El de Mesil I.
von
Nico Scheremet
1
2
Ich saß am Feuer, gegenüber meinem Knappen. Ich beobachtete was er machte, er spannte seinen Langbogen. Mein Knappe Armond war einer der besten Bogenschützen. Selbst ich bin nicht so gut wie er. Schon oft habe ich ihn herausgefordert, doch er war immer besser im schießen. Ich weiß zwar, dass er noch in Ausbildung ist, doch schon sehr viel Erfahrung gemacht hat. Sein Problem, ist es dass er beim Schwertkampf, zu viel Kraft einsetzt und dann schnell müde wird. Bei dem morgigem Kampf gegen die Sarazenen, werde ich ihn zu den Bogenschützen schicken, denn ich möchte ihn nicht verlieren. Bestimmt wird er ein guter Kreuzritter werden. Ich habe dem Orden geschworen mich um meine Leute zu kümmern und stets die Wahrheit zu sagen, auch Versprechen einzuhalten, ehrlich zu sein und egal was kommt Jerusalem zu verteidigen. In Friedenszeiten, habe ich oft mit Sarazenen gespeist. Mein Name bei den Sarazenen ist weit verbreitet, ich werde nämlich “El de Mesil“ genannt. Mein richtiger Name ist aber, Johann. Diese Nacht war wie jede andere – kalt. Tagsüber, war es sehr heiß, aber nachts sehr kalt. Mein weißer Mantel, half nicht viel dagegen.
Unser Heer, bestand aus 500 Rittern und 257 Knappen. Also insgesamt 757 Leuten. Die Sarazenen wollen eine Stadt, die unter unserem Schutz steht angreifen. Wir müssen es selbstverständlich verhindern. Unsere Spione zählten 800-1000 Sarazenen, viel mehr als wir das sind. Der Großmeister und der König von Jerusalem gaben uns das wahre Kreuz mit. Es war aus Gold und mit Edelsteinen bestückt. Keine Einheit, hat in dem Zeichen vom Kreuz verloren. Wir waren sehr motiviert und zuversichtlich. Armond und ich, hatten eigentlich eine ruhigere Arbeit. Wir beide sollten die Pilger beschützen, die hin und wieder von Räuber oder Sarazenen überfallen werden. Schon viele haben wir aufgehalten und getötet. Das geklaute wurde immer zu Kirchen gebracht und ausgestellt. Falls ein Beklauter, sein Eigentum wieder erkannte, bekam er es zurück. Leider war jetzt nicht die Zeit dazu, daran zu denken, denn es mussten noch wichtige Entscheidungen getroffen werden.
„Herr? Denkst du, dass wir gewinnen werden?“, fragte mein Knappe Armond. „Zweifelst du etwa? Hast du Angst?“ „Herr, du weißt, ich darf keine Angst haben, denn das verstößt gegen die Ordensregel.“ „Lügen, verstößt aber auch gegen die Regel“, antwortete ich und lächelte ihn dabei an:„Aus dir, wird noch ein guter Tempelritter Armond!“ Armond konnte nur nicken und schmollte vor sich hin. Seine Angst war bestimmt nicht ohne Grund, denn ich glaube dass viele hier Angst hatten. Armond und mein Araberhengst waren meine einzigsten Freunde hier draußen. Ich will keine Freunde haben, oder besser gesagt, natürlich doch, aber wenn du zu stark an einem hängst und er dann fällt, wird man mehrere Wochen trauern bis man darüber hinweg ist.
