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Kategorien > Jugendstory > Außergewöhnliches

Eine peinliche Verwechslung

von Michael Reißig

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Gesicht und fragt ihn neugierig: „Woher kennt ihr euch?
„Wir haben uns gestern auf dem Hauptbahnhof kennengelernt“, antwortet er und lächelt ihr verschmitzt hinterher.
„Ach so!“, gerät Marion, die ebenfalls ein spitzbübisches Lächeln entfacht, ins Staunen und entschuldigt sich bei Torsten für die Ohrfeigen.

Die Ampel hat in diesem Moment auf Grün geschalten und Manuela wechselt mit federnden Schritten die Straßenseite.
Zuerst begrüßt sie Marion mit einem Handschlag, dann fällt sie Torsten gleich mal um den Hals und haucht ihm einen Kuss auf den Mund. Die beiden Mädchen sind Doppelgängerinnen.
„Das ist Marion – meine Schwester. Wir beide sind eineiige Zwillinge!“ Es ist wirklich zum totlachen. Gleiche Klamotten, die gleiche Frisur, die gleiche Knusperhaut. Nur die silbrigen Ohrringe sind bei Manuela etwas kleiner geraten.
Wer die beiden unterscheiden will muss schon genauestens hinschauen und dazu noch ein geschultes Auge haben. Marion ist drei Zentimeter größer als die etwas flottere Manuela. Marions Gesicht ist geziert von einem winzigen Leberfleck. Da muss man aber fast schon die Lupe nehmen, um diesen ausfindig machen zu können. Manuela bringt zudem noch drei Kilo mehr auf die Waage. Da muss man aber die beiden aneinander stellen und minutenlang anschauen, wenn man die Unterschiede feststellen will.

In der Schule haben die Zwillinge mit ihren Verwechslungsspielen so manchen gebrannten Pädagagen zur Weißglut getrieben.. Da wurden die Rollen einfach mal vertauscht und die anderen Schüler ergötzten sich an diesem Spektakel. Die Stimmbänder der meisten Pauker wurden dagegen ständig gereizt und fast alle Lehrer der Mittelschule hatten drei Kreuze an den Kalender gemacht, nachdem das immer zu Streichen aufgelegte Duo die Schule verlassen hatte.

„Und was gedenkt ihr heute noch so Schönes zu machen?“, fragt die neugierige Marion.
„Nicht das was du denkst“, platzt es aus Manuela heraus und plötzlich werden die drei Geistesblitze von Lachkrämpfen überfallen. Minutenlang lachen sie sich in den Bauch hinein. Torsten findet die Lachanfälle so urig, dass er selbst über Marions Andenken – die blauen Flecke, die ihre zarten Hände ihm verpasst haben - sogar schallend lachen kann. Das Trio beherrscht die Lachkünste so perfekt, dass sie in der Lage wären, eine eigene Lachschule aus dem Boden stampfen zu können.
„Das was du denkst hat noch ein bisschen Zeit, gibt Manu ihr preis und wieder bricht eine heftige Lachattacke aus allen heraus.
„Wir wollen gleich ins Venezia gehen. Wenn du willst, kannst du sofort mitkommen“, macht Torsten Marion ein verlockendes Angebot.
Marion lässt sich das nicht zweimal sagen und schließt sich den beiden an.
Den Dreien sitzt der Schalk so tief im Nacken, dass sie kaum dazu kommen, das Eis zu verzehren und zudem stecken sie die ganze Räumlichkeit mit an. Marion, Manuela und Torsten – die drei Spaßvögel - haben aus der Location ein Lachkabinett gemacht.
„Kommt bald mal wieder!“, frotzelt der deutsch sprechende Kellner in italienischem Akzent.
„ Da würde wenigstens unser Laden der Wirtschaftsflaute trotzen und dennoch brummen und selbst die schlimmsten Miesmacher hätten wieder einmal einen Grund ihre Lachmuskeln zu trainieren!“
„Könnte ich mir vorstellen“, witzelt Torsten und wieder brechen Lachsalven aus lustigen Mäulern heraus.

Aus den bis über beide Ohren Verliebten wird ein überglückliches Paar. Aber auch Marion und Torsten dürften immer wieder herzerfrischend lachen, wenn sie an diesen kuriosen Tag zurückdenken.

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