Eine kleine Geschichte von der Apokalypse
von
Ingie
Es war ein sonniger Tag. Ein Mann, in seinem neuen, feinen Armanianzug war auf dem Weg nach Hause und zündete sich dabei, wie er es immer tat, eine Zigarre an. Als er bei der Villa ankam, welche er sein Zuhause nannte, schaute er kurz hoch an den Himmel um sich das vorbei fliegende Flugzeug anzusehen. Der Himmel war stahlblau, doch fiel ihm ein dunkler Fleck auf. Er dachte sich nichts weiter und ging hinein. Er zog seine Schuhe aus und zupfte sich seine Socken zurecht , welche ihm wieder einmal heruntergerutscht waren.
Er hasste das.
Am späteren Abend, nachdem er sein Tiefkühl-Schlemmerfilet verspiesen hatte, sass er einigermassen zufrieden auf dem Sofa und sah sich einen langweiligen Spielfilm an. Er bemerkte plötzlich eine Kakerlake, welche über seinen neuen Teppich krabbelte. Der Mann fing an zu grinsen. Er stand auf, stellte sich vor die Kakerlake und sah spöttisch auf sie herab. "Dieses ekelhafte Vieh schafft es also tatsächlich ein Jahr ohne Nahrung auszukommen?" dachte er sich und musste laut lachen. "Aber nicht wenn ich auf dich trete!".
Sich freuend, seine Macht auf ein schwächeres Individuum ausüben zu können, trat er auf die Kakerlake.
Er liebte das.
Am nächsten Morgen konnte der Mann nur mit Mühe aufstehen. Er fühlte sich schwach und schwer. Er zog wiederum seinen Armanianzug an und zupfte sich die Socken zurecht.
Als er seine Villa verliess sah er zum Himmel hoch. Er bemerkte wiederum den schwarzen Fleck und bemerkte, dass er ihn am vorherigen Tag schon gesehen hatte. Er war grösser geworden. und er sah seltsam aus. Der Fleck schien sich ihm zu nähern. Der Mann bekam es mit der Angst zu tun. Der Fleck kam immer näher und breitete sich zu einem schwarzen Nebel aus. Der Mann fühlte sich noch schwerer. Der schwarze Nebel schien auf ihn herunterzudrücken. Der Mann war gelähmt vor Angst, er konnte sich nicht mehr bewegen. Der Nebel war schon ganz nah. er zerdrückte ihn.
Nichts überlebte. Ausser den Kakerlaken
Kommentare
kim schrieb am 2006-02-27 18:02:21:
Der Anfang war gut. Socken hochziehen, Armanie Anzug, Zigarre, der Fleck am Himmel, das sind charakterzüge für eine gute Geschichte. Der Schluss ist gar ein bisschen zu simpel...
marc_surrer@hotmail.com schrieb:
Der schluss gefällt mir nicht so... wiso ist der Schwarze Fleck niemand anderem aufgefallen?
MFG Marc Surrer
ingie@gmx.ch schrieb:
naja, dass muss ich wohl erklären: Diese Geschichte macht nicht sehr viel Sinn, und das weiss ich... Ich habe einmal von einem solchen Fleck geträumt..und träumte, dass ich allein nur diesen Fleck sehe und alle anderen sehen ihn nicht... bald ist in diesem Traum die Welt untergegangen... und nur ich wusste,dass sie das würde und alle anderen "ignorierten" es.
takeo.philipp schrieb:
Ich find die Geschichte originell. Zeigt, das du noch ein Mensch bist. Um mal etwas hinein zu interpretieren: Du hast von Unterdrückten geschrieben, die immer existieren, solange es eine Gesellschaft gibt, die sich irgendwann rechen wird und sich somit die Freiheit erkauft. Find ich spitze.
Klasse Geschichte. Muss aber dazu sagen, das ich surrealistische Geschichten gerne lese.
johanna.p@gmx.de schrieb:
hat mir super gefallen! besonders die ironie (z.b. die vorstellung wie er sich die socken hochzieht) hat mich begeistert!
gruß johanna
katrin-clark@web.de schrieb:
Im Grunde find ich die Geschichte nich schlecht, aber sprachlich könntest du etwas mehr Abwechslung reinbringen.
Kommentar hinzufügen