Ende im Mondlicht
von
Heaven
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Die Straße ist fast leer…nur vereinzelt eilen Menschen vorüber. Es ist später Abend und der Mond scheint über den hohen Dächern der umliegenden Häuser – es ist kalt…
***
Doch das alles bemerke ich nicht. Ich sehe nur ihn – doch er sieht mich noch immer nicht an. Er starrt auf seine Füße.
Schließlich sagt er tonlos: „Es ist…wir haben uns in letzter Zeit doch immer mehr distanziert…“, er wagt einen kurzen Blick zu mir auf, doch als er mein fassungsloses Gesicht sieht, senkt sich sein Blick sofort wieder auf den Boden.
„Feigling“, denke ich und fühle Tränen in mir aufsteigen, doch diese Blöße will ich mir nicht geben. Ich schlucke sie herunter und sage, um eine feste Stimme bemüht: „Nicht wir haben uns distanziert…DU hast dich distanziert…“, traurig schüttele ich den Kopf und denke an die zahlreichen Male, in denen ich versucht hatte ihn zu erreichen, seine Nummer wählte, versuchte ein Gespräch zwischen uns aufzubauen, doch er war immer abweisender geworden. Ich blicke ihn an: „Ich habe immer versucht unsere Verbindung nicht einreißen zu lassen-“, beginne ich, ihm das zu erklären, doch meine Stimme bricht.
Sogar in diesem Moment scheint er sich immer weiter von mir zu entfernen.
Und dann wird mir auch klar, dass es keinen Unterschied mehr machen würde, selbst wenn er begreifen würde, dass er mir noch etwas bedeutet und dass er es ist, der sich entfernt.
„Nun sag schon“, denke ich, „sag mir, dass es aus ist! Sag mir, dass du nichts mehr für mich empfindest!“ - doch er schweigt.
Ich spüre einen Stich in der Brust. „Nicht mal das bringt er fertig“, registriere ich traurig. Nachdem er einige Minuten später immer noch nichts gesagt und unverwandt woanders hingeschaut hat kann ich es nicht mehr ertragen: „Wir sind also am Ende?“, meine Stimme klingt seltsam rau und hallt verlassen durch die nun menschenleere Straße: „Du machst Schluss? Ist es das was du mir sagen willst?“.
Ich habe Angst vor seiner Antwort, will gar nicht, dass er es ausspricht, doch die Frage nicht zu stellen hätte nur noch mehr Schmerzen bedeutet.
Endlich sieht er mich an: „Ja - es ist aus! Ich liebe dich nicht mehr.“
Seine Stimme klingt kalt und teilnahmslos – gefühllos, wie als wollte er mir die Bedeutung seiner Worte sofort demonstrieren.
Und obwohl ich es weiß, es eigentlich schon seit Wochen wusste, treffen mich seine Worte wie ein Schlag ins Gesicht. Ein leises, bitteres Lachen dringt über meine Lippen, die sich plötzlich unglaublich trocken und spröde anfühlen.
Ich frage mich, was wohl gewesen wäre, wenn ich ihn nicht darauf angesprochen hätte. Hätte er es mir dann irgendwann gesagt? Oder hätte er einfach so weiter gemacht wie zuvor und unsere Liebe langsam zerbrechen lassen?
Lange sehe ich ihn an, blicke in seine blauen Augen, welche mich einmal so zärtlich und voller Liebe angesehen haben, doch diese Zeit scheint schon ewig vorbei zu sein.
Nun sind sie kühl und hart - ohne jegliches Mitgefühl.
Ich schlucke schwer und sehe ihn ein letztes Mal an, dann drehe ich mich um und gehe weg.
***
Auf einmal spüre ich die Kälte wieder; aber sie kommt nicht nur aus den einsam vor mir liegenden Straßen, sondern auch aus meinem Herzen. Sie schließt mich ein wie eine unbarmherzige Klaue.
Ich fühle mich leer…so leer…
…dann kommen die Tränen…
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Kommentare
Denise Rüegg schrieb am 2008-03-24 11:01:46:
Schöner Anfang, schönes Ende, noch schönere Story.
Ich bin schlicht begeistert!
Mach weiter so!
Lg Denise
Heaven schrieb am 2007-04-17 20:11:15:
Achso...sry, dass hatte ich falsch verstanden ;-), aber ich sehe es genauso wie du!! =)
lG Heaven
Sonja schrieb am 2007-04-15 14:02:04:
Wegen meinem Kommi: Ich hab schon gemerkt, das es ein offenes Ende sein soll, nur war (bin) ich der ansicht, das weinen hilft mit Trauer umzugehen, da in Tränen ein bestimmtes Hormon enthalten ist, das ein Teil des Trauer empfindens auslöst. Deshalb meinte ich damit, das es der Person danach vll. oder eher bestimmt besser geht, und das lässt darauf schließen, das es kein zu schlimmes Ende nimmt, was aber die Sache von jedem einzelnen ist, da es ja ein offenes ende ist. Deshalb die Sache mit dem Happy End........
lG Sonja
Heaven schrieb am 2007-04-04 19:28:54:
Erstmal danke für eure Kommentare!! =) Freut mich, dass euch die Geschichte gefällt!!
@Sonja: Naja das ist ja eigentlich kein Happy End?! Oder wie meinst du das ("...weil ich kein Freund von Happy Ends bin...")?!
Ja, es soll ein offenes Ende sein, aber es endet ja eig. auch nicht mit Selbstmord?!
lG, Heaven
Sonja schrieb am 2007-02-27 17:22:20:
ich finde die Geschichte wirklich gelungen, die Gefühle kommen so rüber wie es sein soll.
Aber der Schluss gefällt mir nicht so ganz, weil ich kein Freund von Happy Ends bin (also liegts an mir und nicht an der Geschichte!) naja eigentlich ist es ja ein offenes Ende, oder soll es jedenfalls sein( das ist mein Eindruck) aber nachdem mann geweint hat, fühlt man sich doch eigentlich besser, oder? Um dieses Kommentar abzuschließen sag ich einfach mal, es muss ja nicht jede Geschichte unter dieser Rubrick mit Selbstmord enden ;-)
lg Sonne
Dr.Soltberg schrieb am 2007-01-18 21:53:26:
Wieder einmal eine sehr gute Story von dir.
Deine Geschichten gefallen mir. Du musst unbedingt mehr schreiben.
Ansonsten hab ich eigentlich nix auszusetzen. Nicht perfekt, aber mehr als gut.
MFG,
Dr.Soltberg
Elfi schrieb am 2007-01-18 13:28:27:
Wunderschön und sehr emotional! Mir hat diese Geschichte sehr gefallen, und ich konnte mich gut in den ich-erzähler hineinversetzen. Ich hoffe, noch mehr von dir lesen zu können.
Lg, Elfi
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