Kieselstein vom steinernen Geländer des Übergangs. Er fiel zu tief, als dass das Echo den Ton des Aufprallens auf den Stein weit genug nach Oben und an Frederiks Ohr tragen könnte. Trotzdem wartete dieser einen Augenblick auf den Aufschlag, und lief erst nach einigen Minuten stillen Hörens weiter, seinen Ogern hinterher, die seine Abwesenheit nicht bemerkt hatten. Er hatte Armeen zu führen. Völlig sinnlos, wie er fand.

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Kommentare

Bone1979 schrieb am 2008-09-23 18:34:52:
Hey,
was ist mit Orkkriege??? Aufgegeben!!!
Ich hoffe nicht.
MfG

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