Endlos fahr' ich weiter
von
Alucard
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Die Wogen brachen sich unter seinem Rumpf, als es durch einen weiteren Sturm segelte. Andere Schiffe hätten einen solchen Sturm gemieden. Aber nicht ES. Es suchte die Herausforderung. Nicht mal vor dem nächsten Riff hätte es Angst gehabt. Das Leben bedeutete ihm nichts. Es hatte ihm noch nie etwas bedeutet. Wie konnte das auch gehen? Es war schließlich nur ein Schiff. Und Schiffe können nicht fühlen oder denken. Außer dieses. Es wurde nicht auf einer Schiffswerft gebaut, sondern geboren. Geboren durch den Zorn und Hass und die Hoffnungslosigkeit der Menschen. Und so irrte es, seit Menschengedenken, durch die schwarzen Fluten des Pazifiks. Ruhelos, bis es einen Sturm gefunden hatte, indem es endlich untergehen konnte.
Seine Besatzung bestand lediglich aus Maden und den schwarzen Raben, die meistens auf der Reling saßen und wild krächzten.
Das Schiff selbst bestand aus dem schwärzesten Holz, was es auf dieser Welt gab. Jedoch munkelte Mann, dass es überhaupt kein Holz sei. Seine zwei großen Segel hatten die Farbe von getrocknetem Blut. Und bei den Segeln war man sich sicher, dass es auch getrocknetes Blut sei. Denn solch eine Farbe konnte man nicht anfertigen, zumindest nicht zu dieser Zeit.
An seinem Bug klaffte ein riesiges Loch. Es erinnerte jedoch mehr an einen riesigen Schlund, als ein Loch. Die spitzen Holzsplitter die sich am Rand des Loches häuften, konnte man getrost für Zähne eines Tiers halten.
Früher war statt des Loches eine wunderschöne Galleonsfigur angebracht, in der form einer Meerjungfrau, die ihre Hände flehend gen Himmel reckte. Doch der letzte Sturm nahm die hölzerne Nixe einfach mit und schenkte sie den Tiefen des Meeres.
So fuhr das schwarze Schiff seit vielen tausenden Jahren auf den Meeren und wartete bis es völlig vernichtet ward. Entweder durch Riff oder Sturm. Denn alles Leben auf dieser Welt war vergänglich. So auch das Schiff. Doch der Hass und alle andren schlechten und bösen Gedanken der Menschen konnten nicht sterben. Und deshalb würde auch ein Neues geboren werden. Und dieses würde wieder viele tausende Jahre auf den Meeren der Welt segeln, nur um doch unterzugehen. Doch das war sein Schicksal. Ein ewiger Kreislauf. Vom sterben und geboren werden…
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Kommentare
Alucard schrieb am 2006-09-15 13:19:45:
Du willst wissen wie ich auf diese Geschichtsideeen komme? DAs ist eigentlich ganz simpel.... Ich orientiere mich an der Musik die ich höre..... und höre auch genau diese Musik während ich schreibe^^
Und ich freue mich, dass dir auch diese Geschichte so gut gefällt...
Gruß Raph
Lou schrieb am 2006-09-14 19:44:30:
Wie kommst du bloß immer auf solche Ideen? Mir würde soetwas gar nicht einfallen.
Ist aber wie immer sehr schön geschrieben, vor allem passend zum Thema. Mir gefällt wirklich sehr gut wie du beschreibst. Du hast ein Talent dafür Zustände und Gefühle sehr gut in Worte zu kleiden. Respekt!
Gruß, Lou
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