Elementaris
von
Jeiy
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Er konnte ihren Atem spüren, ihren heißen Atem, der wie ein leichter Sommerwind seinen Nacken berührte.
Er drehte sich nicht zu ihr um, als er plötzlich ihre Stimme vernahm. Diese Stimme, die nun schon seit so langer Zeit seinen Verstand beeinflusste.
Sie flüsterte ihm leise und sanft verschiedene Worte ins Ohr, deren Bedeutung er jedoch nicht kannte und auch nicht verstand. Aber er musste sie auch nicht verstehen…ihre Bedeutung war ihm ohnehin schon längst klar.
Sein Blick glitt zu dem Halbmond empor, der die Lichtung, auf der er und auch sie nun gemeinsam standen erleuchtete und in silbernes Licht tauchte.
„Sie werden bald hier sein…“, flüsterte er.
Seine Stimme war so leise, dass man sie für kaum mehr als einen kurzen Windhauch, eine plötzlich aufgekommene Böe hätte halten können.
Doch trotzdem hatte sie ihn gehört.
Der heiße Atem hinter ihm stockte plötzlich und er spürte, wie sie langsam ihre Arme um ihn schlang, fast so, als wolle sie ihn für immer festhalten…
„Dann werden wir ihnen gemeinsam entgegentreten.“, antworte sie ihm.
Diesmal benutzte sie eine Sprache, die auch er verstehen konnte. Doch er war sich nicht sicher, ob er sich darüber wirklich freuen konnte…
Wenn sie hier bliebe, würde dies ihren Tod bedeuten…genauso wie auch er selbst sterben würde.
„Aber ich will nicht, dass du…“, setzte er an, doch sie unterbrach ihn augenblicklich, indem sie ihn ruckartig zu sich herum drehte und ihn dazu zwang ihr direkt in die Augen zu schauen.
Für einen Augenblick fehlten ihm die Worte. Sie hatte diese unbeschreiblich dunklen Augen, in denen das hellste Feuer der Welt zu lodern schien. Diese Augen, die sich schon in seine Seele gebrannt hatten, als er sie zum ersten Mal gesehen hatte…
„Sayn…ich lasse dich nicht alleine, nie mehr. Das habe ich dir doch versprochen.“
Ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Ein Lächeln, das sie noch schöner machte, als sie es sowieso schon war.
Vorsichtig strich er ihr daraufhin eine Strähne ihrer langen, hellblonden Haare aus dem Gesicht, die in dem schwachen Mondlicht fast schon silbrig glänzten.
„Es tut mir Leid…“, flüsterte Sayn, doch sie schüttelte bloß den Kopf.
„Es gibt nichts, wofür du dich entschuldigen müsstest. Ich bin glücklich mit dem, wozu ich mich entschieden habe und wenn es hier enden soll will ich mit dir zusammen gehen.“
„Arya…“
Bei dem Klang ihres Namens schlich sich erneut ein Lächeln auf ihre Lippen. Sie trat noch ein Schritt näher an ihn heran und legte ihm ihre Arme um den Hals.
„Sag jetzt nichts mehr. Ich habe mich entschieden…“
Sayn öffnete daraufhin jedoch noch einmal den Mund, mit dem tiefen Bedürfnis irgendetwas zu erwidern. Er konnte sie doch nicht einfach in ihren Tod laufen lassen. Er wollte es nicht zulassen und er durfte es auch nicht!
Es war seine Schuld, dass es überhaupt so weit gekommen war.
Er suchte nach den richtigen Worten, doch er kam nicht dazu auch nur eines von ihnen auszusprechen.
Arya zog ihn ein Stück zu sich herunter und verschloss seinen Mund mit einem langen, innigen Kuss.
Alle Worte, die zuvor noch in Sayns Kopf gewesen waren, verblassten mit einem Male und die gesamte Umgebung wurde unwichtig für ihn. Er vergaß, weshalb er hier war und wo er überhaupt war, nur noch sie sah er…
Arya zog ihn wieder in ihren Bann, wie schon so oft und er konnte gar nicht anders, als diesen Kuss zu erwidern.
Er schloss die Augen und langsam hob er seinen rechten Arm und legte seine Hand sanft auf ihre Wange.
Er konnte die Wärme spüren, die von ihr ausging, die Sicherheit und die Liebe, die sie ausstrahlte.
