Eine weitere Geschichte über die Zeit (Teil2)
von
Alucard
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Die Sonne verlieh der ganzen Halle einen goldenen Glanz, wie sie so durch die riesigen Fenster schien, die an der Decke eingelassen waren. Die riesige Halle schien ganz aus weißem, strahlenden Marmor zu bestehen. Dieser reflektierte das Sonnenlicht noch zusätzlich.
Als Jonathan langsam durch die große Pforte schritt und die marmornen Tore sich hinter ihm geräuschlos schlossen, dachte er, er sei in den Himmel geraten. Die einzigen Farben die dominierten waren Weiß und Gold.
Vor ihm erstreckte sich eine mindestens 100 Meter lange Halle, von der Breite eines Kirchenschiffes. Jedoch sah die Halle mehr aus wie ein griechischer Tempel. Besonders die weißen Säulen, die im Abstand von jeweils fünf Metern an den beiden Wänden angebracht waren, erinnerten sehr an die Antike.
Etwa 30 Meter über ihm an der Decke erstreckte sich der Himmel, der durch die riesigen Fenster zu erkennen war. Dies war die einzige Lichtquelle der Halle.
„Es ist keine Halle! Es ist ein Tempel!“, Jonathans Führer war schon einige Meter vorausgeeilt und hatte anscheinend erst jetzt bemerkt, das sein Schützling zurück geblieben war.
„Können sie etwa meine Gedanken lesen?“, Jonathan schien irritiert. Doch statt zu antworten drehte sich die Kuttengestalt herum und schritt weiter in die Halle hinein.
Die beiden Personen trotteten langsam aufs andere Ende des Tempels zu. Noch konnte Jonathan nicht erkennen was ihn erwarten würde am anderen Ende. Es schien als würde sich das Ende des Tempels seinem Blick entziehen und er konnte nicht sagen wie das möglich war. Alles schien verschwommen, obwohl es nur noch etwa 24 Meter waren. Doch darüber würde er sich später Gedanken machen. Im Moment interessierten ihn mehr die wunderschönen Mosaike, die sich unter ihm entfalteten.
Er musste aufpassen, dass er nicht wieder stehen blieb und ihn die Kuttengestalt zu Recht weisen musste.
Die Mosaike strahlten in den wunderschönsten Farben die man sich nur vorstellen konnte. Jonathan hatte solche Farben noch nie gesehen. Vielleicht lag das aber auch nur an dem Lichteinfall.
Kurz blickte er an die 30 Meter entfernten Fenster an der Decke, doch musste er den Kopf wieder senken. Das Sonnenlicht war einfach zu grell. Doch er hatte gesehen, dass keine Wolke am Himmel stand. Jonathan konnte zwar nicht sagen warum, aber irgendwie verunsicherte ihn der wolkenlose Himmel und die grelle Sonne.
Sein Führer lächelte: „Die Sonne scheint größer geworden zu sein, seit sie hier herein spaziert sind. Finden sie nicht?“
Nun waren es nur noch zehn Meter, jedoch schien die hintere Wand noch immer unförmig und verschwommen. Doch konnte er nun eine Art Altar ausmachen. Jonathan hielt den Atem an. Je näher er dem Altar kam, desto deutlicher wurden dessen Umrisse und Konturen und je schlechter wurde ihm. Es schien als würde eine Macht an ihm zerren. Doch weil er als Mensch diese Macht nicht begreifen konnte, überkam ihm langsame Übelkeit.
Die Kutte lachte: „Sie haben Recht. Sie können diese Dimension, vor der sie stehen nicht begreifen, da sie nur ein Mensch sind und das schlägt sich bei ihnen in Übelkeit aus. Aber kommen sie, es ist nicht mehr weit.“
Schon wieder hatte sie seine Gedanken gelesen.
Nun standen sie direkt vor dem Altar und Jonathan war sich nun sicher: Es war ein Altar.
Doch das verwunderlichste an dem Altar war die große, gläserne Kuppel, die den ganzen Tisch einnahm. Der Altar selbst hatte die Größe wie dessen Verwandten in einer katholischen Kirche.
Die Kuttengestalt lief auf den Altar zu und berührte das Glas der Kuppel.
„In diesem gläsernen Gefäß ist etwas eingeschlossen, dessen Macht so unbeschreiblich ist, dass ihr bemitleidenswerten Menschen es nicht erfassen könnt, denn euch fehlt das Sinnesorgan um diese Macht zu verstehen und wahrzunehmen.“, die Kutte lachte.
