Elemente der Vergangenen Zeit
von
Eleóme
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1. Erlebnisse in der Nacht
Es war Vollmond. Er spiegelte sich auf dem Wasser, ebenso wie die Sterne. Ein grünes, an einem Baum hängenden Blatt wurde von einer sanften Böe gepackt und glitt nun langsam auf eine der unzähligen Brücken Venedigs. Doch da es auf einer Kante landete und dort keinen Halt fand, sank es langsam auf die Wasseroberfläche hinab. Auf dem glasklaren Wasser schwamm es vorbei an den Gondeln, und würde sich irgendwann im Großen Ozean wiederfinden. Anderthalb Meter unter dem Blatt schwamm ein Mädchen von vierzehn Jahren. Sie hatte den Körper eines Menschen, doch von ihren Hüften aus, verformte er sich langsam in einen langen, grünen Fischschwanz.
Bei dem Mädchen handelte es sich um eine Nixe, was eigentlich ungewöhnlich war, denn normalerweise, zogen Nixen es vor, sich in den Tiefen unterhalb der Stadt aufzuhalten. Die Nixe befand sich im Morgenrot. Dies war der Name des Kanals. Auf der linken Seite lang die Piazza San Marco. Am Tage war hier immer viel los, da tagtäglich sehr viele Menschen, von weit her anreisten, um die schwimmende Stadt zu besichtigen.
Seit dem Feuerkrieg, war es die Einzige, die übrig geblieben war. Viele andere schwimmende Städte waren zerstört worden, oder auf den Meeresboden zurückgesunken.
Doch jetzt, mitten in der Nacht, war die Piazza San Marco wie ausgestorben und die Löwenstatuen warfen im Licht des Mondes lange Schatten, auf die tagsüber so belebte Piazza.
Nur wenige Meter weiter südlich stand ein kleiner Laden. ,,Erwins bunte Fächer" war auf einem blauen Schild mit weißer Farbe geschrieben worden. Es war schon eine geraume Zeit her,
daher begann die Farbe auch abzublättern.
Erwin Crimboldo lebte mit seiner Frau Marina und seiner Tochter nun dreizehn Jahre hier.
Obwohl er mit seinem kleinen Geschäft kein Vermögen verdiente, reichte die kleine Summe, die bei dem Verkauf der Waren zusammen kam, immerhin noch für ein angenehmes Leben.
Jeden Tag nahm Frau Crimboldo ein Viertel des verdienten Geldes mit, um neuen Stoff für die Fächer zu kaufen, da er die Fächer selber herstellte.
Der Laden bestand aus einem einzigen Raum. Das dahinterliegende Zimmer diente als Schlafzimmer Saras Eltern. Das Mädchen aber schlief im dem Zimmer über dem Laden.
Obwohl es aber halb elf Nachts war, lag sie wach im Bett.
Sara lag auf dem Rücken und starrte die Zimmerdecke an. Wenn am Tage die Sonnenstrahlen in das Zimmer fielen, sah man, wie das grau der Zimmerdecke abblätterte.
Die Nächte waren im Sommer immer sehr warm, daher war Sara auch nur mit einer dünnen Wolldecke zugedeckt. Sie schob die Decke zurück und ging ans Fenster. Ihre braunen gelockten Haare lagen offen auf ihrer Schulter.
Ihr Blick schweifte über die schwimmende Stadt und über die Dächer der Häuser hinweg, hinüber zur Piazza San Marco. Still und ruhig lag sie vor ihr. Ganz anders als am Tag, dachte Sara, nicht so aufgewühlt.
Erst jetzt fiel ihr auf, wie groß sie war. So groß und dunkel. Nur das Licht der Sterne und das des Mondes erhellten die Piazza ein wenig. Ansonsten gab es keine weitere Lichtquelle.
Oder etwa doch nicht ?
Sara war so, als Licht aufleuchten sehen.
Und zwar rot.
Es hatte kurz aufgeblinkt, doch jetzt war alles wieder stockdunkel.
Vielleicht habe ich es mir auch bloß eingebildet, überlegte das Mädchen. Doch ein Zweites Blinken hielt sie davon ab, sich umzudrehen und sich wieder ins Bett zu legen.
Auch dieses war rot gewesen.
Sara war von Natur aus sehr neugierig veranlagt und hatte schon oft ihre Nase in Sachen gesteckt, die sie nichts angingen.
Sollte sie auf die Piazza gehen, und schauen, was dort vor sich ging ?
Was würde sie wohl erwarten ?
Ihre Vernunft sagte ihr : ,, Bleib hier und leg dich wieder ins Bett. Es geht deich nichts an, was dort passiert oder was der Grund ist. Du würdest dich sowieso nur wieder in Sachen einmischen, die dich nichts angehen. Es ist jedesmal so, du willst nur schnell den Grund wissen und steckst dann, hast-du-nicht-gesehen wieder in Schwierigkeiten."
Sara wusste, dass sie Recht hatte,doch trotzdem zog es sie magisch an.
Als es ein drittes mal rot aufblinkte konnte sie ihre Neugier nicht mehr bändigen.
Rasch zog sie sich an und öffnete vorsichtig die Türe.
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Kommentare
norbert hefner schrieb am 2008-02-21 16:04:51:
Hey! Vielen Dank zu Deinem Kommentar. Ich habe mir gerade mal die Zeit genommen und Deine Geschichte
gelesen. Ich fand sie sehr schön und freue mich auf die Fortsetzung. Ich habe mir schon einmal überlegt ob man
nicht mit mehreren an einer Geschichte schreiben könnte. Was hälst Du davon? Es müsste natürlich für jeden
ein kurzes Expose des Hauptautors vorliegen damit die Story nicht aus dem Ruder läuft. Schreib mir doch einfach
mal eine Mail (die Adresse findest Du ja bei meinen Geschichten).
Eleóme schrieb am 2008-02-19 18:21:50:
Da hast du schon recht, dann werde ich ab jetzt das Wort "Meerjungfrau" verwenden ; )
LG Eleóme
K.Obo schrieb am 2008-02-18 17:48:56:
Ganz schön! Ich hoffe, du schreibst bald weiter.
Das einzige, das mich stört, ist aber die Bezeichnung "Nixe". Ich weiß, es hört sich eleganter an als Meerjungfrau. Aber Nixen vernaschen Männern und sind im wahrsten Sinne des Wortes "lustvoll".
Ich glaube kaum, dass du das gemeint hast, oder?
LG,
K.Obo
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