Seine Finger strichen über ihre lockigen Haare, die für ihn immer wie der pure Sonnenschein rochen und deren Helligkeit schon immer ein Kontrast zu seinen tiefschwarzen Haaren gewesen war.
Sie war das reinste Licht, äußerlich und auch innerlich. Sie war sein Licht…
Als Arya dann schließlich den Kuss beendete, lächelte sie erneut und diesmal schaffte sie es Sayn damit anzustecken.
„Ich liebe dich, Sayn…und ich weiß, dass du kein Verräter bist.“
Er lächelte auf eine traurige Art und Weise und fuhr ihr sanft durch die leuchtenden Haare.
„Das wird dir nur niemand glauben…“
Wieder glitt sein Blick zum Himmel empor. Die Dämmerung hatte eingesetzt…und damit auch das Ende ihres Lebens. Bald würde man sie gefunden haben und dann würden sie beide sterben müssen…
Sayn blickte Arya an. Trauer war in ihrem Gesicht zu sehen und dazu ein Hauch von Verzweiflung…
Vorsichtig beugte er sich zu ihr hinunter, bis ihre Wangen fast nebeneinander lagen.
„Ich liebe dich, Arya…bis in alle Ewigkeit“, flüsterte er in ihr Ohr.
Sie fiel ihm in die Arme, krallte sich fast schon an ihm fest und auch Sayn drückte sie so fest an sich, wie es ihm möglich war.
Eine Träne lief ihm über das Gesicht und im nächsten Moment wusste er, dass es endgültig vorbei war.
Denn er und Arya waren plötzlich nicht mehr alleine. In allen Richtungen konnte er sie spüren…sie waren gekommen, schneller noch als erwartet.
Sayn trat einen Schritt zurück und schaute sich um, doch noch war nichts zu sehen.
Auch Arya blickte nervös um sich und wirkte mit einem Male überaus ängstlich.
Plötzlich erklang eine kalte, tiefe Stimme, die wieder in dieser Sprache redete, die Sayn nicht verstand. Es war die Sprache, die ihm nie jemand beigebracht hatte…die Sprache der Dämonen.
Eine Gestalt löste sich aus dem umliegenden Dickicht und kam ein paar Schritte auf Sayn und Arya zu.
Es war ein Mann mit langen, dunkelbraunen Haaren und rot glühenden Augen. Aus dem Rücken wuchsen ihm zwei große, schwarze Flügel, die er nun jedoch flach an den Rücken angelegt hatte.
Sayns Blick verfinsterte sich.
Er kannte ihn. Er kannte diesen Dämon.
„Seid ihr gekommen, um uns abzuschlachten, Aurion?“, fragte er den geflügelten Dämon.
Dieser warf ihm daraufhin einen vernichtenden Blick zu.
„Schweig, elendes Halbblut! Deine Worte haben keine Bedeutung für uns.“, an Arya gewandt fuhr er dann fort, „Und was dich betrifft…wenn du deine Meinung bezüglich dieses Verräters nicht änderst, wirst auch du sterben müssen, Arya! Und zwar hie rund jetzt! Eine Dämonin, der Sympathie gegenüber den Menschen hegt können wir nicht gebrauchen.“
Arya ergriff jedoch Sayns Hand und hielt Aurions Blick stand.
„Er ist kein Verräter!“
Aurions Blick wurde finsterer, doch ansonsten konnte man keinerlei Regung in seinem Gesicht ausmachen.
„Na schön, damit hast du dein Schicksal selbst gewählt…“
er fächerte seine Schwingen ein wenig auf.
Kurz darauf erschienen plötzlich überall weitere Dämonen. Die Auren, die Sayn kurz zuvor nur hatte spüren können, waren nun in das Licht der aufgehenden Sonne getreten.
In jeder Richtung standen sie, einige mit und andere ohne Flügel, aber jeder von ihnen hielt ein Schwert in der Hand. Jeder von ihnen war bereit zu töten…
„Beendet das hier ein für alle mal!“, erklang noch einmal die kalte Stimme Aurions, des Anführers dieser Dämonen, „Und zeigt keine Gnade…“
Im nächsten Moment konnte Sayn hören, wie hunderte von Dämonen auf ihn und
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Kommentare
Liv schrieb am 2008-09-20 10:28:29:
Eine wunderschöne Geschichte. Mit sehr viel Liebe, Tragik und Spannung geschrieben. Das einizige wäre, die Stelle, als die Dämonen sich zeigen: "... in das Licht der aufgehenden Sonne getreten...". Die aufgehende Sonne bedeutet für mich immer Hoffnung, doch Sayn wird hier angegriffen. Das empfinde ich als etwas gegensätzlich.
