Einsamkeit...
von
Emily.x3
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Ich blickte dem Wagen nach, der die dunkle Straße hinunterfuhr. Als er schon längst weg war, stand ich immer noch da. Ich wollte nicht mehr weggehen. Denn egal wohin ich ging, er würde nicht mehr da sein. Nicht mehr bei mir, sondern in Amerika. Ich setzte mich auf die Straße, sie war warm und beleuchtet von den alten, kaputten Laternen. Leise und still weinte ich vor mich hin.
“Dein Leben geht weiter”, hatte er zum Abschied gesagt. Ging es das wirklich? Wenn ja, wie? Ohne Finn konnte ich nicht leben. Nicht essen, nicht trinken, nicht schlafen. Nicht lachen. Und nicht atmen.
Vielleicht würde ich sterben? Dann bräuchte ich seinen süßen Duft nicht mehr zu vermissen, wenn ich jemanden umarmte. Seine tollen Lippen, wenn ich jemanden küsste. Seine starken Arme, in die ich immer flüchten konnte, als er noch da war. Und sein gutes Herz, welches er mir zum Abschied für immer versprochen hatte.
Aber was sollte ich mit seinem Herzen, wenn der restliche Finn nicht bei mir war?
Es war wertlos. Wertlos wie mein Leben, wertlos wie jedes Wort aus seinem Mund und wertlos wie meine Gefühle.
Ob mein Vater nach mir suchte? Hoffentlich nicht. Er würde mich zwingen, nach Hause zu kommen. Ich wollte aber nicht nach Hause. Dort war alles genauso verlassen und trostlos, viel verlassener noch, als hier auf der spärlich beleuchteten Straße.
Ich hatte Angst vor der Zukunft. Ohne Liebe. Ohne Freude. Ohne Wärme.
Würde ich mich an ihn erinnern können? Hier auf der Straße spürte ich es ganz genau. Ihn, seinen Geruch, seine Lippen und seine Arme.
Und ich sah die Bilder. Ich, ihn, wie wir zusammengekommen waren, wie er lachte, wie wir uns umarmten und zuletzt das Bild von dem Wagen, der Finn und mit ihm meine ganzen Träume und die Liebe mitgeholt hatte. Bisher hatte ich Finns Vater sehr gemocht, doch nun hasste ich ihn. Oder galt der Hass seiner Arbeitsstelle, für die er nach Amerika musste? Ich hatte keine Ahnung. Das einzige, was ich empfand, waren purer Hass, Einsamkeit und Schmerzen.
Ich schlang die Arme um meinen Körper, um nicht zu zerfallen und um mich zu wärmen.
Da erblickte ich am Ende der Straße eine Gestalt, die auf mich zukam. Ich musste nicht hinschauen, um zu wissen wer es war. Es war mein Vater.
Er kam, und holte mich mit sich. Mich, und die ganzen Erinnerungen, Träume und Tränen, die ich auf der Straße noch gehabt hatte. Nun hatte ich gar nichts mehr, und unser Haus empfing mich mit aller Traurigkeit und Trostlosigkeit, die es auf der Welt gab. Ich war verloren. Verlassen und verloren. Und für immer.
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Kommentare
traumtänzer schrieb am 2009-08-10 21:05:45:
Sehr bewegend... der Text hat mich gefesselt.. Super weiter so!!
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