Mein Hengst Nadir musste getränkt und gefüttert werden. Ich stand auf und gab durch ein Kopfnicken Armond zu verstehen dass ich zu den Pferden gehe. Zu erst musste ich zum Brunnen um Wasser zu schöpfen. Diese füllte ich in zwei Eimer. Nadir merkte immer wann ich kam, denn er hob seinen Kopf und wieherte vor Freude. Seine lange schwarze Mähne wedelte er immer umher. Nadirs Schwanz dagegen wehrte nur die lästigen Fliegen weg. Das Treffen mit Nadir begann immer mit einer zärtlichen Umarmung und einer Hand Hafer, die ich immer in einer kleinen Tasche aufbewahrte. Über das Trinken freute er sich immer und trank auch. Solang Nadir trank, ging ich um ein bisschen was zu rupfen. In der Wüste gab es nicht viel, meist nur Dornpflanzen, die aber auch auf der Speisekarte von Nadir waren. Nur wenige Grasbüschel waren zu finden. Nadir jedoch freute sich über alles. Ich saß noch eine halbe Stunde lang neben ihm und redete mit Nadir. Immer hatte ich das Gefühl, als ob er mich verstehen würde, dass er auch anscheinend tat. Eine Umarmung zum Schluss und ich ging wieder zu Armond ans Feuer. Seine hellen grünen Augen schimmerten. Jetzt schliff er die Pfeilspitzen. Er hatte kurze schwarze Haare und sein eben glattes Gesicht war schmutzig, so wie von jedem anderen. Ich zog mein Schwert um es zu säubern und zu schärfen.
Nach anderthalb Stunden war eine Posaune zu vernehmen. „Herr, ihr müsst zum Rat!“ „Armond, danke ich werde gehen. Es wird vielleicht einige Stunden dauern. Wenn du müde bist, leg dich lieber hin, denn morgen musst du ausgeruht sein!“ Durch ein Nicken von ihm stand ich auf und ging zum Ratszelt.
Tatsächlich dauerte die Ratsversammlung länger als geplant, so fand ich Armond dann schlafend am Feuer. Es wurde gestritten wie wir angreifen sollten und wo wir angreifen und wann. Der nächste Tag, obwohl der heutige, da die Versammlung bis drei Uhr nachts ging, war warm. Ich weckte Armond. Es war vielleicht sieben Uhr.
Wir packten alles zusammen, sattelten die Pferde und versammelten uns. Zum Gebet stiegen wir von den Pferden, und steckten unsere Schwerter in die Erde. Nach wenigen Minuten brachen wir schweigend auf. Die Sarazenen mussten durch eine Schlucht durch. Da sie mehr Mann hatten als wir, bewegten sie sich nur langsam fort. Es wurde heut Nacht beschlossen, dass die Bogenschützen sich links und rechts oberhalb verstecken sollten und die Kavallerie und Infanterie sich vorn und hinten sich verstecken sollten. Wenn alle dort waren, wurden die Ausgänge versperrt, von oben beschossen und von links und rechts angegriffen. Als erstes ritt der mit dem goldenen Kreuz. Verstecke gab es genug, doch die Sarazenen waren nicht dumm, sie schickten immer Späher aus und schauten sich die ganze Zeit um. Eine Stunde lang hetzten wir auf die Schlucht zu. Der Anführer der Sarazenen war Malek del Shur, kurz genannt Malesh’r.
An der Schlucht angekommen, musste schnell gehandelt werden. Die Bogenschützen und einige Knappen, kletterten schon nach oben. Da es keinen anderen Weg zum Ausgang gab, musste man durch die Schlucht reiten, wobei die Gefahr bestand, die Spuren zu erkennen. Doch dieses Risiko musste man eingehen, also schnalzten die Reiter durch. Die anderen versteckten sich etwas außerhalb in Gebüschen, in Höhlen und hinter den Sanddünen, die hoch genug waren. Die Infanterie, musste dieses Mal auch mit nach oben. Für die gab es leider kein Platz, aber umso besser, konnten sie von oben, die anderen mit Brocken und Steinen bewerfen. Ich versteckte mich hinter einer Sanddüne. Meine Aufgabe war es von hinten anzugreifen. Armond machte sich bereit. Steine und Brocken wurden auch bereit gelegt. Zu unserem Glück, kam ein kleiner Sandsturm, der unsere Spuren verwischte und die Sicht für den kommenden Feind versperrte.
Wie angekündigt, kamen drei Späher. Sie wirkten misstrauisch. Sie ritten ein Stück lang in die Schlucht hinein. Sie kamen wieder raus und ritten weg. Doch nach einigen Minuten waren Schritte zu hören und Reiter waren zu vernehmen. Mir ging es eiskalt den Buckel runter als ich so viele sah. Doch alle waren sich sicher, dass wir im Zeichen vom Kreuz siegen würden. Die letzten Infanterie Truppen von
1
2
Kommentare
Keine Kommentare vorhanden.
Kommentar hinzufügen