Doch sonst ein tolles Lob.
Schöne Grüße
Liv
Jeiy schrieb am 2008-03-01 16:54:59:
Hallo Briseis,
Das freut mich! ^^ Diese Geschichte steckt zwar noch in ihrer Anfangsphase, aber wer weiß, vielleicht wird ja noch etwas aus ihr ^^
Mfg
Jeiy
Briseis Blutélf schrieb am 2008-03-01 12:50:41:
Hey,
nachdem du mich auf den Zufall hingewiesen hast, konnte ich nicht umhin, mir dies hier einfach mal durchzulesen. Und ich bin ehrlich: Dein Schreibstil ist unglaublich toll! Und auch der Anfang war fesselnd, dass man einfach weiterlesen will! Ich bin hin und weg vor Begeisterung!
LIebe Grüße,
Briseis Blutélf
Jeiy schrieb am 2008-02-07 10:58:15:
Hallo Wurm,
Das überrascht mich ja. Foe's Guardian hatte bis jetzt ja noch nich kein Kommi bekommen, daher dachte ich, dass ich erstmal an anderen Geschichten weiter schreibe. Von Foe gibts auch sogar schon ne Fortsetzung, die ich bisher aus eben genanntem Grund allerdings noch nicht online gestellt habe. Mal sehen, vielelicht mach ich das jetz bald noch ^^
Vielen Dank auch, dass die dieser Anfang gefällt! ^^
Hallo Anariel,
mit einem Kommi von dir hatte ich ja sowieso schon gerechnet ^^ Falls ich diese Geschichte weiterschreibe werde ich Sayn auf jeden Fall noch genauer beschreiben.
Zu der Stelle, die du nicht ganz verstanden hattest:
Ich hatte doch zuvor geschrieben, dass Sayn sie zwar spüren, aber noch nicht sehen kann:
'Sayn trat einen Schritt zurück und schaute sich um, doch noch war nichts zu sehen.'
Naja, aber du hast schon Recht, das ist etwas irre führend. Werde ich bestimmt nochmal überarbeiten.
Auf jeden fall danke für dein kommi!
Mfg
Jeiy
Anariel schrieb am 2008-02-06 14:58:45:
Hallo Jeiy,
Habe ich ja jetzt erst gesehen, das du wieder etwas neues rein hast.
du bist ja genauso schlimm wie ich, immer wieder was neues anfangen, oder alte Anfänge wieder vorholen...-lach-;)
Zur Geschichte:
So schön tragischdüster angehaucht.
Du könntest eventuell noch ein wenig auf das Aussehen Sayns eingehen, von ihr kann man sich ja schon ein schönes Bild machen.
An der Stelle, an der die Dämonen auftauchen bin ich kurz etwas durcheinander geraten, sprich ich war etwas verwirrt und musste die Stelle tatsächlich noch einmal lesen, bevor ich sie verstand. Da das meine ich: "Kurz darauf erschienen plötzlich überall weitere Dämonen. Die Auren, die Sayn kurz zuvor nur hatte spüren können, waren nun in das Licht der aufgehenden Sonne getreten.".....
Wenn du den weiter oben stehenden Satz abänderst, diesen meine ich:" In allen Richtungen konnte er sie spüren…sie waren gekommen, schneller noch als erwartet."...wenn du hier eventuell noch erwähnen würdest, das er sie zwar spüren, aber noch nicht sehen kann, dann versteht man die spätere Stelle besser,denke ich.
Ansonsten wieder einmal wunderschön geschrieben. Bin bereit auf die Fortsetzung gespannt.
Mit liebem Gruße
Anariel
Wurm schrieb am 2008-02-06 10:17:09:
Hallo,
ich finde die Geschichte wunderschön- so tragisch, das mag ich irgendwie.
viele Grüße
Wurm
PS: Könntest du mal an "Foes Guardian" weiterschreiben?
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