Jonathan war verwirrt: „ Aber…“
Die Gestalt unterbrach ihn mit einer herrischen Geste: „Sch…! Schweig und lass mich erklären: Dieser Tempel wurde von uns Wächtern errichtet, damit wir etwas gefangen nehmen konnten. Und ich rede von nichts geringerem als der Zeit selbst!“
Jonathan brauchte einige Sekunden, bis das eben gehörte, in seinem Gehirn zu Verständnis verarbeitet worden konnte. Doch er verstand überhaupt nichts. Egal wie lang er auf die Erkenntnis hoffte.
„Wie kann man Zeit fangen und wieso eigentlich?“
Die Kutte lachte und wischte mit seinem Ärmel über die Glasglocke. Erst jetzt bemerkte Jonathan, dass die Kuppel beschlagen war.
Als er das erblickten was in der Kuppel lag, musste er schmunzeln. Die Kutte blickte nur verächtlich auf den lachenden Jonathan.
Jonathan fragt: „Was macht denn dieser kleine, goldene und sehr altmodische Wecker unter der Glaskuppel?“
Nun begann die Kuttengestalt leicht zu schmunzeln: „Das was du vor die siehst ist das Bild, was ihr Menschen euch von der Zeit gemacht habt. Ihr seid blind geworden und seht deshalb nur diesen Wecker. Wir jedoch können die Zeit fühlen, hören, schmecken und manchmal sogar sehen. Ihr seht immer nur die Auswirkungen, die die Zeit bei euch anrichtet. Zum Beispiel wenn ihr altert. Aber wir, wir fühlen sie in uns.“
Als die Kuttengestalt angefangen hatte zu reden, kamen hinter den Säulen weitere Gestalten. Sie glichen Jonathans Führer aufs Haar genau. Alle trugen die gleiche dunkelblaue Kutte und hatten die Kapuze so tief ins Gesicht gezogen, dass man nichts erkennen konnte.
Nun sprach Jonathans Führer erneut: „Auf jeden Fall müssen wir uns jetzt verabschieden von dir. Denn die Zeit ist sehr instabil und verschwindet leider sehr schnell, daher müssen wir uns immer wieder neue Zeit besorgen.“
Jonathan schmunzelte: „Jaja ich weiß, ich weiß. Jetzt wirst du mir erläutern Warum und Wie und dann wirst du mir die Zeit aussaugen. Doch das Gefasel können wir uns jetzt sparen. Ich habe heute noch Termine.“
Man konnte zwar die Gesichter der Gestalten nicht erkennen, doch hörte man ein erstauntes Stöhnen unter jeder einzelnen Kapuze.
Nun war es an Jonathan zu lachen: „Aber ihr habt Recht. Wir müssen uns jetzt verabschieden.“
Mit diesen Worten holte er zwei Revolver unter seinem langen braunen Ledermantel hervor und schoss unbarmherzig um sich herum. Bis nur noch sein Führer an dem Altar stand.
Dieser zitterte: „Woher wusstest du, wer wir sind?“
Jonathan lächelte: „Ihr lebt einfach schon zu lange. Mein Herr kann das nicht verantworten. Von daher muss ich euch leider eure Zeit zerstören. Oder wie es die Menschen sagen: Euch kalt machen.“
Er lachte schallend und schoss in das Herz des letzten Zeitdiebes. Dieser sackte zusammen und blieb reglos auf dem Boden des Tempels liegen. Eine rote Pfütze breitete sich langsam um seinen Körper aus.
Jonathan steckte die Revolver wieder zurück und machte sich langsam auf den Rückweg zum großen Tor. Dabei stieg er über die Leichname der Diebe.
„Mit Unsterblichkeit haben sie sich gerühmt. Aber alles was lebt kann man auch töten.“, er lachte wieder schallend.
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Kommentare
Alucard schrieb am 2006-10-23 17:30:40:
dankle euch beiden. Nur Lexa.. des ist keine neue Fassung^^ Des isn zweiter Teil. eine Handlung, die nach der ersten folfgte^^ Es kommt noch eind dritter und letzter Teil.. das große Finale sozusagen^^ Da gehts dann noch mal richtig zur Sache..... Und viele Fragen werden geklärt^^
Gruß Raphael
Lexa schrieb am 2006-10-22 16:42:40:
Musste bei der neuen Fassung an so vieles Denken, z.B. Forrest Gump:"Jaja ich weiss..". Na
auf jedenfall hast du jetzt Zeit gewonnen, statt verloren. Das neue Ende ist spannender, das alte war so endgültig. LG Lexa
Darktear schrieb am 2006-10-22 13:59:35:
Hi Alucard
Dein Schreibstil gefällt mir sehr und deine Geschichte zeugt von großer Kreativität...
Dickes Lob und liebe Grüsse
Dark
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